Mon Nuage in Rueil-Malmaison

Eine Wolke aus Stahlrohren

Eines der realisierten Gewinnerprojekte in der zweiten Ausgabe des internationalen Wettbewerbs Invéntons la Métropole de Grand Paris – Inventing Greater Paris Metropolis wurde bis 2024 in Rueil-Malmaison realisiert. In der über 80.000 Einwohner zählenden Stadt rund 10 Kilometer westlich von Paris, entstand ein besonderes Bauwerk, das den öffentlichen Raum wie eine schwebende Wolke überdacht. Der Name Mon Nuage – High Garden impliziert die Idee, einerseits die städtische Fläche nur minimal zu besetzen, und gleichzeitig um Nutzungen zu erweitern. Mit einem Restaurant und einer begehbaren Dachterrasse auf den höheren Ebenen hebt sich das skulpturale Gebilde ab und lässt die Passage zwischen dem Parc Jacques Chirac und dem Place Line Renaud frei. 

Der öffentliche Raum sollte dabei wenig beeinträchtigt und eher noch bereichert werden.
Die "Wolke" erhebt sich oberhalb eines Platzes und setzt sich als auskragendes Stahlgerüst aus drei Ebenen zusammen.
Die Erdgeschossebene ist der Erschließung gewidmet und erlaubt so weiterhin den öffentlichen Durchgang im städtischen Raum.

Hinter dem Entwurf steht das Pariser Büro Hamonic+Masson & Associés, das seit fast drei Jahrzehnten an der Grenze zwischen Architektur und Kunst agiert und in Frankreich sowie durch bedeutende Preise auch international Aufmerksamkeit genießt. Als markantes Bauwerk im sich entwickelnden Stadtteil L’Arsenal fungiert es gleichzeitig als Portal und „Katalysator für das städtische Leben“, wie die Architekten ihr Projekt beschreiben. Die tragwerkplanerische Leistung im Projekt übernahm das renommierte Ingenieurbüro Bollinger Grohman. Nicht weniger als 3.240 Edelstahlrohre bilden die allseits sichtbare Fassadenkonstruktion, die durch Licht- und Nebelinstallationen zum Charakteristikum der „Wolke“ wird.

Tragwerk und Fassade als präzise abgestimmtes System

Getragen wird die Struktur von einer Stahlkonstruktion mit vier vertikalen HEA-Stützen, die die Lasten aufnehmen und das Bauwerk erden. Auf Ebene des Platzes fußen lediglich Treppenhäuser und Aufzugschacht, die von jeweils zwei Stahlstützen gerahmt werden. Durchgehende Träger kragen an den Enden aus und nehmen die Decken aus Beton auf. Gelenkige Stahlwannen stabilisieren diese dabei horizontal. Die Verankerung des Fassadensystems erfolgt wiederum über die vertikalen Elemente. Die Gesamtstabilität zu gewährleisten, erforderte laut Bollinger Grohman „eine präzise Abstimmung zwischen Tragwerks- und Fassadensystemen“. Die höheren Ebenen nehmen Technikräume, ein Restaurant sowie die Dachterrasse mit Bar auf. Die gläserne Hülle des Restaurants lässt sich im Sommer öffnen, sodass die Struktur zusätzlich erfahrbar wird.

Licht und Nebel erzeugen besondere visuelle Effekte

Neben der metallisch schimmernden Fassade wird die gerüstartige Stahlstruktur um eine visuelle Besonderheit ergänzt. Das Planungsteam entwickelten hierfür in enger Abstimmung ein System aus dynamischen Lichteffekten und feinem Nebel, das die Ansicht des Bauwerks immer wieder verändert und den Wolkenaspekt unterstreicht. Nach Anbruch der Dunkelheit wird das Licht gedämmt, um die Tierwelt und Anwohnerschaft nicht zu stören. 180 Lichtröhren sind neben dem Nebelsystem in die Stahlfassade integriert. Der Nebel bricht und dämpft dabei das Licht. Das Zusammenspiel der Effekte ist digital programmiert und läuft automatisiert ab. Der Nebel trägt laut Architekt*innen zu einem guten Mikroklima – und das Gebäude sicherlich auch zur Verschattung auf dem öffentlichen Platz bei.

Bautafel

Architektur: Hamonic+Masson & Associés, Paris
Projektbeteiligte: Bollinger+Grohmann (Tragwerk- und Fassadenplanung); VIZEA (Umweltberatung); CETRAC (Projektmanagement); Woodeum x Pitch Immo (Entwickler); OMS – Groupe Legendre (Stahlbau); Concepto (Lichtplanung); A+R Paysages (Landschaftplanung); Hervé Porte (Innenarchitektur Restaurant)
Bauherrin: Bistrots Pas Parisien
Standort: 1 Place Line Renaud, 92 500 Rueil-Malmaison, Frankreich
Fertigstellung: 2025
Bildnachweis: Frédéric Lama; Design de Lux 2024 - Vincent Muracciole; Clément Bonnérat; Bistrots Par Parisien

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