Modulbauweise

Zeit-, Qualitäts- und Umweltvorteile

Die Modulbauweise gehört zu den Bauverfahren, bei denen vorgefertigte Raumeinheiten nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt werden. Sie ist eine von drei drei möglichen Arten des modularen Bauens zu denen auch die Skelettbauweise und die Großtafelbauweise gehören.

Das Studentenwohnheim setzt sich aus 371 Wohneinheiten zusammen, die jeweils als fertig montierte Raummodule inklusive Fassade, Innenausbau, sämtlichen Installationen, Nasszelle und Kompaktküche auf die Baustelle geliefert wurden.
460 Holzmodule auf sechs Etagen bietet der Luisenblock West in Berlin, Architektur: Sauerbruch Hutton
Die Büromodule des Luisenblocks messen 3,20 x 6,75 Meter und bestehen aus massivem Fichten-Brettsperrholz.

Vorteile des modularen Bauens

Bei der Modulbauweise werden dreidimensionale, vollständig montierte Raummodule auf die Baustelle transportiert, mit Hilfe eines Baukrans positioniert und zu einem fertigen Gebäude zusammengesetzt. Die Raumeinheiten können schon in der Fabrik mit einer Dämmung sowie mit Wasser- und Elektroinstallationen ausgestattet werden. Die kontrollierten, wetterunabhängigen Produktionsbedingungen führen zu einer hohen Ausbauqualität und einer Bauzeitverkürzung von bis zu 70 Prozent. Dies liegt vor allem daran, dass Bauabläufe parallel vonstatten gehen können. So lassen sich beispielsweise die Module herstellen, während gleichzeitig auf dem Bauplatz die Fundamente erstellt werden. Durch die Arbeit im Werk fallen witterungsbedingte Zeitverzögerungen praktisch weg. Sind die Module erst einmal auf der Baustelle angelangt, ist das Gebäude innerhalb von Tagen fertig montiert. Die Modulbauweise gilt daher als effizientes Bauverfahren, das eine gute Kontrolle über Kosten und Qualität bietet. Je früher man sich für einen Modulbau entscheidet, desto besser lassen sich auch komplexe und sehr individuelle Entwürfe umsetzen.

In Sachen Nachhaltigkeit kann die Modulbauweise ebenfalls überzeugen: So erzeugen in der Fabrik hergestellte Raummodule deutlich weniger Abfall, der zudem besser verwaltbar ist. Dank des hohen Vorfertigungsgrads kann die Bauzeit und damit auch die Lärm- und Schmutzbelastung auf ein Minimum reduziert werden. Modulbauten lassen sich einfach umnutzen und erweitern, was sie flexibel für sich ändernde Nutzungsanforderungen macht. Sie lassen sich außerdem einfach abbauen und an neuen Standorten wiederverwenden. Die einzelnen Module können zudem komplett rückgebaut, sortenrein getrennt und die Materialien recycelt werden.

Nachteile des modularen Bauens

Obwohl die heutige Technik eine hohe Flexibilität im Modulbau zulässt, sind ihr auch Grenzen gesetzt. Nicht jeder Entwurf lässt sich in diesem Bauverfahren umsetzen, da die Module meist kubisch sind. Einschränkungen bestehen auch in den Größendimensionen, da die Module auf einem Lastwagen transportiert werden müssen. Die maximale Stapelung liegt bei etwa sechs Vollgeschossen. Da die Raummodule als in sich geschlossene Einheiten nebeneinander oder übereinander aufgestellt werden, ergibt sich eine Verdoppelung der Innenwände oder der Deckenkonstruktion, die zu einer höheren Bruttogeschossfläche ohne entsprechenden Wohnraumgewinn führt. Mit Höhenunterschieden auf dem Grundstück kann die konventionelle Bauweise besser umgehen, weil die Module nahtlos aneinander anschließen müssen. Für die Errichtung von größeren stützenfreien Räumen muss die Modulbauweise zudem mit konventionell erstellten Bauteilen kombiniert werden.

Die Frage, ob mit Raummodulen oder konventionell gebaut werden soll, hängt von den Rahmenbedingungen und den Anforderungen an das Gebäude ab. Hinsichtlich Zeit, Qualität und Umwelt punktet die Modulbauweise und ist auf jeden Fall eine interessante Alternative zum konventionellen Bauen. -sh

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