La Caverne du Pont Neuf in Paris

Temporäre Kunstinstallation in Paris

Vom 6. bis 28. Juni 2026 verwandelte der Künstler JR den Pont Neuf, die älteste Brücke von Paris, in eine monumentale, temporäre Höhle. Eine aufblasbare, bedruckte Installation hüllte das Bauwerk ein und machte aus ihm La Caverne du Pont Neuf. Das Projekt ist als Hommage an Christos und Jeanne-Claudes Werk The Pont Neuf Wrapped konzipiert worden, das im Jahr 2025 sein vierzigjähriges Jubiläum feierte.    

Die Installation war als Hommage an Christos und Jeanne-Claudes „The Pont Neuf Wrapped“ gedacht
Entwurfscollage
Entwurfscollage

Mit seiner Intervention rief JR die Arbeit des Künstlerpaares in Erinnerung und präsentierte zugleich seine eigene monumentale Vision einer Stadtlandschaft. Er bewundere das Erbe von Christo und Jeanne-Claude und teile ihre Vorstellung, dass es die Aufgabe der Kunst sei, das Vertraute zu hinterfragen, so der Künstler. Das Projekt wurde durch den Stiftungsfonds L’Amicale des Ponts de Paris ermöglicht. Die Installation wurde durch den Verkauf von JRs Werken sowie durch private Unterstützung finanziert, darunter Snap Inc., Bloomberg Philanthropies, Paris Aéroport und Salesforce.

Nicht nur im Stadtraum hinterließ die Installation starke Bilder, sondern auch der innenliegende Tunnel beeindruckte, durch den Besucher*innen über die Brücke wie durch eine Berghöhle wandern konnten. Die doppellagige Hülle wird per Stützluft in Form gebracht: Das äußere, mit dem Bergmotiv bedruckte Gewebe bedeckt die gesamte Konstruktion bis zu den Sockeln der Brückenpfeiler. Innen befindet sich ein Schlauch, der durch einen Vakuumeffekt (Unterdruck) im Zwischenraum in Position gehalten wird. Auch hier ist das Gewebe bedruckt und schafft so ein immersives Erlebnis für die Besucher*innen.

Der nur 160 g/m2 schwere Stoff wurde teils vorab vernäht und dann über eine Metallkonstruktion gezogen. Diese waren nötig, um angesichts der immensen Größe der Installation an allen Stellen gleichermaßen die Standsicherheit zu gewährleisten. Über die beiden Längsseiten der Brücke gespannt, wurde die Hülle schließlich mit Gurten an den Pfeilern befestigt. 

Unter der äußeren Gewebelage befanden sich 80 Stoffbögen, in die permanent leicht unter Druck stehende Luft eingeleitet wurde. Komplett mit Stützluft ausgefüllt richteten sie die Hülle auf und blieben durch das aufgedruckte Bergpanorama unsichtbar – eine optische Illusion. Insgesamt wurden 18.900 m2 Stoff und 20.000 m3 Luft benötigt. Dank dieser leichten Konstruktion musste die Brücke lediglich 130 zusätzliche Tonnen tragen.

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