Nachhall ausgeknockt

Schallschluckende Möbel und Leuchten

Leuchten aus akustisch wirksamen Materialien kennt man – aber ein Beistelltisch, der Schall absorbiert oder ein Kaktus, der Lärm schluckt? Die Architektin Marie Aigner entwirft Akustikprodukte, die nicht nur den Ohren, sondern auch den Augen schmeicheln. Ihre Marke KnockOut Acoustics umfasst unter anderem Leuchten, Beistelltische, Sitzmöbel und Liegen.

Gestaltet wurden die Möbel von der Architektin Marie Aigner.
Die Möbel bestehen aus recycelten PET-Flaschen.
Teil der Serie ist zum Beispiel ein gelber Kaktus namens Carlchen.

Akustikobjekte für die Augen

Gut gestaltete Akustikobjekte sind Mangelware. Oftmals stehen bei akustisch wirksamen Elementen vor allem ihre technischen Eigenschaften im Vordergrund. Dass eine gute schallabsorbierende Wirksamkeit und eine ansprechende Optik sich nicht ausschließen müssen, zeigen die von Marie Aigner gestalteten Objekte. Leuchtende Primärfarben treffen auf Bonbonrosa und ein meliertes Grau. Die Formensprache erinnert an Fassadenschmuck, Säulen und Stützen.

Carlchen, Elton und Rocket Girl

Bei der Namensgebung der Objekte war die Designerin nicht weniger kreativ als bei deren Gestaltung. So trägt beispielsweise ein leuchtend gelber Kaktus den Namen Carlchen, die beiden Beistelltische hat sie Elton und John getauft. Alle Elemente bestehen aus recyclebarem PET, das optisch und haptisch überraschenderweise an Filz erinnert. Das PET hat eine offenporige Oberfläche und ist nicht ganz so weich wie das Naturmaterial, dafür aber strapazierfähiger und preisgünstiger. Das Material wird in Deutschland produziert und sortenrein zusammengesteckt. Auf eine Unterkonstruktion oder Verbindungen aus anderen Werkstoffen wird weitestgehend verzichtet.

Alternativen aus nachwachsenden Rohstoffen in Planung

Unseren Kolleginnen aus der Redaktion von baunetz id verriet Marie Aigner im Interview (siehe Surftipps), dass sie derzeit an einer zweiten Linie aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen arbeite. Damit die Produkte brandschutztechnischen und statischen Anforderungen gerecht werden sowie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen standhalten können, muss jedoch erst ein Komposit aus verschiedenen biologisch abbaubaren Rohstoffen entwickelt werden. Das habe Potenzial, brauche jedoch noch etwas Entwicklungszeit, so die Designerin im Interview.

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