Living Garden in der Seestadt Aspern, Wien

Bewohnter Naturraum

Im nordöstlichen Teil von Wien wächst mit der Seestadt Aspern eines der derzeit größten Stadtentwicklungsprojekte Europas heran. Bis in die 2030er-Jahre soll hier Raum zum Wohnen und Arbeiten für über 40.000 Menschen entstehen. In das Wohn- und Apartmenthaus mit Gewerbeeinheiten namens Living Garden sind einige bereits eingezogen. Entworfen haben das abgetreppte Gebäude Martin Mostböck und Pesendorfer | Machalek Architekten, die von dem Projektentwickler VI-Engineers und der Eigentümerin Fair Finance direkt beauftragt wurden. Mit seiner üppigen Begrünung soll es das Stadtklima verbessern und für eine hohe Lebensqualität der Bewohner*innen sorgen.

Das Gebäude beherbergt insgesamt 37 Wohnungen und 19 Apartments.
Hochbeete auf der größten Terrasse laden zum urban Gardening ein.
In einigen Jahren soll die Begrünung in den Pflanzgefäßen auf den Balkonen die Fassade überziehen.

Großzügige Innen- und Außenflächen

Auf bis zu acht Geschossen beherbergt das Gebäude 37 Wohnungen und 19 Apartments auf einer Fläche von 4.510 Quadratmetern. Erschlossen werden sie über drei Treppenhäuser. Im großzügig verglasten Erdgeschoss befinden sich Gewerbeflächen und Fahrradräume. Die Wohnungen sind größtenteils durchgesteckt oder über Eck angeordnet; im abgestuften Teil des Hauses sind sie dreiseitig ausgerichtet. Alle Wohnungen verfügen über großzügige Balkone oder Dachterrassen, die als durchgehende Bänder das Gebäude umschließen. Sie sind mit geschossübergreifenden Rankgittern ausgestattet und dienen als Pufferzone und gleichzeitig als Begegnungsraum für die Bewohner*innen. Entlang der Fassade verläuft eine begrünte Rampe vom Innenhof bis zum Dach.

Üppige Begrünung

Die Gebäudebegrünung ist konzeptuell in verschiedene Elemente aufgeteilt: der Wald (der Freibereich im Hof), die grüne Ader (die Rampe entlang der abgestuften Fassade), die Blätter (die begrünten Terrassen) und die Haut (die begrünte Fassade des Gebäudes).

Der Freiraum im Hof mit Spielplatz ist Ausgangspunkt für die grüne Rampe entlang der Fassade. Sie verbindet die ebenfalls begrünten Terrassen miteinander und endet auf dem intensiv begrünten Dach. Auf der größten Terrasse über dem ersten Obergeschoss bieten aufgestellte Hochbeete Platz für Urban Gardening. Die Pflanzgefäße auf den Balkonen sind mit einem Bewässerungssystem und Rankgittern ausgestattet, die eine Begrünung über die Geschosse hinweg ermöglicht. Die Vegetation des Gebäudes wird halbjährlich gewartet, um sowohl die Funktionalität als auch die Ästhetik der Bepflanzung aufrechtzuerhalten.

Bautafel

Architektur: Martin Mostböck und Pesendorfer | Machalek Architekten
Projektbeteiligte: VI-Engineers (Projektentwicklung); Strabag, Bauunternehmen; KS Ingenieure, Wien (Tragwerksplanung, Prüfingenieure); K2 Bauphysik (Bauphysik); TB Freunschlag (Haustechnik); DnD Landschaftsplanung, Wien (Grünplanung)
Bauherr*in: Fair Finance
Standort: Janis Joplin Promenade 14, 1220 Wien, Seestadt Aspern, Österreich
Fertigstellung: 2019
Bildnachweis: VI-Engineers/Fair Finance (© Paul Sebesta)

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