Hörtipp: Zement, CO2 und CCS

Podcastfolge über Carbon Capture and Storage (CCS) in der Baupraxis

Zement ist aus dem Bauwesen nicht wegzudenken. Gleichzeitig zählt seine Herstellung zu den größten industriellen Kohlendioxidquellen weltweit. Wie sich mit diesem Widerspruch umgehen lässt, thematisiert Alexandra Busch in Folge 61 ihres Podcasts Architektourist mit dem Titel Zement, CO2 und CCS – was evoZero für die Praxis bedeutet.

Blick auf die Ofen- und Schornsteinanlagen des Zementwerks Brevik. Die Emissionen entstehen überwiegend prozessbedingt bei der Klinkerherstellung.
Der Kohlendioxidabsorber der CCS-Anlage in Brevik. Hier wird das Kohlendioxid aus dem Abgasstrom abgeschieden, bevor es weiterverarbeitet und gespeichert wird.
Anlagenteile der CCS-Technologie im Zementwerk Brevik. Die Integration erfolgt direkt in den laufenden Produktionsprozess.

Zu Beginn führt der Podcast gedanklich nach Brevik in Norwegen, wo der Baustoffhersteller Heidelberg Materials CO2 direkt im Zementwerk abscheidet, verflüssigt und zur Speicherung weiterleitet. Von dort spannt sich der Bogen zu den Gästen dieser Folge: Dr. Stefanie Weidner (Werner Sobek) und Dr. Robert Bachmann (Heidelberg Materials). Sie sprechen mit Alexandra Busch über evoZero, einen bilanziell CO2-neutralen Zement, und über Carbon Capture and Storage (CCS) zum Ausgleich prozessbedingter Emissionen.

Gemeinsam diskutieren sie die Konsequenzen für Planung und Baupraxis. In seinen materialtechnischen Eigenschaften unterscheidet sich evoZero nicht von herkömmlichem Zement, sodass Planung, Ausschreibung und Ausführung nicht umgestellt werden müssen. Ein weiterer Fokus liegt darauf, wie sich CO2-Einsparungen nachvollziehbar dokumentieren und bilanzieren lassen, etwa im Kontext von ESG-Berichten, Scope-3-Betrachtungen und Finanzierungsanforderungen.

Darüber hinaus ordnet die Folge das Abscheiden von Kohlendioxid (Englisch: Carbon Capture) in den größeren Zusammenhang aktueller Transformationsstrategien ein. Deutlich wird, dass CCS weder die alleinige Lösung noch ein Ersatz für Suffizienz, Materialreduktion oder zirkuläre Konzepte sein kann. sondern als ergänzendes Instrument dort, wo Emissionen technisch kaum vermeidbar sind. Gerade für Beton, der in vielen Bauaufgaben unverzichtbar bleibt, eröffnet dieser Ansatz neue Handlungsspielräume.

Die Folge richtet sich an alle, die sich mit der Rolle von Beton im klimabewussten Bauen auseinandersetzen. Sie verbindet technisches Grundlagenwissen mit konkreten Fragen aus dem Projektalltag und zeigt, wo Chancen liegen, wo Skepsis angebracht ist und welche Standards noch fehlen. Zu finden ist der Podcast auf den gängigen Audioplattformen sowie auf der Architektourist-Webseite (siehe Surftipps).

Fachwissen zum Thema

Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

Dem hohen CO2-Ausstoß bei der Produktion des Bindemittels Zement steht die lange Haltbarkeit von Betonkonstruktionen gegenüber (Bild: Zementwerk in Berlin).

Herstellung

Betonherstellung und Klimaschutz

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

In der Beton- und Zementindustrie wird damit begonnen, Kohlendioxid mit Anlagen wie diesen abzuscheiden, zu komprimieren und abzutransportieren.

Herstellung

Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)

Tipps zum Thema

News

Dreimal 3D-gedruckt

News

Kohlendioxidspeicher im Meeresgrund

Surftipps

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
BauNetz Wissen Beton sponsored by:
Deutsche Zement- und Betonindustrie vertreten durch das
InformationsZentrum Beton | Kontakt 0211 / 28048–1 | www.beton.org