Medník House in Jílové u Prahy

Erweiterung mit Atelier, Sauna und Ausblick ins Grüne

Das südlich von Prag gelegene Sázava-Tal zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen Tschechiens. Geprägt von einer hügeligen, dicht bewaldeten Landschaft und den Mäandern des gleichnamigen Nebenflusses der Moldau zieht es ganzjährig Naturliebhaber*innen und Erholungssuchende an. Hier liegt die Stadt Jílové u Prahy, wo an einem felsigen, bewaldeten Hang das Medník House sitzt – benannt nach dem 416 Meter hohen Berg Medník. Das ursprünglich aus dem frühen 20. Jahrhundert stammende Einfamilienhaus wurde 2010 schon einmal umfassend saniert und erweitert. Nun kam ein weiterer, von Päivä Architekti entworfener Anbau hinzu, der einen Raum für Künstlerisches Arbeiten, Wohnen und Entspannung sowie eine Außensauna bietet.

Das Grundstück befindet sich inmitten des südlich von Prag gelegenen Sázava-Tals, das zu den beliebtesten Erholungs- und Ausflugsregionen Tschechiens zählt.
Der jüngste Anbau schafft einen offenen, atelierartigen Raum für kreative Tätigkeiten, Wohnen und Entspannung.
In der Dachaufsicht ist der hohe Atelierraum in der Mitte erkennbar, an den die Terrasse (links) und der Schlafebreich (rechts) anschließen.

Zwischen Wald und Garten

Unter Berücksichtigung von Topografie, Grundstücksform und Baumbestand positionierten die Planenden den riegelartigen Baukörper entlang der nördlichen Grundstücksgrenze, zwischen dem abfallenden Waldgelände und dem ebenen Garten. Fundamentsohlen und Mikropfähle aus Stahlbeton tragen das leicht über den Hang auskragende Volumen. Eine überdachte Terrasse mit drei versetzten Ebenen verbindet den Erweiterungsbau mit dem nach Osten ausgerichteten Bestandsgebäude. Jeweils zwei Stufen ermöglichen den Niveauwechsel und bilden einen mühelosen Übergang zwischen Alt- und Neubau.

Im Einklang mit Landschaft und Bestand

Kubatur und Materialität des Ateliergebäudes orientieren sich konsequent am baulichen und landschaftlichen Umfeld. Der zweigeschossige Baukörper übernimmt die Höhe des Anbaus von 2010 und greift mit einem Pultdach die charakteristische keilförmige Dachform des Ursprungsgebäudes auf. 

Während massives Bruchsteinmauerwerk den Bestand prägt, besteht die Hülle des Neubaus aus massiver, vorvergrauter Lärche. Sowohl an der Fassade als auch im Terrassendeck und der außenliegenden, sichtbaren Tragstruktur kam das Holz zum Einsatz und stellt eine Verbindung zur umgebenden Waldlandschaft her. Dieser Bezug wird durch eine ausgewachsene Eiche verstärkt, die in die Terrasse integriert ist: An dieser Stelle ist die Überdachung unterbrochen und der Stamm lediglich von der Tragkonstruktion gerahmt. Im Sommer wirkt die Baumkrone als natürlicher Schattenspender.

Sauna mit Waldblick 

Neben der Eiche lädt ein auf drei Seiten verglaster Holzkubus mit finnischer Sauna zum Schwitzbad mit Waldblick ein. Der Baukörper ist niedriger als die Überdachung des Außenbereichs und scheint mit seiner dem Atelier zugewandten Lärchenholzfassade nahtlos aus dem Terrassendeck herauszuwachsen. Der Saunainnenraum ist in Fichtenholz ausgeführt, das sich durch seine helle Farbe, Robustheit und Formstabilität sowie durch gute wärmedämmende Eigenschaften auszeichnet. 

Ein kleines, ebenfalls kubisches Wasserbecken mit Holzverkleidung ergänzt das Ensemble und bietet rasche Abkühlung nach dem Saunagang. Als Alternative bietet sich eine filigrane, gebogene Außendusche an, die in den Beckenrand integriert und zur Waldlandschaft ausgerichtet ist. Eine weitere, etwas niedrigere und ebenfalls bogenförmige Armatur befüllt das Wasserbecken.

Luftiger Raum mit Ausblick ins Grüne

Im Inneren zeigt sich der Erweiterungsbau luftig: Zur höheren Pultdachseite ist eine Galerieebene eingehängt, die über eine Treppe neben dem Haupteingang erschlossen wird. Raumhohe Verglasungen fluten den Raum mit Tageslicht. Talseitig sowie zum Garten hin öffnet sich der Baukörper über großformatige Schiebefenster zur vorgelagerten Terrasse und zur Landschaft. 

Der gesamte Innenraum ist mit hellen Fichtenplatten verkleidet, die eine warme und einladende Atmosphäre schaffen. Die schwarzen Stahlträger der Galerieebene, ihre Brüstung, die Trag- und Befestigungselemente der Beleuchtung sowie ein Deckenkamin bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu dem natürlichen Material. Unter der Galerieebene befindet sich eine Schrankwand mit integrierter Einbauküche, die bei Bedarf vollständig zurückgenommen werden kann. Seitlich verbirgt eine weitere, durchgehende Schrankwand, den kompakt organisierten Privatbereich. Dort sind ein WC sowie ein Schlafraum mit Badezimmer en suite untergebracht.

Nassbereich im Schlafzimmer

Das Badezimmer umfasst einen Waschtisch mit Aufsatzwaschbecken aus Beton sowie einen per Glasschiebetür abgetrennten Duschbereich. Der Duschboden ist als Holzrost ausgebildet. Dabei sind die Holzleisten mit offenen Fugen auf einer tragenden Unterkonstruktion befestigt, welche auf einer wasserführenden Betonbodenplatte aufliegt. 

Die offenen Rillen zwischen den Leisten gewährleisten den kontrollierten Wasserabfluss zum Bodenablauf sowie eine ausreichende Hinterlüftung der Holzelemente. Dadurch wird eine zügige Abtrocknung sichergestellt und das Risiko von Feuchteschäden und Schimmelbildung minimiert. Zusätzlich sollten sämtliche Holzelemente im Nassbereich mit einer feuchtebeständigen Oberflächenbehandlung versehen werden, zum Beispiel mit einer Versiegelung, Öl oder Hartwachs. Diese sollen Dauerhaftigkeit und hygienische Nutzbarkeit langfristig gewährleisten.

Bautafel

Architektur: päivä architekti, Prag
Projektbeteiligte: Miroslav Krössl (Statik); Václav Kořán (Geologische Untersuchung); Michal Budina (Fundamente); Jan Lenárt (Elektrik); Jindřiška Hüttnerová (Brandschutz); Jan Krpata, Jakub Zapior (Heizung); Bohumil Turek (Stahl- und Holzkonstruktionen); CZECH izo (Dächer und Sanitär); STEP-EX (Schlosserei); Chladil interiéry (Tischlerei); Václav Budka (Edelstahlarbeiten); Profiklo (Verglasung); WoodAl (Fenster- und Sonnenschutz); Moderní-krb (Kaminöfen); Delta Light Czech (Beleuchtung)
Bauherr*in: Privat
Fertigstellung: 2024
Standort: Luka pod Medníkem, Jílové u Prahy, Tschechien
Bildnachweis: Radek Úlehla (Fotos); päivä architekti (Pläne)

Fachwissen zum Thema

Farben, Materialien und die Beleuchtung sind entscheidend für den Raumeindruck.

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Anordnung /​ Gestaltung

Atmosphäre im Bad

Aufsatzbecken stehen auf einer Trägerplatte oder einem Waschtischunterschrank.

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Waschplätze

Aufsatzbecken, Waschschale und Schalenbecken

Schalenbecken aus Glas

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Waschplätze

Materialien

Organisch geformte Wanne

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Wannen /​ Duschen

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