Kuppelsanierung am Kohlrabizirkus
Raumgerüst für eine Stahlbetonkuppel in Leipzig
Die ehemalige Großmarkthalle in Leipzig ist besser bekannt als „Kohlrabizirkus“. Nicht nur die frühere Bestimmung, auch die Form führten zum außergewöhnlichen, aber inzwischen etablierten Namen. Zwei markante Kuppeln aus Stahlbeton mit 75 Meter Spannweite krönen die Hallenkonstruktion, die sich auf rechteckiger Grundfläche über 100 x 175 Meter erstreckt. Das Bauwerk wurde Ende der 1920er Jahre errichtet und steht heute unter Denkmalschutz.
Seit 1995 wird hier nicht mehr mit Obst und Gemüse gehandelt, stattdessen erhielten diverse Veranstaltungs- und Freizeitformate Einzug. 2021 erwarb die Stadt Leipzig das Bauwerk und beauftragte eine umfassende Sanierung, die weiterhin eine kulturelle, sportliche und gewerblich-kreative Nutzung ermöglichen soll.
Raumgerüst bis unter das Glasdach der Südkuppel
Anfang 2026 konnte mit der Sanierung der Südkuppel begonnen werden. Für diesen Teilbereich des Kohlrabizirkus sind später Räume für Konzerte, Musicals und Ausstellungen vorgesehen, die an externe Betreiber vermietet werden. Um die notwendigen Arbeiten an der Kuppel vornehmen zu können, wurde ein Raumgerüst installiert, das bis direkt unter das Glasdach reicht. Mithilfe dessen sollen die Glaselemente und die Unterdachkonstruktion der Laterne komplett ausgetauscht werden. Zudem gilt es, die Betonträger zu prüfen und zu sanieren sowie eine neue Verschattungsanlage einzubauen. Da unter der freitragenden Kuppel kein Mobilkran eingesetzt werden konnte, war an dieser Stelle eine außergewöhnliche Baustellenlogistik gefragt.
24 Meter hohe Gerüstlösung
Das Raumgerüst selbst fußt auf einer 27 x 26 Meter großen
Grundfläche und misst etwa 24 Meter in der Höhe. Das beauftragte
Bauunternehmen Glass Ingenieurbau Leipzig erhielt für die
Gerüstlösung vom Unternehmen Peri nicht nur das Material, sondern
auch Unterstützung während der Planungsphase. Die durch B&S
Gerüstbau erfolgte Montage von rund 125 Tonnen Gerüstmaterial
dauerte knapp sechs Wochen, wobei drei bis sechs Handwerker im
Einsatz waren. Da auch für die Gerüstmontage kein Mobilkran
eingesetzt werden konnte, wurde dieser per Hand und lediglich
unterstützt von einem Radlader und Materialaufzug errichtet. Bei
der statischen Planung, der Materialvorhaltung, dem Ablauf der
Montage sowie der Anpassung an die Bauwerksgeometrie kam die
3D-Planung des Herstellers Peri zum Einsatz, sodass alle Schritte
präzise vordefiniert werden konnten.
Das Gerüst selbst besteht aus Peri Up Flex-Bauteilen, die über drei Ebenen verlaufen und bis direkt unter das Glasdach führen. Unterhalb der Kuppel bildet die Gerüstlösung dank ihres metrischen Rasters passgenau die Geometrie ab. In der Mitte ist ein Materialaufzug platziert, der die Baustellenlogistik unterstützt. So ergaben sich auch erst im Nachhinein notwendige Anpassungen an die Planung und den Materialbedarf, wie etwa durch zusätzliche Betonsanierungsmaßnahmen.