Klimaschutz-Konfigurator

Rechenhilfe für das Treibhauspotenzial von Betonbauteilen

Das Klima wird vom CO2-Gehalt der Atmosphäre erheblich beeinflusst. Wie viel des Treibhausgases wird beim Bauen mit Beton ausgestoßen? Konkrete Zahlen für Hochbauprojekte liefert nun der Klimaschutz-Konfigurator des InformationsZentrums Beton (IZB). Die kostenlose, interaktive Arbeitshilfe zeigt, wo bereits in der Planungsphase Einsparpotenziale liegen.

Der Klimaschutz-Konfigurator zeigt, wie sich über die Festigkeitsklasse und den Zement das Global Warming Potential des Betons steuern lässt.
Der Klimaschutz-Konfigurator ist kostenfrei und über die neue Nachhaltigkeitswebsite des Informationszentrums Beton erreichbar.

Als Grundlage dienen Umweltproduktdeklarationen (Enviromental Product Declaration – EPDs) der Betone und Zemente. Diese enthalten Informationen zu den potenziellen Umweltwirkungen und zur Energiebilanz der Bauprodukte über ihren gesamten Lebensweg. Hiermit errechnet der Klimaschutz-Konfigurator das Global Warming Potential (GWP) für das ausgewählte Bauteil, sowie die dazu ausgesuchten Betonfestigkeitsklassen und Zemente. Das GWP, auf Deutsch auch Treibhauspotenzial genannt, sagt aus, wie viel das Bauteil zum Treibhauseffekt in Kilogramm CO₂-Äquivalent beiträgt.

Anwendung

Zunächst wählt man das gewünschte Bauteil aus: Sohlplatte WU, Wände WU, Geschossdecke innen, Geschossdecke außen, Wände innen, Wände außen, Stützen innen, Stützen außen. Abhängig vom gewählten Bauteil lassen sich dann unterschiedliche Parameter definieren, zum Beispiel Form, Bauteilstärke, Querschnitt, Höhe und Frostbedingung. Im nächsten Schritt folgt die Betonauswahl, je nach Bauteil lassen sich bis zu fünf Festigkeitsklassen vergleichen. Optional kann ein individueller Beton hinzugefügt werden. Dazu ist der GWP-Grundwert aus den Hersteller-EPDs nötig. Ein Klick auf den Berechnen-Button startet die Auswertung.

Ergebnisse

Die Ergebnisse erscheinen als Balkendiagramm. Je gewählter Festigkeitsklasse sind vier gelbe Balken zu sehen, die das GWP für vier verschiedene Zementarten anzeigen. Zusätzlich zeigen graue Balken an, wie hoch das GWP ausfallen dürfte, um eines der vier Level des CSC-Systems zu erreichen. Gemeint ist das Zertifizierungssystem des Concrete Sustainability Councils für die Nachhaltigkeit von Beton, Zement, Zusatzstoffen und Gesteinskörnungen. Level 1 beinhaltet eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 30 % gegenüber einem klassischen Portlandzement, Level 4 um mindestens 60 %.

Unter dem Diagramm wird die Detailauswertung als Tabelle angezeigt. Hier ist etwa zu sehen, wie sich die Bewehrung von Stahlbeton im GWP-Wert niederschlägt. Beim Bewehrungsanteil wurden Schätzwerte von Ortbetonkonstruktionen im Wohnungsbau einkalkuliert. Für die weitere Planung kann die Tabelle als Excel-Datei herunterladen werden.

Der Klimaschutz-Konfigurator ist kostenfrei und über die neue Nachhaltigkeitswebsite des Informationszentrums Beton erreichbar (siehe Surftipps).

Fachwissen zum Thema

Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

Herstellung

Betonherstellung und Klimaschutz

2016 wurde das Concrete Sustainability Council gegründet, dessen Zertifikate nachhaltiges Handeln in der Beton- und Zementherstellung ausweisen sollen.

2016 wurde das Concrete Sustainability Council gegründet, dessen Zertifikate nachhaltiges Handeln in der Beton- und Zementherstellung ausweisen sollen.

Herstellung

Zertifizierung des Concrete Sustainability Councils

Surftipps

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