Kinderhaus Kreuzfeld in Altach

Konstruktiver Holzbau aus heimischer Fichte

Durch das wachsende Verkehrsaufkommen hat sich die Sicherheit von Kindern in Wohngebieten deutlich verschlechtert; zusätzlich belasten Abgase und Lärm die Anwohner. Die österreichische Gemeinde Altach in Voralberg hat mit dem Wohnprojekt Kreuzfeld ein autofreies Quartier im Ortszentrum entwickelt. Das Projekt umfasst vier Baukörper und einen bereits realisierten Kindergarten in Holzhybridbauweise. Den ausgeschriebenen Wettbewerb konnten die Architekten Innauer Matt aus Bezau für sich entscheiden.

Westliche Eingangsseite: Die Fassade bildet eine hinterlüftete Holzschalung aus unbehandeltem Fichtenholz.
Quadratische Fenster gliedern die Fassade und sorgen für reichlich Tageslicht im Innenraum.
Der Dachüberstand dient als Wetter- und Sonnenschutz.

Kompakter Baukörper am Rande des Quartiers

Das Kinderhaus Kreuzfeld bietet zwei verschiedene altersgemischte Bereiche mit der Möglichkeit der Ganztagsbetreuung. Der Bereich „Kinderbetreuung” umfasst vier Gruppen für Kleinkinder im Alter von 18 Monaten bis drei Jahren, zum „Kindergarten” gehören zwei Gruppen mit Kindern im Alter von drei bis sechs. Der zweigeschossige, kompakte Bau mit Flachdach und Staffelgeschoss hat eine Gesamtnutzfläche von 1.182 Quadratmetern. Er befindet sich am nördlichen Rand des Grundstücks; vier jeweils viergeschossige Wohnbauten liegen in südwestlicher Richtung, weitere Gebäude könnten im Süden entstehen. Im Norden schließt an den Kindergarten die Zufahrt zur Tiefgarage der gesamten Anlage an. Große außenliegende Spiel- und Gartenflächen befinden sich im Osten und Süden. Erschlossen wird der Kindergarten westlich über einen Vorplatz.

Abwechslungsreiche, lichtdurchflutete Spielflächen

Einladend hell ist das Foyer, welches neben der Verteilerfunktion als Spielfläche dient. Die Mittelzone ist zum Dachraum des Staffelgeschosses offen gestaltet. Über Fensterbänder gelangt ausreichend Tageslicht ins Gebäudeinnere. Im Erdgeschoss befinden sich die Ess-, Bewegungs- und Schlafräume sowie ein Teamraum, ein Besprechungszimmer und das Büro der Leitung. Ein großer Bewegungsraum rechts vom Eingang ist für die Menschen im Quartier multifunktional nutzbar. Im Obergeschoss sind sämtliche Gruppen der Kinderbetreuung auf einer Ebene organisiert, die Flure bieten Bewegungsraum. Vorgelagerte Terrassen und Loggien erweitern die Innenräume auf beiden Geschossen und dienen als zusätzliche witterungsgeschützte Spielfläche im Freien. Ein zentrales Treppenhaus verbindet die Bereiche.


Unbehandeltes Fichtenholz für Innenraum und Fassade

Das Gebäude ist als konstruktiver Holzbau ausgeführt. Das Untergeschoss, die Bodenplatte und der Treppenkern mit Aufzugsschacht sind in Stahlbeton erstellt. Die Tragkonstruktion besteht aus sichtbar belassenen Brettschichtholzträgern im Achsabstand von 2,50 Metern. Für die teilweise tragenden Innenwände kam dreilagiges Brettsperrholz zum Einsatz. Insgesamt wurden rund 115 Kubikmeter Brettschichtholz, 300 Kubikmeter Brettsperrholz und 15 Kubikmeter Konstruktionsvollholz verbaut. Die Fassade bildet eine hinterlüftete, vertikale Holzschalung aus witterungsbeständigem und unbehandelten heimischem Fichtenholz.

Holz prägt auch die Böden, Decken und Wände im Innenraum, wo ebenfalls unbehandeltes Fichtenholz zum Einsatz kam. Bei der Zwischendecke sowie beim Dach ist die Abhangdecke aus heimischer Fichte in zwei Lagen montiert. In der zweiten Lage befinden sich zwischen den einzelnen Latten weiß behandelte Holzwolle-Akustikplatten. Die Möbel sind aus geöltem und weiß lasierten Eschenholz gefertigt. Die Fußböden in den Gängen sind aus geschliffenem Beton mit Fußbodenheizung hergestellt. Die dreifach verglasten Fenster bestehen ebenfalls aus heimischem Fichtenholz. Das Flachdach ist extensiv begrünt und mit einer PV-Anlage ausgestattet.

Bautafel

Architektur: Architekten Innauer Matt, Bezau
Projektbeteiligte: Dobler Holzbau, Waiblingen (Ausführung); Merz Kley Partner, Karlsruhe (Statik)
Bauherr*in: Gemeinde Altach
Fertigstellung: 2023
Standort: Längleweg 1, 6844 Altach, Österreich
Bildnachweis: Dominic Kummer, Andelsbuch

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