Mischen von Beton

Beton herzustellen scheint auf den ersten Blick recht einfach: Es braucht Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sowie eventuell Zusatzmittel und -stoffe. Jedoch ist bei den Mengenverhältnissen große Genauigkeit gefragt, um die gewünschten Betoneigenschaften zu erreichen. Bei kleinen, privaten Bauprojekten wird mitunter per Hand oder mit einer kleinen Maschine gemischt. Große Baustellen verlangen hingegen eine industrielle Herstellung und koordinierte Anlieferung.

Typische Massenanteile eines Kubikmeters Beton
Gemäß Zement-Merkblatt B7 ist das Mischen per Hand nicht erlaubt, doch gerade auf Kleinbaustellen nicht unüblich.
Transportbeton wird in einem Werk angemischt und mit einem speziellen LKW zur Baustelle gefahren.

Rezeptur beachten

Die Anteile der einzelnen Komponenten müssen genau berechnet werden, damit die Endfestigkeit, der Luftgehalt und das Wasser-Zement-Verhältnis die gewünschten Werte erreichen. Die tatsächlichen Mengen sollten nicht mehr als 3 % von der Rezeptur abweichen. Um zu bestätigen, dass er den Anforderungen entspricht, muss jeder Beton eine Prüfung im Labor oder Werk durchlaufen.

Zement und Gesteinskörnungen werden nach Masse (Gewicht) bemessen, Wasser hingegen durch Wägung oder nach Volumen, etwa mithilfe von Durchflusswasserzählern. Beim Mischen werden die Ausgangsstoffe im Werk in einer vorgeschriebenen Reihenfolge und Zeit miteinander vermengt: zunächst Gesteinskörnung und Zement, dann die Zusatzstoffe und danach Wasser und Zusatzmittel.

Mischen bis zur Gleichmäßigkeit

Die Mischzeit beginnt nach Zugabe der Ausgangsstoffe und endet, wenn eine gleichmäßige Mischung erreicht ist. Längeres und intensives Mischen schließt den Zementleim besser auf und macht so den Frischbeton geschmeidiger und leichter verarbeitbar. Wie viel Zeit jeweils erforderlich ist, hängt von der Mischwirkung des Mischers und der Betonzusammensetzung ab. Erfahrungsgemäß soll sie bei Normalbetonen mindestens 30 Sekunden, bei Leichtbetonen mindestens 90 Sekunden betragen. Für selbstverdichtende, hochfeste und Sichtbetone sowie Betone mit Luftporenbildnern ist mehr Zeit nötig.

Zusatzmittel müssen während des Hauptmischgangs zugegeben werden, mit Ausnahme von Fließmitteln (FM) und Verzögerern (VZ). Die Zugabe erfolgt entweder gemeinsam mit dem Anmachwasser oder direkt danach, wobei der genaue Zeitpunkt bei einigen Zusätzen deren Wirkung beeinflusst.

Herstellung im Werk oder vor Ort

Baustellenbeton wird gemäß DIN EN 206: Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung und Konformität direkt auf der Baustelle hergestellt. Dabei kommen mobile Mischanlagen zum Einsatz, die modular aufgebaut sind und sich teilweise in weniger als zwei Wochen errichten lassen. Transportbeton hingegen wird mit einem Fahrmischer geliefert. Das Mischen kann nicht nur im Werk, sondern auch im Fahrzeug selbst erfolgen. Ein beigemischter Verzögerer sorgt dafür, dass der Beton über mehrere Stunden hinweg transport- und verarbeitungsfähig bleibt.

Betontankstellen

Gemäß Zement-Merkblatt B7: Bereiten und Verarbeiten von Beton ist das Mischen per Hand nicht erlaubt, doch gerade auf Kleinbaustellen nicht unüblich. Für Handwerksbetriebe und Heimwerker*innen können sogenannte Betontankstellen eine Alternative sein. Diese modular aufgebauten Mischanlagen arbeiten auf Knopfdruck, nach Angabe der gewünschten Rezeptur. Nur wenige Minuten dauert es, bis der vollautomatisch gemischte Beton fertig ist und über einen Gurtbandförderer zum mitgebrachten Transportgefäß oder Fahrzeug gelangt. Manche dieser Anlagen sind sogar mobil und so konzipiert, dass sie möglichst genehmigungsfrei aufgestellt werden können. Je nach Modell sind weniger als 100 m2 Aufstellfläche nötig.

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