Mehr Grün, weniger Straße

Bäume an der Blücherstraße in Berlin gerettet!

Ursprünglich war nur eine Asphaltsanierung geplant, doch vor Ort zeigte sich, dass die Blücherstraße in Berlin-Kreuzberg mehr braucht. Über Jahre hatten sich die Wurzeln der Straßenbäume unter die Fahrbahn geschoben und die Asphaltdecke stark beschädigt – mit spürbaren Folgen für den Verkehr.

Zwischen Baerwaldstraße und Blücherstraße 33 erstreckt sich der umgestaltete Abschnitt über etwa 420 Meter.
Auf den früheren Parkplätzen verhindern Findlinge das Parken von Autos und schützen die entsiegelten Flächen.
Einige Abschnitte befinden sich noch im Umbau.

Damit stand plötzlich eine größere Frage im Raum: Werden die Bäume gefällt oder lässt sich eine bessere Lösung finden? Schließlich entschied man sich dafür, die Baumscheiben in den betroffenen Abschnitten zu vergrößern, die Flächen rund um die Bäume zu entsiegeln und diese neu zu bepflanzen. Aus einer einfachen Reparatur wurde so eine kleine Umgestaltung des Straßenbilds.

Zwischen der Kreuzung Baerwaldstraße und der Blücherstraße 33 misst der umgestaltete Abschnitt rund 420 Meter. Auf beiden Straßenseiten wurden insgesamt 1200 Quadratmeter Fläche entsiegelt. So haben die Bäume mehr Platz zum „Atmen“ und sind gleichzeitig besser vor Trockenstress geschützt. Ein weiterer Vorteil ist die Entlastung der Kanalisation. Auf den entsiegelten Flächen wachsen zudem kleine, insektenfreundliche Blühwiesen, die nur einmal jährlich gepflegt werden müssen.

Beide Straßenseiten erhielten dabei unterschiedliche Lösungsansätze: Auf der einen Seite beschränkten sich die Maßnahmen auf eine Entsiegelung sowie den Einbau zusätzlicher Regenrinnen. So fließt das Wasser natürlicherweise vom höchsten Punkt der Straße, der Mitte der Fahrbahn, zu den Baumscheiben. Bei Überschuss wird es anschließend in die Rinnen abgeleitet.

Auf der anderen Straßenseite hingegen wurde die gesamte Fahrbahn aufgrund durchgehender Wurzelschäden aufgebrochen. Statt der bisherigen Asphalt- und Betonschicht wurden Boden und Substrat eingebracht. Asphalt ist hier allerdings weiterhin vorhanden: Bei der Einfahrt sowie auf den übrigen Parkplätzen, auf denen keine Wurzelschäden auftraten. Auf den ehemaligen Parkplätzen verhindern große Findlinge das Parken. Eine vollständige Entsiegelung war in diesem Bereich nicht möglich, da dadurch das gesamte Höhenprofil der Blücherstraße verändert worden wäre – ein deutlich teureres und komplexeres Vorhaben.

Dank der geringen baulichen Maßnahmen, dem geringen Genehmigungsaufwand und dem Engagement der Anwohnenden konnte die Umsetzung insgesamt in nur wenigen Monaten abgeschlossen werden. Viele Bewohner*innen zeigten sich zufrieden – Autobesitzer*innen hingegen natürlich weniger. Die Zahl der Parkplätze wurde deutlich reduziert: von 150 auf rund 90.

Anpassungen wurden dennoch vorgenommen: Die verbleibenden Plätze sind ausschließlich für Anwohnende reserviert, und passende Lieferzonen wurden neu eingerichtet. Dafür ist die Blücherstraße nun eine Fahrradstraße und damit deutlich umweltfreundlicher sowie verkehrssicherer. Barrierefreie Aufpflasterungen sorgen dafür, dass das Tempolimit eingehalten wird und Fußgänger*innen die Straße sicher überqueren können.

Quelle: Regenwasseragentur Berlin

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