Hotel Bohinj in Ribcev Laz

Umbau und neue Gebäudehülle aus Lärchenholz

Im Norden Sloweniens, im Nationalpark Triglav, liegt in unmittelbarer Nähe zum Bohinjer See und mit Ausblick auf die Julischen Alpen das umfassend sanierte Hotel Bohinj. Die neuen Besitzer des Hotels wünschten sich eine nachhaltige Sanierung mit weitreichenden Umbaumaßnahmen sowie eine Verstärkung der Konstruktion. OFIS Architekten aus Ljubljana entwarfen eine markante Verkleidung aus Lärchenholz, die das gesamte Hotel umhüllt und ihm ein neues, modernes Erscheinungsbild verleiht.

Ansicht aus südöstlicher Richtung: Der Eingang und ein Restaurant befinden sich in einem kleinen, vorgestellten Neubau.
Ansicht aus südwestlicher Richtung auf den fünfgeschossigen Gebäudeteil
Die Holzkonstruktion bietet auch einen konstruktiven Schutz gegen Erdbeben, die in dieser Region nicht selten sind.

Neue Fassade aus massivem, gebürstetem Lärchenholz

Das Grundvolumen des Bestands blieb erhalten. Der westliche Teil des zweiflügeligen Gebäudes ist fünfgeschossig, der östliche zweigeschossig. Die Gebäudeflügel treffen in einem stumpfen Winkel von 115 Grad aufeinander. Dem von Süden nach Norden abfallenden Geländeverlauf entsprechend ist das Untergeschoss im Süden ins Erdreich eingebettet, während es an der Nord- und Nordwestseite als Souterraingeschoss mit bodentiefen Fenstern ausgebildet ist.

Die Fachwerkstruktur des Gebäudes wurde erhalten, saniert und durch eine Stahlkonstruktion verstärkt. Eine neue, zweite Fassade ist als massive Holzständerkonstruktion mit einer Vorvergrauungslasur behandeltem Lärchenholz ausgeführt. Die vorgestellte, geneigte und nach unten ausgestellte Holzkonstruktion schafft Raum für überdachte Terrassen und verändert das Erscheinungsbild des Hotels maßgeblich. Zusätzlich bietet sie einen konstruktiven Schutz gegen Erdbeben, die in dieser Region nicht selten sind. Die geometrische, geradlinige Ausbildung der Holzstruktur gibt dem Gebäude ein einheitliches, modernes Erscheinungsbild. Durch die Wahl des natürlichen Baustoffs Holz gliedert sich das Gebäude harmonisch in die Natur ein.

Traditionelle Architektur modern interpretiert

Der Eingang und die Lobby befinden sich in zentraler Lage zwischen den Gebäudeflügeln in einem kleinen Anbau. Das Dach des vorgestellten Neubaus orientiert sich an den leicht geneigten Satteldächern des Altbaus. Dadurch soll ein Bezug zu den umliegenden Berggipfeln hergestellt werden. Bei der Gestaltung der massiven Lärchenholzfassade und der neuen architektonischen Elemente orientierten sich die Planer an der traditionellen Architektur der Region und interpretierten diese neu.

Von der Lobby erreicht man rechterhand das Restaurant und eine Bar. Bodentiefe Fenster mit südlicher Ausrichtung sorgen hier für Tageslicht und schöne Ausblicke. Insgesamt bietet das Hotel 69 Zimmer, die sich über fünf Etagen verteilen. Sie sind unterschiedlich groß und reichen vom Doppel- und Dreibett- bis zum Familienzimmer mit Panoramafenster und Balkon. Im Untergeschoss befinden sich der Wellnessbereich mit Außenpool, ein Club, ein Konferenzraum, ein Ski- und Fahrradraum sowie sanitäre Anlagen.

Viel Holz im Innenraum

Sowohl die Gemeinschaftsräume als auch die Gästezimmer sind von Holz geprägt. Lärchenholz dominiert an Wänden, Decken und Möbeln. Stühle, Bänke, Vorhänge, Polster und Leuchten wurden speziell für das Hotel entworfen. Die Leuchten sind wie Äste gestaltet und in Holz gefertigt. Die Sessel in der Lobby und in den Zimmern bestehen aus Filz, der aus recycelten Plastikflaschen hergestellt wird. Die Fußböden in den öffentlichen Bereichen sind mit großformatigen grauen Steinzeugplatten ausgestattet.

Der Gang zum Zimmer bietet den Gästen ein besonderes Erlebnis: Die langen Korridore sollen einen Spaziergang durch den Bau eines historischen Heuschobers, einem sogenannten Toplar darstellen. Solche Denkmäler slowenischer Handwerkskunst finden sich in Siedlungen rund um das Hotel. Die Wand- und Deckenverkleidungen sowie die Teppichböden sind mit geometrischen Mustern ausgestattet, die der Gestaltung der traditionellen Heuschober nachempfunden sind.

Zur umfassenden Instandsetzung des Hotels gehörte auch die energetische Sanierung. Ziel war eine möglichst effiziente Energienutzung: Als Wärmequelle dienen Wärmepumpen mit Geosonde. Das Hotel verfügt über eine zentrale Steuerung, die auch die Heiz- und Kühlmenge regelt. Die Leuchten sind mit energiesparender LED-Technologie ausgestattet und verfügen über Sensoren, die die Beleuchtungszeit begrenzen.

Bautafel

Architektur: OFIS arhitekti, Ljubljana
Projektbeteiligte: Project PA, Ljubljana (Konstruktion); Pro-elekt, Ljubljana (Elektroplanung); Fojkarfire, Ljubljana (Brandschutzkonzept); Bambi dno, Ljubljana (Heizung, Lüftung, Klimatechnik); Adler-Werk Lackfabrik, Schwaz (Vorvergrauungslasur Lärchenholz)
Bauherr/in: Merlak investicije and Alpinia
Fertigstellung: 2021
Standort: Ribčev Laz 45, Bohinj, Slowenien
Bildnachweis: © Ziga Intihar; Ales Gregoric, Ljubljana

Fachwissen zum Thema

Der konstruktive Holzschutz greift auf den Erfahrungsschatz einer Jahrtausende alten Bautradition zurück. Für Holzhäuser in alpiner Region typisch sind weite Dachüberstände.

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Holzschutz

Allgemeines zum konstruktiven Holzschutz

Holz und auch Holzwerkstoffe bieten eine Vielfalt von Möglichkeiten: Karbonisierte Holztafeln bilden die Fassade des Baugruppenhauses Frizz23 in Berlin-Kreuzberg (Deadline Architekten, 2019).

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Holz im Außenbereich

Außenwandbekleidungen aus Holz

Tragende Holzbeläge werden üblicherweise in Gebrauchsklasse GK 3.2 eingestuft. Sind Schmutzablagerungen zu erwarten, ist eine Zuordnung in GK 4 vorzunehmen.

Tragende Holzbeläge werden üblicherweise in Gebrauchsklasse GK 3.2 eingestuft. Sind Schmutzablagerungen zu erwarten, ist eine Zuordnung in GK 4 vorzunehmen.

Holz im Außenbereich

Balkone und Terrassen

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