Marmor

Bei den Marmorvorkommen handelt es sich um ehemalige Kalksteinmassive, die durch tektonische Bewegungen der Erdkruste in größere Tiefen gelangten (metamorphes Gestein). Dort unterlagen die ehemaligen Sedimente hohem Druck und großen Temperaturen, sodass sich eine metamorphe Umwandlung des Mineralbestandes vollzog. Eines der bekanntesten Abbaugebiete weltweit liegt im Raum Carrara in den apuanischen Alpen. Neben den italienischen Vorkommen sind vor allem auch die griechischen, portugiesischen und türkischen Marmorsorten in Deutschland sehr begehrt.

Österreichischer Marmor
Grüner Marmor aus Italien

Marmorbeläge haben meist polierte Oberflächen, um Glanz und große Farbintensität zu erzielen. Da Marmor fast ausschließlich aus dem Mineral Calcit (Mohshärte 3 ) besteht, ist die Oberfläche relativ kratzempfindlich. Durch das sogenannte Kristallisationsverfahren ist ein Härten der Oberfläche durch Mineralumwandlung möglich. Bodenbeläge, die stärkere Abnutzungserscheinungen zeigen, können jederzeit örtlich eingeschliffen und gegebenenfalls neu poliert werden. Marmor ist meist hellgründig. Viele Gesteinen, die am Markt unter der Bezeichnung Marmor erhältlich sind, sind im geologischen Sinne kein Marmor: Beige Sorten zum Beispiel bestehen oft aus Kalkstein mit sedimentärem Ursprung und bei grünen Sorten handelt es sich in der Regel um sogenannte Serpentinite.

Die traditionelle Art der Verlegung ist die als Bahnenware. Eine Vielzahl von Marmorsorten wird heute allerdings auch in Fliesenform angeboten. Da Marmor häufig durchscheinend ist, sollte die Verlegung mit weißen Klebern erfolgen. Der Stein kommt meist im Innenbereich als Wand-, Boden- oder Treppenbelag zur Ausführung, verschiedene Sorten können allerdings auch im Außenbereich verlegt werden. Dort ist der Stein jedoch im Vergleich zu Silikatgesteinen weitaus weniger beständig. Aggressoren führen meist zu einer deutlichen Aufrauung der Oberfläche.

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