Immer mehr Solarenergie in Fernwärmenetzen

Bereits neun Solarenergiedörfer heizen mit der Kraft der Sonne

Fernwärmenetze werden immer häufiger mit Solarwärme gespeist. Deutschlandweit sind derzeit 34 solare Wärmenetze in Betrieb, die von solarthermischen Großanlagen mit einer Gesamtleistung von 44 Megawatt und einer Bruttokollektorfläche von 62.700 Quadratmetern versorgt werden. Die aktuell größte Anlage wird von den Stadtwerken Senftenberg in Brandenburg betrieben. Die Stadtwerke konnten 2018 mit ihrer 8.300  Quadratmeter großen Anlage 4.720 Megawattstunden Wärme für ihr Fernwärmenetz erzeugen. Neuer Rekordhalter werden künftig die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim in Baden-Württemberg sein, die bis 2020 im Rahmen des Modellprojekts SolarHeatGrid 14.800 Quadratmeter Kollektorfläche realisieren. Die CO2-Einsparung des Projekts wird jährlich 3.700 Tonnen CO2 betragen, das entspricht umgerechnet rund 1,6 Millionen Litern Benzin.

34 solare Wärmenetze mit insgesamt 62.700 Quadratmetern Kollektorfläche sind in Deutschland in Betrieb.
Bis 2023 erwartet das Steinbeis-Forschungsinstitut Solites in Stuttgart eine Verdopplung der Anlagenzahl auf 70 Großanlagen.

Von der Solarenergie profitieren auch kleinere Orte. Mittlerweile gibt es in Deutschland neun Solarenergiedörfer. Allein 2018 sind fünf dörfliche Wärmenetze, die mit Sonnenenergie und Biomasse beheizt werden, in Betrieb gegangen. Dazu zählen Randegg und Liggeringen in Baden-Württemberg, Mengsberg in Hessen, Breklum in Schleswig-Holstein sowie Ellern in Rheinland-Pfalz.

Bis zum Jahr 2050 möchte die Bundesregierung den Beitrag der Solarthermie zur Fernwärmeversorgung massiv steigern. Dafür wird eine installierte Leistung von rund 21 Gigawatt benötigt, was einer Kollektorfläche von rund dreißig Millionen Quadratmetern entspricht. Bereits bis 2023 erwartet das Steinbeis-Forschungsinstitut Solites in Stuttgart eine Verdopplung der Anlagenzahl auf siebzig Großanlagen und eine Verdreifachung der Leistung auf 140 Megawatt. Allein im Jahr 2019 werden voraussichtlich weitere 19 Megawatt Leistung mit 23.200 Quadratmeter Kollektorfläche an den Start gehen.

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