Innovationsbogen in Augsburg

Eine runde Sache

An einen Sonnenaufgang über der oberschwäbischen Hochebene soll der Innovationsbogen erinnern und als Tor zum neuen Augsburger Forschungs- und Industriecampus dienen. Das sechsgeschossige Bürogebäude von Hadi Teherani fügt sich trotz extravaganter Form in den Innovationspark ein. Dabei soll es nicht nur als visueller Lockvogel für wirtschaftlich relevante Unternehmen dienen, sondern auch ein Aushängeschild für den Standort in puncto Nachhaltigkeit sein. Teherani vereint in seiner Architektur geradliniges Design mit recycelten Materialien und einer extensiven Dachbegrünung.

Eine Fassade aus recycelten Aluminiumelementen ermöglichte eine präzise und ressourcenschonende Planung.
Durch die ausschließliche Verwendung von Sekundäraluminium gilt der Innovationsbogen als Pilotprojekt.
Die Vorfertigung ermöglichte eine genaue Planung und einen ressourcenschonenden Einsatz von Baustoffen.

Neue Arbeitswelten 

Geworben wird mit einem New-Work-Konzept – auf sechs Etagen bietet der Innovationsbogen eine flexible Arbeitsumgebung mit offenen Räumen, Einzelbüros und Gemeinschaftsflächen. Neben Dachterrassen auf jeder Etage soll ein durchdachtes Akustik- und Beleuchtungskonzept für das Wohlbefinden der Nutzer*innen sorgen. Als besonderes Highlight gelten die Büroflächen im fünften Geschoss mit ihren zu beiden Seiten abgerundeten Außenwänden und einem Blick über die Berge. Im Untergeschoss des Gebäudes befinden sich 220 Stellplätze sowie 70 E-Ladestationen und 220 Fahrradplätze.

 

Geradlinige Fassadengestaltung 

Die Fassade des Innovationsbogens besteht aus vorgefertigten, recycelten Aluminiumelementen, die eine ressourcenschonende und präzise Planung ermöglichten. Dank der Vorfertigung wurde der Materialeinsatz optimiert und Baustoffe konnten bedarfsorientiert eingesetzt werden. Zusätzlich ist das Austauschen einzelne Elemente nach ihrem Lebenszyklus sowie ein sortenreine Rückbau der gesamten Fassade gewährleistet. Durch die ausschließliche Verwendung von Sekundäraluminium gilt der Innovationsbogen als Pilotprojekt.

Geneigtes Gründach 

Kontrastierend zur nüchtern-geradlinigen Fassadengestaltung wirkt das wilde Gründach. Die Schrägdachbegrünung mit Solarpaneelen trägt zugleich zu den Bestrebungen für eine klimagerechte Architektur bei: Durch ihre Dämmeigenschaften unterstützt sie die Energieeffizienz des Gebäudes und fungiert als wichtiger ökologischer Faktor. Die Begrünung verbessert das Mikroklima, reduziert die Aufheizung des Gebäudes und schafft Lebensraum für Pflanzen und Insekten.

 

Geneigte Gründächer erfordern bereits in der frühen Planungsphase besondere Aufmerksamkeit. Dachneigung, Konstruktion, Aufbau, Statik und die notwendigen schubsichernden Maßnahmen müssen auf das gewünschte Vegetationsbild abgestimmt werden. Der Innovationsbogen wurde mithilfe eines Schubsicherungssystems realisiert: Hierbei kommen Schrägdachplatten aus druckstabilem, expandiertem Polystyrol (EPS) zum Einsatz, die mit Wasserspeicherkammern, Überlauffunktion und hoher Drainfähigkeit ausgestattet sind. Sie werden direkt auf ein Trenn-, Schutz- und Speichervlies verlegt und mit Extensivsubstrat verfüllt. Vorkultivierte Vegetationsmatten bilden die oberste Schicht und ermöglichen ein schnelles Wachstum der Pflanzen. Die extensive Begrünung umhüllt den Innovationsbogen vom Erdgeschoss bis zur obersten Etage.

Bautafel

Architektur: Hadi Teherani
Projektbeteiligte: Dachbegrünung Garten-Mose, Kusterdingen (Begrünung); Eger & Partner Landschaftsarchitekten BDLA, Augsburg (Freiraumplanung); Optigrün international (Begrünungssystem)
Bauherr*in: WALTER Beteiligungen und Immobilien AG (WBI)
Standort: Karl-Drais-Straße, 86199 Augsburg
Fertigstellung: 2023
Bildnachweis: Optigrün international

BauNetz Architekt*innen

Fachwissen zum Thema

Wegen der potenziellen Schadensrisiken werden auflastgehaltene Montagesysteme für die PV-Anlage bevorzugt. Hier als Beispiel für auflastgehaltene Solargründächer auf der Wohnbebauung Freudenberger Weg in Berlin.

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_Solargründach

Aufbau und Montage von Solargründächern

Begrüntes Schrägdach mit Schubabtrag auf die Unterkonstruktion im Wohnviertel Residenz Central Park in Prag, Architektur: A96 architects, Prag und AED Projekt, Prag

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_Schrägdach

Rutsch- und Schubsicherung

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