Light – The Natural Force that Makes Things Visible

Light – The Natural Force that Makes Things Visible

Anna Heringer, mit Fotografien von Kurt Hörbst, Fabio Marcato

In Zusammenarbeit mit Zumtobel Group
Lars Müller Publishers, Zürich 2025
128 Seiten, 120 Abbildungen
Format 22,4 x 27,4 cm, Hardcover
Sprache: Englisch und Deutsch

Preis: 40 CHF

ISBN 978-3-03778-797-7

Auf dem Cover ist eine spiralförmige Sonnendarstellung aus Stampflehm zu sehen. Sie gehört zum Nichodemus House auf dem Don Bosco Earth Campus in Ghana, gebaut nach Plänen von Anna Heringer. Das ornamentale Wanddetail verweist auf die zentralen Themen, denen sie sich in LIGHT – The Natural Force that Makes Things Visible widmet: Licht, Material, Klima und die Suche nach ressourcenschonender Architektur. Dabei richtet die deutsche Architektin, Aktivistin und Lehrende ihren Blick nicht nur auf Gebäude, sondern auch auf Menschen, lokale Handwerkstraditionen sowie ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen, die häufig zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Wie eng handwerkliche Prozesse, Architektur und Licht bei Anna Heringer miteinander verbunden sind, zeigt sich schon auf den ersten Seiten exemplarisch an der von ihr mitbegründeten Initiative Dipdii Textiles in Bangladesch. Sie verbindet Textilkunst mit sozialem Empowerment und schafft Arbeitsmöglichkeiten für Frauen im Umfeld von Rudrapur. Beim Bau des Anandaloy Centers in Rudrapur (2020), einem Zentrum für Menschen mit Behinderung, integrierte sie von Beginn an Räume für die Stickerinnen und Schneiderinnen. Der Entwurf folgt ihrer ressourcenschonenden Bauweise aus lokalen Materialien wie Lehm, Bambus und Holz. Geflochtene und perforierte Strukturen übernehmen dabei sowohl funktionale Aufgaben des Sonnenschutzes und der Belüftung als auch gestalterische, indem sie durch das Zusammenspiel von Licht, Schatten und ihrer ornamentalen Ausformung die atmosphärische Qualität der Innenräume prägen.

Im Mittelteil des Buches wird anhand weiterer Beispiele in Europa, Asien und Afrika gezeigt, wie Heringer natürliche Belichtung nutzt. An der METI School fällt Tageslicht durch transluzente, farbige Sari-Textilien und erzeugt bunte Schattenwirkungen. Beim DESI Training Center bestimmen geflochtene Bambusstrukturen die Veranden und schaffen lebendige Lichtspiele. Ergänzt durch gespannte, farbige Stoffbahnen entstehen atmosphärisch dichte Räume, in denen Licht, Farbe und Material eine enge Verbindung eingehen. Heringer spricht sich dabei ausdrücklich für das von ihr sogenannte „gefleckte Licht“ aus, das sie als eine der angenehmsten Lichtqualitäten im architektonischen Raum beschreibt.

Neben dem Licht legt sie einen besonderen Fokus auf das Material Lehm, das sie nicht nur aufgrund seiner nachhaltigen Eigenschaften, sondern auch wegen seiner haptischen Qualitäten schätzt. Gerade im Zusammenspiel mit natürlichem oder künstlichem Licht wirke Lehm, so Heringer, weich und beinahe liebevoll. Seine Oberflächen besäßen niemals Härte, was vermutlich auch daran liege, dass sie handwerklich geformt seien. Besonders deutlich wird dies im Projekt Monolith, das sie gemeinsam mit Martin Rauch realisierte. Dort lenken gezielt gesetzte Öffnungen sanftes Licht in die Lehmstruktur und schaffen einen kontemplativen Ort der Ruhe und Entspannung.

Großformatige Fotografien und kleine beistehende Kommentare der Autorin dokumentieren sowohl die fertigen Gebäude als auch deren Entstehung und Nutzung. Dazu gehören Aufnahmen beteiligter Frauen beim Weben, Sticken und Fertigen von Textilien ebenso wie Fotos von Bauarbeiter*innen während der Ausführung. Ergänzt werden diese Darstellungen durch Fotografien von künstlerischen Arbeiten, darunter Wandbehänge, Kleidungsstücke und Teppiche. Architektur, Menschen und handwerkliche Produktion werden dabei gleichwertig nebeneinandergestellt und als zusammenhängender Gestaltungsprozess erzählt. 

Die Publikation macht anschaulich, welche Resultate soziales Engagement und umweltschonendes Planen und Bauen liefern. Ein Teil der Einnahmen des Buches kommt dem Projekt Dipdii Textiles zugute.

Fachwissen zum Thema

Ein semitransparenter Screen reduziert Sonneneinstrahlung und Blendung, lässt Ausblicke zu und erzeugt differenzierte Lichtstimmungen.

Ein semitransparenter Screen reduziert Sonneneinstrahlung und Blendung, lässt Ausblicke zu und erzeugt differenzierte Lichtstimmungen.

Funktionen

Gestaltung von Licht und Schatten

Seit langem ist Holz für Sonnenschutzelemente beliebt, wie dieser Maschrabiyya an einem Nasridenpalast der Alhambra in Granada zeigt.

Seit langem ist Holz für Sonnenschutzelemente beliebt, wie dieser Maschrabiyya an einem Nasridenpalast der Alhambra in Granada zeigt.

Materialien

Holz

Seit jeher in sonnigen Regionen anzutreffen: Pergola, Spalier und andere Formen von Rankgerüsten bieten rankenden Pflanzen wie Weinlaub einen Unterbau und schützen Terrassen und Außenwände.

Seit jeher in sonnigen Regionen anzutreffen: Pergola, Spalier und andere Formen von Rankgerüsten bieten rankenden Pflanzen wie Weinlaub einen Unterbau und schützen Terrassen und Außenwände.

Arten und Formen

Natürlicher Sonnenschutz

Außen liegende Textilien müssen schwerentflammbar und witterungsbeständig sein.

Außen liegende Textilien müssen schwerentflammbar und witterungsbeständig sein.

Materialien

Textilien und Membranen

Surftipps

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