Holzschutz im Dach: Umgang mit alter Bausubstanz
Untersuchung, Stoffe und Gefahrenbegrenzung
Bei einer Dachsanierung können Probleme im Umgang mit alten chemischen Holzschutzmitteln auftreten. Diese wurden oft zur Zeit ihrer Verwendung als unschädlich eingestuft, sind meist von Laien nicht fachgerecht aufgebracht worden und können auch nach Jahren giftige chemische Gase abgeben. Ein Vorgang, der mit dem Begriff „ausgasen“ umschrieben wird. Bei Gebäuden der 1950er- bis 1980er-Jahre ist das Risiko einer chemischen Belastung von Holzbauteilen besonders hoch.
Vor dem Ausbau eines alten Dachbodens ist durch einen Sachverständigen zu prüfen, ob vorhandene Holzbauteile chemisch behandelt wurden. Durch eine Mischprobe (eine geringe Menge Späne von verschiedenen Stellen) lässt sich diesbezüglich Klarheit gewinnen. Der unmittelbare Kontakt mit potenziell gefährlichen Stoffen ist zu vermeiden. Die Sanierung behandelter Dachstühle kann aufwändig und teuer sein. Im Falle eines als Schadstoff deklarierten Holzschutzmittels sind spezielle Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich.
Arten
Die gefährlichsten Varianten des heute nicht
mehr erlaubten Holzschutzes sind:
- DDT (Abk. für Dichlordiphenyltrichlorethan) gilt z. B. als gefährlicher und in Tierversuchen krebserzeugender Stoff, der vor allem auf dem Gebiet der ehemaligen DDR großzügig eingesetzt wurde. Auf Menschen wirkt dieses Mittel als Nervengift.
- Lindan gilt ebenfalls als giftiges Mittel, das auch noch lange nach dem Kontakt erhebliche Beschwerden hervorrufen kann.
- PCP (Pentachlorphenol) gilt als Leber und Nieren zerstörendes Gift, es wurde 1989 verboten.
Gefahrenbegrenzung
Eine Möglichkeit zur Gefahrenbegrenzung ist die Abschottung. Für den Fall, dass als Modernisierungsmaßnahme in einem alten Dachstuhl der Einbau einer energetisch sinnvollen Luftdichtschicht erfolgen soll, würde bei der Verwendung einer geeigneten Dampfbremse ein Ausgasen der Gifte in den Innenraum verhindert. Auch eine Bekleidung mit Platten ist möglich, erhöht jedoch die Traglast. Es gibt zudem verschiedene Verfahren der Reinigung bzw. Dekontaminierung (z. B. gemäß WTA-Merkblatt: Dekontamination von Holzschutzmittel belastetem Holz). Auch das Fraunhofer Institut für Bauphysik forscht in diesem Bereich. Sinnvoll ist eine Raumluftmessung vor und nach der Sanierung.