Intermediate House in Asunción

Zwischenraum mit Schalendach

In Asunción, Paraguay, haben Equipo de Arquitectura den Zwischenraum zum Leitmotiv eines Wohnhauses gemacht. Ob durch das wellenförmige Schalendach, das an die Haltestellen-Architektur von Eladio Dieste erinnert, oder die Aneinanderreihung der Wohnbereiche mit modularen Wänden – das Konzept ist stringent. Jeder Raum dient zugleich als Übergang und lässt die Grenzen zwischen innen und außen verschwimmen.

Das schmale Grundstück ist zwischen den benachbarten Gebäuden eingebettet.
Das Gebäude liegt zurückgesetzt, sodass Platz für eine Parkfläche geschaffen wurde.
Im ersten Wohnblock befindet sich der Quincho.

Haus zwischen Mauern 

Eingebettet in eine schmale Baulücke liegt das Intermediate House mit seinen Außenwänden an den Grundstücksgrenzen. Über rund 115 Quadratmeter erstreckt sich das langgestreckte Gebäude auf der 190 Quadratmeter großen Parzelle. Zwischen zwei Wohnblöcken befindet sich ein zentraler Hof. Vor dem Gebäude schafft der zurückgesetzte Eingangsbereich Platz für zwei Parkplätze, während auf der straßenabgewandten Seite ein versteckter Garten liegt. 

Die Sichtschutzmauern zu den benachbarten Grundstücken dienen gleichzeitig als Außenwände, sodass die Längsseite des Gebäudes fensterlos ist. Anstelle von Öffnungen sind in das Sichtmauerwerk Einbaumöbel integriert, die die unterschiedlichen Nutzungsbereiche im Haus markieren. Stahlträger überspannen die Möbel und Außenwände und tragen das wellenförmige Gewölbe. 

Fließende Übergänge

Das längs ausgerichtete Dach unterstreicht die additive Anordnung des Grundrisses. Im ersten Wohnblock befindet sich der Quincho, ein in spanischsprachigen Ländern Lateinamerikas üblicher überdachter Freiluftpavillon, der als geselliger Treffpunkt dient. Im Intermediate House fungiert der Raum als Empfangsbereich und formale Sitzecke.

Zwischen Quincho und dem zweiten Wohnblock liegt der zentrale Innenhof. Natursteine und üppige Bepflanzung kennzeichnen den Übergang von Innen nach Außen. Ein großer Mangobaum überragt das Gewölbe und spendet dem teils überdachten Bereich zusätzlichen Schatten. Hinter dem Hof liegt der Ess- und Wohnbereich mit Küche. Die Küchenzeile ist in die Einbaumöbel integriert und kann bei Bedarf hinter einer schlichten Holzwand verschwinden. Eine modulare Wand trennt den Wohnbereich vom Schlafzimmer, an dessen Querseite eine Glasfassade das Gebäude zum versteckten Garten öffnet.

Licht und Luft 

Trotz der fehlenden Fensteröffnungen in den Außenwänden ergibt sich ein Spiel aus Licht und Schatten. Das Tonnengewölbe und die Höfe sorgen für wechselndes Tageslicht im Innenraum, zusätzlich lässt sich die Beleuchtung durch die modularen Wände variieren. Die Ziegel-Architektur mit der Querlüftung durch das Schalengewölbe sorgen für einen natürlichen Wärmeschutz. Eine zusätzliche Belüftung ermöglicht das licht- und luftdurchlässige Filtermauerwerk der Straßenfassade.

Das stringente Konzept und die vernakulären Bauweise zahlen sich aus: Für die klimafreundlichen Ansätze und die Verwendung einfacher Materialien wurde das Intermediate House mit dem Brick Award 2024 ausgezeichnet.

Bautafel

Architektur: Equipo de Arquitectura, Paraguay
Projektbeteiligte: Lucila Garay, Villeta, Paraguay (Landschaftarchitektur); Saccaro, Caxias do Sul, Brasilien (Innenaustattung); Gabriel González (Metallarbeiten); Marcial Careaga (Tischlerei); Orlando Zacarías (Glas)
Bauherr*in: privat
Fertigstellung: 2021
Standort: Asunción, Paraguay
Bildnachweis: Federico Cairoli (Fotos) und Equipo de Arquitectura (Prozessfotos und Pläne)

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