Hybrid, Mauerwerk, Beton, Holz, Stahl
Birkhäuser, Basel 2023
128 Seiten, Format 22 × 30 cm
50 farbige Abbildungen, 50 Strichzeichnungen
Broschur, auch als E-Book erhältlich
Preis: 42 EUR
ISBN 978-3-0356-2744-2
Hybrid, Mauerwerk, Beton, Holz, Stahl ist ein detailverliebter Katalog zeitgenössischer Konstruktionsweisen. Herausgegeben von Daniel Mettler, Daniel Studer und Irène von Meiss-Leuthold vom Lehrstuhl für Bautechnologie und Konstruktion der ETH Zürich (BUK ETHZ), analysiert das Buch 25 ausgewählte Schweizer Architekturprojekte. Grundlage für die Analyse sind die rasante Entwicklung des Bauwesens durch neue technische Möglichkeiten, Materialoptimierungen, effizientere Abläufe und steigenden Ansprüchen an die Nachhaltigkeit. Die Ausarbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit Studierenden des BUK ETHZ.
Detaillierter Minimalismus
Anhand von Fotografien und Zeichnungen von Gebäudehüllen untersucht der Katalog Konstruktionen unter anderem von EMI, Caruso St John, Peter Märkli, Meier Hug und Esch Sintzel. Die isometrischen Analysezeichnungen im Maßstab 1:15 werfen ein Blick auf die häufig verborgenen Details des zeitgenössischen Bauens. Kategorisiert sind die 25 Projekte in fünf Bauweisen: Hybrid, Mauerwerk, Beton, Holz und Stahl. Abgesehen von der Einordnung, der Verortung und den Namen der Planenden finden sich auf den ersten 100 Seiten keine weiteren, schriftlichen Informationen. Eine Stringenz, die die Lesenden auf die Folter spannt. Erst am Ende des Buches kontextualisieren drei Essays die Auswahl.
Wie bauen?
In seinem Essay Wie bauen? thematisiert Dr. sc. Lukas Ingold die Komplexität und Vielfalt des Bauens in der aktuellen Architektur. Er argumentiert, dass das Konstruieren über technische Anforderungen hinausgeht und sich im Zusammenfügen unterschiedlicher Interessen und Ideen manifestiert. Nach Ingold sind Konstruktion sowohl stofflich als auch ideell. Die vorgestellten Schweizer Architekturprojekte gewähren Einblicke in diese Verschränkung.
Lebensdauer
Lebensdauer von Prof. sc. Jacqueline Pauli beleuchtet den notwendigen Wandel in der Architektur hin zu einem ökologischen Zeitalter. Pauli fordert, Stoffkreisläufe zu schließen und verfügbare Ressourcen zu nutzen sowie konventionelle Bauweisen und Entwurfsprozesse zu hinterfragen und anzupassen. Dabei spielt die Konstruktion eine entscheidende Rolle für die Lebensdauer und Wiederverwendbarkeit von Baumaterialien und -teilen. Zukünftige Entwürfe sollten demontagefreundlich sein und die Reduktion grauer Energie berücksichtigen.
Ein Plan für die Zukunft
Senem Wicki thematisiert in ihrem Essay Ein Plan für die Zukunft die Herausforderungen und Grenzen des Planens. Sie betont, dass konventionelle, detaillierte Planungen an Bedeutung verlieren, da die Realität durch rasante kulturelle und technologische Entwicklungen komplex und unvorhersehbar ist. Architekt*innen sollten flexible und systemorientierte Ansätze verfolgen, die Raum für Anpassungen lassen. Ein Plan sollte nicht nur eine To-do-Liste sein, sondern eine motivierende Geschichte, die offen genug ist, um auf Veränderungen zu reagieren.
Mit Hybrid, Mauerwerk, Beton, Holz, Stahl schafft das BUK ETHZ ein facettenreiches und tiefgreifendes Nachschlagwerk, das die Verschmelzung von Technik, sozialen, ökologischen und kulturellen Aspekten aufzeigt. Der theoretische Abschluss bietet einen neuen Blick auf die im ersten Moment konventionell wirkenden isometrischen Analysezeichnungen.