Mikroplastik zurückhalten
Neues PIA-Prüfverfahren ist praxistauglich
Diffuse Einträge von versiegelten Flächen wie etwa Reifenabrieb, Kunststoffverluste aus der Produktion oder Einträge aus der Abfallentsorgung verschmutzen das abfließende Regenwasser. Filtersysteme sollen einen Teil des im Regenwasser enthaltenen Mikroplastiks zurückhalten. Doch für die Bewertung von deren Wirksamkeit fehlte bislang ein Prüfverfahren, das die Eigenschaften von Mikroplastik realitätsnah abbildet. Nun gelang es dem Prüfinstitut für Abwassertechnik in Aachen (PIA), die Wirksamkeit des Regenwasserfilters ACO Stormclean nachzuweisen. Es bestätigte in einem Zeugnis, dass das Produkt bis zu 99 % des Mikroplastiks aus dem abfließenden Regenwasser filtert.
Standard-Prüfung
Die PIA ist ein vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) anerkanntes, unabhängiges Prüflabor, das Untersuchungen nach etablierten, wissenschaftlichen Standards und unter praxisnahen Bedingungen durchführt. Im Prüfkonzept untersucht es realitätsnah das Verhalten und den Rückhalt unterschiedlicher Mikroplastikpartikel im abfließenden Regenwasser. Als Grundlage diente das etablierte DIBt-Prüfverfahren für Niederschlagswasserbehandlungsanlagen. In diesem Verfahren wird standardmäßig der mineralische Prüfstoff Millisil W4 eingesetzt, der zwar feine Korngrößen bis in den Mikrometerbereich abbildet, aufgrund seiner vergleichsweise hohen Dichte jedoch nur eingeschränkt das Verhalten von Mikroplastik repräsentiert.
Neues Prüfkonzept
Das neue Prüfkonzept erweitert diesen Ansatz gezielt um Prüfstoffe wie Fasern, Pellets und Reifenabrieb mit Partikeldurchmessern von bis zu wenigen Mikrometern. Die Prüfungen wurden in mehreren Stufen mit steigenden hydraulischen Belastungen durchgeführt. Ergänzend erfolgte eine definierte Dosierung der verschiedenen Mikroplastikfraktionen, um sowohl den Rückhalt als auch mögliche Austräge unter hohen Abflussintensitäten zu untersuchen.
Um das neue Prüfkonzept zu testen, wurde mit dem ACO Stormclean
eine auf Filtersubstrat basierte Anlage untersucht, für die bereits
belastbare Ergebnisse zum Partikelrückhalt im Zuge der
DIBt-Zulassung vorlagen. Es zeigte sich: Über den gesamten
Prüfverlauf hinweg konnte das Produkt eine stabile und hohe
Reinigungsleistung erzielen, auch unter hohen hydraulischen
Belastungen. Das neue Prüfverfahren ermöglicht also eine bessere
Bewertung der Wirksamkeit von Filtersystemen auch bei feinen und
partikelgebundenen Schadstoffen, wie sie typischerweise im
Straßenabfluss vorkommen.
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