Josef Frank – Spaces

Josef Frank – Spaces

Mikael Bergquist und Olof Michélsen (Hrsg.)

2. Auflage 2025
Park Books, Zürich
Texte in englischer Sprache
144 Seiten, 58 farbige und 157 s/w-Abbildungen, gebunden
Format 14 x 23 cm

Preis: 38 EUR

ISBN 978-3-03860-018-3

Josef Frank (1885 Baden bei Wien -1967 Stockholm) gilt als einer der bedeutendsten Architekten und Designer der frühen Moderne. International bekannt wurde er, als Ludwig Mies van der Rohe ihn 1927 als einzigen Österreicher mit einem Entwurf zur Weissenhofsiedlung einlud. 1933 emigrierte er vor der wachsenden Bedrohung durch die Nationalsozialisten zusammen mit seiner Ehefrau Anna, einer Schwedin, nach Stockholm. Seine Möbel- und Textil-Entwürfe für die schwedische Firma Svenskt Tenn werden noch heute produziert. 1941 floh er weiter nach New York und kehrte erst 1947 nach Schweden zurück.  

Die beiden schwedischen Architekten Mikael Bergquist und Olof Michélsen analysieren in ihrem Buch Josef Frank – Spaces sechs Wohnhäuser, die Josef Frank zwischen 1924 und 1947 entworfen und teils auch realisiert hat. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei Franks ureigener Haltung, die sich beispielsweise von Mies und Le Corbusier durch den Verzicht auf puritanische Reduktion und ideologische Vorgaben unterschied. Franks Entwürfe wirken auch heute noch elegant-wohnlich mit einem tiefen Verständnis für Wohnqualität als Lebensqualität: „Aber die Regeln für das gute Haus als Ideal ändern sich prinzipiell nicht und müssen nur immer neu betrachtet werden. Wie tritt man in den Garten ein? Wie sieht ein Weg zum Haustor aus? Wie öffnet man ein Haustor? Welche Form hat ein Vorraum? Wie kommt man vom Vorraum an der Garderobe vorbei ins Wohnzimmer? Wie liegt der Sitzplatz zu Tür und Fenster? Wie viele solche Fragen gibt es, die beantwortet werden müssen und aus diesen Elementen besteht das Haus. Das ist moderne Architektur.“ (Original in deutscher Sprache zitiert nach Josef Frank „Das Haus als Weg und Platz", erschienen in: Der Baumeister, Jahrgang 29, 1931, Heft 8, Seiten 316-323)  

Die Komposition verschiedener Raumhöhen und -größen folgt dem menschlichen Maßstab und erinnert an Adolf Loos' Raumplan. Innen und Außen werden mit Dachterrassen und Ausblicken in den Garten zugunsten der Wahrnehmung des Tageslichts verknüpft. So reagieren verschiedenste Fensterformate und -aufteilungen auf die Nutzung und Anordnung von Möbeln, darunter auch voluminöse Sofas mit floral-geometrischen Mustern. Bergquist und Michélsen zeigen diese Prinzipien mit Grundrissen, Ansichten, Schnitten sowie Entwurfsvarianten, Proportionsstudien, Piktogrammen, Renderings und Fotografien. Äußerst spannend ist dabei auch Franks Entwicklung von gestaffelten Kuben zu organisch-biomorphen Volumina, die wie Vorläufer heutiger Blob-Architekturen wirken. -sj  

Fachwissen zum Thema

Beim Begriff Fensterband handelt es sich um eine meist waagerechte Aneinanderreihung von Fenstern, die nur durch Rahmen, Pfosten oder schmale Blindfenster unterbrochen sind (im Bild: zeitgenössische Fensterbänder, Berlin, Gewers Pudewill, 2020).

Beim Begriff Fensterband handelt es sich um eine meist waagerechte Aneinanderreihung von Fenstern, die nur durch Rahmen, Pfosten oder schmale Blindfenster unterbrochen sind (im Bild: zeitgenössische Fensterbänder, Berlin, Gewers Pudewill, 2020).

Fensterarten

Fensterband

Tipps zum Thema

Bücher

Das Glas Haus – Wien 1933. Vertriebene Visionen

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