Kupferverkleidete Treppe in Osaka
Französischer Pavillon zur Weltausstellung 2025
Mit einem Theater des Lebens präsentiert sich Frankreich auf der Weltausstellung 2025 in Osaka. Das französische Architekturbüro Coldefy und das italienische Studio Carlo Ratti Associati entwarfen dafür einen 3.600 m2 großen Pavillon, eingefasst von 17 Meter hohen, weißen Vorhängen. Statt fester Wände schwingt Stoff im Wind, lange Acrylglasstäbe pendeln von der Decke. Mitten hindurch führt eine schimmernde Treppe die Besucher*innen von dem überdachten Vorplatz auf eine Galerie und hinein ins Gebäude.
In der polierten Kupferverkleidung der Wangen und Untersichten spiegeln sich die Menschen und werden so selbst Teil der monumentalen Bühnenszenerie. Diese große Eingangsgeste mit ihren Metaphern vom flüchtigen Moment, vom gewundenen Weg, von Selbstreflexion und wechselnden Lebensperspektiven bereitet auf das zentrale Ausstellungsthema im Inneren vor: den roten Faden, der alles Leben verbindet.
Rhythmische Klang-Licht-Installation
Für das Ausstellungskonzept ließen sich die Künstlerin Justine Emard und das Designteam von GSM Project von der japanischen Legende des Akai Ito inspirieren: einem unsichtbaren Faden, der – um den kleinen Finger gewickelt – den Menschen schicksalhaft mit allen Wesen verbindet. Aus diesem Bild heraus entwickelten sie die Ausstellung Pulsations. Justine Emard erklärt: „Pulsations zelebriert die unsichtbare Kraft, die den Menschen und seine Umwelt miteinander verbindet.“
Eine rhythmische Klang-Licht-Installation begleitet den Weg durch die szenischen Ausstellungsbereiche. Der Rundgang führt durch den bunt pulsierenden Stableuchten-Himmel, vorbei an historischen und zeitgenössischen Artefakten, Modellen berühmter Sehenswürdigkeiten, Licht- und Videoinstallationen. Den Wendepunkt bildet ein Garten mit Pflanzen und Bildwelten französischer Landschaften. Im Erdgeschoss ist die französisch-japanische Freundschaft Thema.
Stahlkonstruktion als roter Faden
Auch physisch wird der Weg zum roten Faden: als eigenständiger Baukörper, der den gesamten Pavillon durchzieht. Die gewendelte Stahltreppe bildet den Auftakt zu einer auf Stützen gelagerten Konstruktion aus Brücken, Rampen und einer Rolltreppe. Sie ist einheitlich gestaltet – mit polierten Kupferplatten verkleidet, durchgehender Brüstungshöhe, beidseitigen Handläufen und LED-Streifen in wechselnden Farben zur Bodenausleuchtung. Die Stahlkonstruktion mäandert in Schleifen durch das Gebäude, führt dann hinab in den Garten. Wer diesen Weg selbst gehen möchte, hat dazu noch bis zum 13. Oktober 2025 Gelegenheit.
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