Kalksandstein erfüllt QNG-Anforderungen

Ökobilanzstudie des Bundesverbandes Kalksandsteinindustrie

Nachhaltiges Bauen erfordert eine umfassende ökobilanzielle Untersuchung des geplanten Bauwerks. Diese betrachtet alle verwendeten Materialien über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes hinweg und dient als Grundlage für eine mögliche Zertifizierung – etwa mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Um die nachhaltigste Baustoffwahl für ein Projekt zu treffen, kann ein direkter Vergleich unter gleichen baulichen Bedingungen hilfreich sein. Genau dies leistet die im November 2024 veröffentlichte Studie des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie.

Auszug aus der Studie: Vergleich des Treibhauspotenzials über einen Lebenszyklus von 50 Jahren.
Auszug aus der Studie: Vergleich der nicht erneuerbaren Primärenergie über einen Lebenszyklus von 50 Jahren.

Der ökobilanziellen Untersuchung zugrunde gelegt wurde ein Mehrfamilienhaus mit 17 Wohneinheiten, einmal in Kalksandsteinmauerwerk, einmal in Holztafelbauweise. Bewertet wurden jeweils das Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP) sowie der nicht erneuerbare Primärenergieverbrauch. Beide Bauweisen wurden nach dem Effizienzhausstandard 40 konzipiert, um den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu entsprechen.

Folgende Außenwandkonstruktionen wurden verglichen:

  • Kalksandstein mit Wärmedämmverbundsystem (400 mm)
    Außenputz (10 mm)
    Mineralwolle (200 mm)
    Kalksandstein (175 mm)
    Innenputz (15 mm)
  • Holztafelbau (363 mm)
    Außenputz (2 mm)
    Armierungsmörtel (5 mm)
    Mineralwolle (60 mm)
    Armierungsmörtel (5 mm)
    Gipsfaserplatte (12,5 mm)
    Elastische Steinwolle (180 mm)
    Konstruktionsvollholz (180 mm)
    Gipsfaserplatte (18 mm)
    Gipsfaserplatte (18 mm)
    Holzfaserdämmplatte (50 mm)
    Gipsfaserplatte (12,5 mm)
Für eine gute Vergleichbarkeit wurden die Brandschutzmaßnahmen und die Ausführung erdberührter Bauteile vereinheitlicht. Daher entschied man sich bei der Beplankung der Holzständer für Gipsfaserplatten sowie eine Stahlbetonausführung des Untergeschosses und der Kellerdecke.

Die Studienergebnisse überraschen: Über einen Lebenszyklus von 50 Jahren liegt das Treibhauspotenzial (GWP) des Kalksandsteinbaus mit 21,70 kg CO₂-Äqu./m²a nur geringfügig über dem der Holzkonstruktion (Differenz: 1,16 kg). Damit ist Kalksandstein QNG-förderfähig. Auch beim nicht erneuerbaren Primärenergieverbrauch unterschreitet Kalksandstein den QNG-Grenzwert von 96 kWh/m²a und erfüllt damit die Anforderungen für Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder den Klimafreundlichen Neubau (KFN).

Die vollständige Studie kann auf der Webseite des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie heruntergeladen werden (siehe Surftipps).

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