Mikroplastik zurückhalten

Neues PIA-Prüfverfahren ist praxistauglich

Diffuse Einträge von versiegelten Flächen wie etwa Reifenabrieb, Kunststoffverluste aus der Produktion oder Einträge aus der Abfallentsorgung verschmutzen das abfließende Regenwasser. Filtersysteme sollen einen Teil des im Regenwasser enthaltenen Mikroplastiks zurückhalten. Doch für die Bewertung von deren Wirksamkeit fehlte bislang ein Prüfverfahren, das die Eigenschaften von Mikroplastik realitätsnah abbildet. Nun gelang es dem Prüfinstitut für Abwassertechnik in Aachen (PIA), die Wirksamkeit des Regenwasserfilters ACO Stormclean nachzuweisen. Es bestätigte in einem Zeugnis, dass das Produkt bis zu 99 % des Mikroplastiks aus dem abfließenden Regenwasser filtert.

Übergabe des PIA-Prüfzeugnis auf der IFAT 2026
PIA-Prüfzeugnis und Prüfstoffe: PS & PE Pellets (0,4 - 5 mm), Fasern verschiedener Polymere und Kryogen gemahlenes Gummipulver (0 - 425 µm)
Funktionsweise ACO Stormclean: 1. Zulauf, 2. Zum Patent angemeldete Sedimentations- und Verteilebene 3. Substratschicht, 4. Ablauf, 5. Wartung

Standard-Prüfung

Die PIA ist ein vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) anerkanntes, unabhängiges Prüflabor, das Untersuchungen nach etablierten, wissenschaftlichen Standards und unter praxisnahen Bedingungen durchführt. Im Prüfkonzept untersucht es realitätsnah das Verhalten und den Rückhalt unterschiedlicher Mikroplastikpartikel im abfließenden Regenwasser. Als Grundlage diente das etablierte DIBt-Prüfverfahren für Niederschlagswasserbehandlungsanlagen. In diesem Verfahren wird standardmäßig der mineralische Prüfstoff Millisil W4 eingesetzt, der zwar feine Korngrößen bis in den Mikrometerbereich abbildet, aufgrund seiner vergleichsweise hohen Dichte jedoch nur eingeschränkt das Verhalten von Mikroplastik repräsentiert. 

Neues Prüfkonzept

Das neue Prüfkonzept erweitert diesen Ansatz gezielt um Prüfstoffe wie Fasern, Pellets und Reifenabrieb mit Partikeldurchmessern von bis zu wenigen Mikrometern. Die Prüfungen wurden in mehreren Stufen mit steigenden hydraulischen Belastungen durchgeführt. Ergänzend erfolgte eine definierte Dosierung der verschiedenen Mikroplastikfraktionen, um sowohl den Rückhalt als auch mögliche Austräge unter hohen Abflussintensitäten zu untersuchen. 

Um das neue Prüfkonzept zu testen, wurde mit dem ACO Stormclean eine auf Filtersubstrat basierte Anlage untersucht, für die bereits belastbare Ergebnisse zum Partikelrückhalt im Zuge der DIBt-Zulassung vorlagen. Es zeigte sich: Über den gesamten Prüfverlauf hinweg konnte das Produkt eine stabile und hohe Reinigungsleistung erzielen, auch unter hohen hydraulischen Belastungen. Das neue Prüfverfahren ermöglicht also eine bessere Bewertung der Wirksamkeit von Filtersystemen auch bei feinen und partikelgebundenen Schadstoffen, wie sie typischerweise im Straßenabfluss vorkommen.

Fachwissen zum Thema

Gründächer nutzen Pflanzen, um Schadstoffe aus dem Regenwasser aufzunehmen und abzubauen, hier auf dem Dach von Schloss Velten.

Gründächer nutzen Pflanzen, um Schadstoffe aus dem Regenwasser aufzunehmen und abzubauen, hier auf dem Dach von Schloss Velten.

Regenwasserbewirtschaftung

Regenwasserreinigung und -bewirtschaftung

Sedimentationsanlagen werden eingesetzt, um Oberflächenwasser von Sinkstoffen zu befreien und damit Versickerungsanlagen oder Regenwasserkanäle vor Versandung zu schützen.

Sedimentationsanlagen werden eingesetzt, um Oberflächenwasser von Sinkstoffen zu befreien und damit Versickerungsanlagen oder Regenwasserkanäle vor Versandung zu schützen.

Regenwasserbewirtschaftung

Sedimentationsanlagen

Tipps zum Thema

News/​Produkte

Entwässerungskonzept auf historischem Grund

News/​Produkte

Sedimentationsanlage für Starkregenereignisse

Surftipps

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
BauNetz Wissen Wasserkreislauf sponsored by:
ACO GmbH
Am Ahlmannkai
24782 Büdelsdorf
Tel. +49 4331 354-700
www.aco.de