Hohe Nachfrage nach Wärmepumpen

Trotz sinkender Indexwerte für alle Heizsysteme anhaltend hohes Interesse an Erneuerbaren

Der Ende Februar veröffentlichte DAA WärmeIndex Q4 2022 zeigt ein anhaltend hohes Interesse an Wärmpumpen. Der Nachfrage-Boom bei den Erneuerbaren scheint sich jedoch allmählich zu normalisieren. Zwischen Oktober und Dezember 2022 sank die Nachfrage nach den regenerativen Heizungssystemen Wärmepumpe, Pelletheizung und Solarthermie kontinuierlich, besonders bei Wärmpumpen aber bleibt sie dennoch auf einem hohen Niveau. Das abnehmende Interesse an allen Heizungssystemen ab Oktober 2022 könne laut DAA an den steigenden Zinsen sowie an der volatilen und unvorhersehbaren Marktsituation liegen.

Der direkte Vergleich von fossilen und erneuerbaren Heizungen zeigt, dass die Nachfrage nach Erneuerbaren zwar gesunken ist, dennoch auf einem höheren Niveau liegt.

Insgesamt werden erneuerbare Energie nach wie vor deutlich stärker nachgefragt als fossile. Unter den fossil betriebenen Systemen ist allenfalls die Ölheizung die Gewinnerin, noch vor den Gasheizungen. Diese Entwicklung könnte darauf zurückzuführen sein, dass ab 1. Oktober 2022 die Umsatzsteuer auf den Gasverbrauch von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde. Der Handlungsdruck zum Einbau einer neuen, sparsameren Gasheizung ist damit deutlich gesunken. Für diese These spricht auch, dass die Nachfragen nach Gasheizungen im Dezember nochmals zurückgegangen sind, während es für alle anderen Systeme aufwärts ging.

Eine besondere Entwicklung hat sich in der letzten Dezemberwoche 2022 abgezeichnet, in der alle Heizsysteme (bis auf die Gasheizung) einen kleinen Nachfrageschub erhalten haben. Dies bestätigt auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), wo im Dezember 2022 noch einmal rund 45.000 Förderanträge eingegangen sind – ein hoher Anteil davon für Wärmepumpen. Ebenso ist im WärmeIndex ablesbar, dass die Nachfrage nach Wärmpumpen in der letzten Dezemberwoche deutlich um 30 Indexpunkte anstieg, zeitlich mit der Nachfrage nach Ölheizungen (25 Indexpunkte).


Einordnender Vergleich

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich einiges geändert: Zwar stieg auch 2021 die Nachfrage nach allen Heizungssystemen in der letzten Dezemberwoche. Den größten Nachfrageanstieg verzeichnete allerdings die Pelletheizung, gefolgt von der Gasheizung und der Wärmpumpe. Die geringste Steigerung zeigten damals die Solarthermie und die Ölheizung. Aber auch damals lag die Nachfrage nach Wärmpumpen deutlich über der nach allen anderen Heizungsarten.

Ein vergleichender Blick auf die Entwicklung erneuerbarer und fossiler Heizungen zeigt, dass sich die Nachfrage nach Erneuerbaren im vierten Quartal stärker abgeschwächt hat. Im Gesamtergebnis gab es eine Abkühlung um 80 Indexpunkte, die regenerativ betriebenen Energiesysteme aber werden deutlich stärker nachgefragt als die fossil betriebenen. „Wir erwarten im kommenden Jahr eine weiterhin stabil hohe, wenn auch im Vergleich zu 2022 gedämpfte Nachfrage nach allen Heizungssystemen. Der Schwerpunkt wird in Anbetracht der staatlichen Förderkulisse weiterhin auf dem Interesse an regenerativ betriebenen Heizungssystemen liegen“, sagt Rolf Steingrube, einer der DAA-Geschäftsführer.

Methodik der Analyse

Der DAA WärmeIndex basiert auf den Anfragen nach Heizungssystemen, die auf den Portalen von DAA abgegeben wurden. Betrachtet werden Öl- und Gasheizungen sowie Wärmepumpe, Solarthermie und Pelletheizung. Damit will der Index Aufschluss über das aktuelle Interesse an erneuerbar und fossil betriebenen Heizungssystemen geben, diese gegenüberstellen und so Einblick in den Markt ermöglicht.

Quelle: DAA, Hamburg

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