Manetti Shrem Museum in Davis

Filigranes, weißes Großdach als Fassung für einen Kunstcampus

Überwiegend Werke von Künstlern, die einmal an der University of California studiert oder gearbeitet haben, sind im Manetti Shrem Museum zu besichtigen. Das Ausstellungshaus wurde im November 2016 auf dem Universitätsgelände am Rande der US-amerikanischen Kleinstadt Davis eröffnet. Mit dem Entwurf versuchten die Architekten Florian Idenburg und Jing Liu vom New Yorker Architekturbüros SO-IL den Genius Loci des kalifornischen Central Valley einzufangen. Die umgebenden Felder mit geometrisch bearbeiteten Reihen inspirierten sie zu der außergewöhnlichen, filigranen Dachstruktur und in Anlehnung an die geradlinigen Rillen der frisch gepflügten Äcker entwickelten sie die Sichtbetonoberflächen.

Unterschiedliche Felder und lineare Verstrebungen überspannen die Freiflächen
Die Konstruktion aus weiß lackiertem Stahl wird getragen von 40 Rundstützen, die teils im Innenraum, teils außen stehen
Je nach Sonnenstand, Tages- und Jahreszeit ergeben sich unterschiedliche Lichtstimmungen

Die signifikante Dachfläche des Museums umfasst 5.000 Quadratmeter und überspannt den neuen Kunstcampus vollständig – in weiten Teilen allerdings als lichte, luftige Pergola. Diese markiert den geräumigen Vorplatz im Nordwesten als Überleitung zu drei Pavillons, die das gesamte Raumprogramm des Museums beinhalten: außer den Ausstellungsflächen sind das Hörsäle, Werkstätten sowie Arbeits- und Aufenthaltsräume für die Studenten. Verbunden und gefasst werden die Pavillons durch ein verglastes Foyer, dessen transparente Fassade deutlich unterhalb der Überdachung zwischen den Betonwänden aufgespannt ist.

Der Museumsbau unterschreitet die staatlich vorgegebenen energetischen Grenzwerte um rund dreißig Prozent. Erreicht wurde dies unter anderem durch die konsequente Nutzung von tageslichtabhängigen und anwesenheitsgesteuerten LED-Leuchtmitteln.

Flachdach
Die unregelmäßige und asymmetrisch konturierte, elegante Dachstruktur legt sich einer sanften Welle gleich über die Gebäude und Freiflächen. Großform und Struktur sind abgestimmt auf die jeweils darunter liegende Funktion. Oberhalb der Pavillons ist die Dachfläche flach geneigt und geschlossen, über den Freiräumen ist sie als Pergola mit unterschiedlichen Feldern und linearen Verstrebungen ausgeführt. Die Konstruktion aus weiß lackiertem Stahl wird von 40 Rundstützen getragen, die teils innen und teils außen stehen. Ausgefacht wird das Stahlskelett mit im Querschnitt dreieckigen Hohlkastenträgern aus Aluminiumlochblech (siehe Abb. 14). Insgesamt wurden ungefähr 900 Stück von diesen Trägern verbaut, wovon nur 20 Prozent gleich lang sind. Weil die ausfachenden Profile in unterschiedlichen Abständen und Winkeln angeordnet sind, ergeben sich auf den Freiflächen je nach Sonnenstand, Tages- und Jahreszeit unterschiedliche Lichtstimmungen. Die Höhe des Dachs variiert von 4,00 Metern über dem Boden bis hin zu 11,00 Metern an der höchsten Stelle.

Bautafel

Architekten: SO-IL, New York mit Bohlin Cywinski Jackson, Wilkes-Barre
Projektbeteiligte:
Whiting-Turner, Baltimore (Bauunternehmer); Rutherford & Chekene, San Francisco (Statik); Fisher Marantz Stone, New York (Beleuchtung); Front Inc., Seattle (Konstruktion der Überdachung)
Bauherr:
University of California, Davis
Fertigstellung:
2016
Standort:
254 Old Davis Rd., Davis, CA 95616, USA
Bildnachweis: Iwan Baan, Amsterdam

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Flachdächer sind extremen Belastungen ausgesetzt, diese sind witterungsbedingt oder durch Umwelteinflüsse, aber auch durch die Konstruktion bzw. Unterkonstruktion bedingt.

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