Kindergarten in Egg

Holzmassivbau mit hohem Vorfertigungsgrad

Um den Dorfkern von Egg zu beleben und zu verdichten, planten Bernado Bader Architekten einen vierzügigen Kindergarten mit deutlichem Bezug zur Umgebung. Das Dach ist ein Faltwerk mit sechs Giebeln, welches sich gut in das Siedlungsbild der Vorarlberger Gemeinde westlich von Dornbirn einfügt. Das pavillonartige Kinderhaus im Park hat eine Grundfläche von 2.000 Quadratmetern und ist als Holzbau mit hohem Vorfertigungsgrad errichtet.

Lärchenholzfassade und Kupferblechdach: Südlich vom „Kinderhaus im Park” befinden sich weitläufige Außenspielflächen.
Die Gruppen- und Mehrzweckräume sind mit großen Fenstern ausgestattet.
Die Fassade bildet eine hinterlüftete Holzschalung aus witterungsbeständigem, unbehandelten Lärchenholz.

Faltwerk am Bachlauf

An einem Bachlauf erstreckt sich der Kindergarten eingeschossig von Nordwest nach Südost. Von der Landesstraße abgerückt, entsteht am Kopf des Gebäuderiegels ein großzügiger Platz zum Ankommen und Abholen der Kinder. Die zunehmende Gefährdung durch Hochwasser machte eine Schutzbebauung zum nördlichen Bach notwendig. Im Süden befinden sich Außenspielflächen. Die Zufahrt entlang des Bachlaufs erschließt eine Parkgarage im Untergeschoss und nachfolgende landwirtschaftliche Grundstücke. Die dicht gereihten Satteldächer verleihen dem Gebäude ein markantes Erscheinungsbild.


Interne „Dorfstraße“ und „Marktplatz”

An der Nordwestseite ist der Eingang von einem Speiseraum mit integrierter Küche und einem Bewegungsraum flankiert. Dieser Bereich ist flexibel konzipiert und lässt sich zusammenschalten: Als Mehrzweckraum, als Familienzentrum und für kulturelle Veranstaltungen ist er öffentlich nutzbar. Die vier Kindergruppenräume reihen sich entlang einer „Dorfstraße” innerhalb des Gebäudes an der Südseite. Fenster ermöglichen vom Flur aus Einblicke in die Räume. Gegenüber befinden sich die sanitären Anlagen und die Garderoben der einzelnen Gruppen. Ein „Marktplatz” in der Gebäudemitte wird zum zentralen Treffpunkt des Kindergartenlebens. Am Ende der „Dorfstraße“ befinden sich zwei Mehrzweck-Gruppenräume.

Vorgefertigte Elemente aus Brettsperrholz

Der Neubau ist in Holzmassivbauweise aus Brettsperrholzelementen auf einer Tiefgarage aus Beton errichtet. Vorgefertigte Außenwand- und Dachelemente ermöglichten eine kurze Bauzeit. Die Fassade bildet eine hinterlüftete Holzschalung aus witterungsbeständigem, unbehandeltem Lärchenholz. Schmale, aufgesetzte Holzleisten gliedern die umlaufend vertikale Holzschalung. Das Dach ist mit einer Kupferstehfalzdeckung ausgeführt. Den Gruppenräumen ist eine ebenfalls aus Holz errichtete, überdachte Terrasse vorgesetzt, sodass die Kinder witterungsgeschützt im Freien spielen können. 

Hohe Decken, viel Tageslicht und Holzmöbel

Holz prägt auch den Innenraum: Die Wände und Decken sind mit Weißtannenholz bekleidet, für die Böden kamen Holzdielen zum Einsatz oder Lehm-Kasein-Spachtelungen. Große Fenster sorgen für viel natürliches Licht in den Gruppenräumen. Die Deckenhöhen betragen teilweise bis zu sechs Meter. Die Dachschrägen sind mit geschlitzten, schallabsorbierenden Holzplatten und Oberlichtern ausgestattet. Auch die Möbel sind in Holz gestaltet, wie zum Beispiel Tische, Stühle, Regale oder Garderoben. Das Holz wirkt temperatur- und feuchteausgleichend, es wirkt sich daher günstig auf das Raumklima aus.

Bautafel

Architektur: bernardo bader architekten, Bregenz
Projektbeteiligte: Jürgen Haller, Mellau (Bauleitung); Fetz Holzbau, Egg (Zimmermann)
Bauherr*in: Marktgemeinde Egg
Fertigstellung: 2022
Standort: Egg, Österreich
Bildnachweis: Adolf Bereuter

Fachwissen zum Thema

Der Digitalisierungsgrad ist im Holzbau besonders fortschrittlich.

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Planungsprozesse

BIM im Holzbau

Brettsperrholz besteht in der Regel aus kreuzweise miteinander verleimten Lagen von Brettern.

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Baustoffe

Brettsperrholz

Brettsperrholz eignet sich sehr gut für Wandelemente. Um vertikale Lasten optimal abtragen zu können, müssen die Decklagen stehend angeordnet sein.

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Bauteile

Brettsperrholz (BSP) - Massivholzsysteme

Beim Waldorf-Campus in Berlin-Schöneberg (Kersten Kopp Architekten, 2018/2021), einem weitgehend aus vorgefertigten Bauteilen errichteten Holzbau, bestehen die Innenwände und Decken aus Massivholz.

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Holzbausysteme

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