Industry Foundation Classes (IFC)

Die Abkürzung IFC steht für Industry Foundation Classes und ist ein offenes Datei-Austauschformat für das Bauwesen. Der weltweit geltende Standard enthält digitale Beschreibungen, also Informationen von architektonischen und technischen Aspekten eines Bauwerks. Dieses Schema dient als gemeinsame Kommunikationssprache von verschiedenen Softwares, ähnlich wie das Dateiformat PDF. Mit IFC lassen sich im Unterschied dazu BIM-Modelle samt der nicht-geometrischen Informationen zwischen den Fachplanenden austauschen, auch wenn sie nicht die gleiche Software verwenden.

Den Modellelementen in den BIM-Planungsprogrammen (Screenshot aus Archicad) können verschiedene Eigenschaftswerte zugeordnet werden. Diese können dank eines Exports als IFC-Datei in verschiedenen Softwares gelesen werden.
IfcDoor als Beispiel für eine BIM-Klasse aus dem IFC-Schema
Beispiel BIM-Objekt als Instanz der Klasse IfcDoor

Entwickelt wurde IFC von buildingSMART, unter deren Federführung er stetig weiterentwickelt wird. Seit der Version IFC4 ist er ein offizieller ISO-Standard nach ISO 16739-1:2024-03: Industry Foundation Classes (IFC) für den Datenaustausch in der Bauwirtschaft und im Anlagenmanagement - Teil 1: Datenschema. Die aktuellste Version ist IFC4.3; die nächste Version 4.4 befindet sich bereits in der Entwicklung und soll Ergänzungen im Bereich Rail und Infrastructure enthalten.

Mit dem herstellerneutralen Datenstandard können Projektbeteiligte ihre jeweiligen 3D-Modelle austauschen, zusammenführen oder auf Kollisionen prüfen – sofern ihre verwendete Software den Import und Export von IFC unterstützt. Insbesondere für die Überlagerung von Modellen unterschiedlicher Gewerke in einem Koordinationsmodell und bei der Arbeit mit Referenzmodellen in open-BIM-Projekten ist IFC unverzichtbar. Mit der Ausarbeitung und Spezifikation des IFC-Schemas hat buildingSMART maßgeblich zur allgemeinen Förderung von open-BIM beigetragen.


Austauschformat für Informationsmodelle 

In der Datenstruktur enthalten ist eine Art Template oder Muster, mit dem unterschiedliche Modellelemente des 3D-Modells definiert werden können – beispielsweise Ebenen, Räume, Wände, Fenster oder Türen – mit den dazugehörigen alphanumerischen Eigenschaften. Das Schema enthält außerdem die Relationen zwischen den Modellelementen; damit können diese etwa zu Systemen (z.B. Trinkwasserinstallation, Zu- / Abluft, ...) oder topologischen Gebäudestrukturen (z.B. Gebäude, Ebene, Raum, ...) gruppiert werden. Neben dem geometrischen 3D-Modell können mit dem Schema auch Raum- und Anlagenbücher über IFC ausgetauscht werden. Die Darstellung, Analyse und Verarbeitung kann je nach eingesetzter Software variieren.

In der Regel wird beim Import oder Export aus einer Softwareanwendung nur eine Teilmenge der Informationen aus dem proprietären Informationsmodell extrahiert. Was in dieser Teilmenge enthalten sein muss, regeln sogenannte Modell-Ansichtsdefinitionen (Model View Definitions, kurz: MVD). Das Transformieren und Exportieren der herstellergebundenen Daten in eine IFC-Datei kann deshalb – bei einem Dateiaustausch zwischen verschiedenen Softwares wie z.B. Archicad und Vectorworks – möglicherweise mit einem Informationsverlust verbunden sein, der jedoch in der Praxis vernachlässigbar ist.

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