Hörtipp: Was ist eine serielle Sanierung?

Begriffserläuterung im Morgenbau-Glossar

In Deutschland und Österreich wird vielen Bauten ein hoher Energiebedarf bescheinigt. Dieser soll durch eine neue Dämmschicht sinken – und das möglichst schnell. Ein Verfahren dazu heißt Serielle Sanierung. Was eine solche Sanierung so besonders macht und welche Vorteile sie bietet, dem geht Anne Isopp in ihrem Podcast Morgenbau-Glossar nach. In der Folge Was ist eine serielle Sanierung? kommen gleich mehrere Expert*innen zu Wort: die Architektinnen Silja Tillner (Tillner Willinger) und Ulla Unzeitig (Innovationslabor Renowave), der Architekt Christof Weissenseer (Weissenseer Holzbau) und Martin Ploss vom Energieinstitut Vorarlberg.

Es wird anschaulich erläutert, dass Serielle Sanierung mit einem hohen Vorfertigungsgrad verbunden ist. Auf Basis eines oftmals digitalen 3D-Aufmaßes des Bestandsgebäudes werden „maßgeschneiderte“ Fassaden- und Dachelemente industriell hergestellt. Neben der Dämmung können darin auch Haustechnikkomponenten wie Leitungen oder sogar Wärmepumpenmodule integriert sein. 

Martin Ploss verweist darauf, dass die Serielle Sanierung in den Niederlanden schon seit mehr als zehn Jahren angewendet wird, vor allem bei Mehrfamilienhäusern. Doch auch andere Gebäude lassen sich so sanieren. Die Vorteile der Bauweise, so erläutert Anne Isopp, liegen in einer verkürzten Montagezeit auf der Baustelle. Nicht nur die Kosten sinken, auch werden die Bewohner*innen weniger belastet. Dazu ist eine gleichbleibende Ausführungsqualität erreichbar, aufgrund der Fertigung unter kontrollierten Bedingungen.

Im Podcast ist von positiven Erfahrungen aus der Praxis zu hören. Christof Weissenseer berichtet von der Sanierung eines sechsgeschossigen Mehrparteienhauses in Berlin mit vorgefertigten Holzelementen, die innerhalb von nur zwei Monaten abgeschlossen wurde. Die Architektin Silja Tillner weist aber auch auf die Schwierigkeiten hin, die bei Gebäuden mit komplexer Kubatur oder Denkmalschutzauflagen auftreten. Dies erläutert sie anhand eines Forschungsprojekts zur Sanierung von Gebäuden mit hohem Glasanteil sowie anhand der Sanierung einer Schule aus den 1990er-Jahren.

Das Bauwende-Glossar wird produziert im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Das vermittelte Grundlagenwissen macht den Podcast nicht nur für Fachleute hörenswert, sondern auch für interessierte Laien. Alle Folgen lassen sich über die Morgenbau-Webseite sowie über die gängigen Audioplattformen abspielen. Weitere Informationen zu den vorgestellten Projekten finden sich in den Shownotes (siehe Surftipps.)

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