Hochbeete

Container Garden, Parklet, Blumenkasten, Pflanzenroller, Frühbeet

An Orten, an denen ein Garten angelegt werden soll, jedoch der Boden versiegelt oder von der Konsistenz ungeeignet ist oder nur vorübergehend genutzt werden kann, bieten sich Hochbeete an.

Die bepflanzten Behälter ähneln Kübeln, Trögen und Blumenkästen. Sie sind oft selbstgebaut aus recycelten und upcycelten Materialien.
Häufig zu sehn sind Kästen aus alten Brettern, Bottiche und Wannen aus Kunststoff, verzinkte Metallkästen und Fässer ebenso wie Materialmischungen. Im Bild: Ein rollbares „Trogbeet“ in Berlin Prenzlauer Berg
In Baumärkten ist eine große Vielfalt an vorgefertigten Hochbeeten erhältlich. Im Bild: Ein Hochbeet aus Corten-Stahl im Meat Packing District, New York City

Abmessungen

Hochbeete sind bepflanzte Behälter und ähneln typologisch Kübeln, Trögen und Blumenkästen. Allerdings können sie mit Abmessungen bis zu 2,00 x 1,50 m und Höhen ab 60 cm bis zu 90 cm wesentlich größer sein.

Material, Recycling, Upcycling, Vorfertigung

In Gemeinschafts-, Nachbarschafts-, Community-, Allmende-, Stadtteil- und interkulturellen Gärten sind diese Behälter meist selbstgebaut aus recycelten und upcycelten Materialien und mobilen Gefässen. Beliebt sind beispielweise aus Altholz-Brettern und Bohlen gebaute Kästen, Bottiche und Wannen aus Kunststoff, verzinkte Metallkästen und Fässer ebenso wie verschiedenste Materialmischungen wie Säcke und Bigbags in Halterungen aus Drahtgitter. Als Verzierungen und Ergänzungen finden sich oft Fähnchen, Girlanden, Windräder, farbige Schürzen, Rahmen und Kanten aus Cortenstahl, Tafeln für Beschriftungen, Vogelhäuser und Insektenhotels.

Bei der renommierten altehrwürdigen Chelsea Flower Show in London wurde zuletzt sogar die Kategorie Container Garden bei den Schau- und Themengärten eingeführt für sogenannte raised beds und kleine capsule gardens. In der Veranstaltung im Jahr 2023 werden beispielsweise bepflanzte Zinkmülleimer und japanische Yakisugi-Holztröge präsentiert, also mit schwarz geflammten und durch die Karbonisierung widerstandsfähig gemachten Oberflächen.

In Baumärkten ist eine große Vielfalt an vorgefertigten Hochbeeten erhältlich, darunter auch Sonderformen wie Blumenkästen auf Stelzen oder vertikale Steck- und Stapelsysteme bis zu sogenannten Outdoor Sets, die schon Gewächshäusern und kleinen Wintergarten entsprechen.

Berliner Parklets

Hochbeete sind auch wesentlicher Bestandteil des Berliner Parklet-Programms, in dem PKW-Stellplätze zu Kleinstgärten gewandelt werden. Die Bepflanzung und Pflege erfolgt ehrenamtlich durch die jeweilige Nachbarschaft, die das Parklet als grünen Treffpunkt nutzen soll. Ein Parklet gilt als Stadtmöbel und besteht aus einem hölzernen Baukastensystem mit einer aufgeständerten Terrasse, Bänken und Hochbeeten in der ambivalenten Rolle als Garten und Barriere zur Fahrbahn und den angrenzenden Parkplätzen. Vergleichbare Projekte wurden u.a. in Stuttgart und München initiiert.


Schichtenaufbau und Pflanzenauswahl

In den Hochbeeten werden mehrere Schichten mit verschiedenen Funktionen angeordnet. Zuunterst ist ein Abstandshalter zum Boden vorzusehen, der gleichzeitig als Wurzelbarriere wirkt, sowie eine Drainage zur Vermeidung von Staunässe und Schimmel. Schutzgitter respektive Folienbänder verhindern ein Eindringen von Mäusen, Ratten und Schnecken. Gartenabfälle erzeugen durch die Verrottung Wärme, welche sich im Bereich der Wurzeln positiv auswirkt und das Wachstum anregt. Blumen-, Pflanzen- und Komposterde speichert Feuchtigkeit und ist mit Nährstoffen angereichert.

Essbare Pflanzen und Zierpflanzen

In Hochbeeten werden Obst und Gemüse als essbare Pflanzen angebaut und geerntet, darunter besonders beliebt Tomaten, Karotten, Paprika, Zucchini, Erdbeeren, Spinat, Radieschen, Salate wie Rauke, sowie Kräuter. Ebenso geeignet sind Zierpflanzen wie beispielsweise Tulpen, Zierlauch, Rittersporn, Lilien und Gräser.

Frühbeet, Winter- und Hitzetauglichkeit

Wenn Hochbeete im Februar oder März mit einer transparenten Abdeckung ausgestattet werden, also mit einem sonnendurchlässigen Schutz vor Frost, spätem Schnee, Stürmen und Hagel, können sie als Frühbeete in der Art von kleinen Treibhäusern genutzt werden. Die Zeitspanne der Ernte lässt sich so optimalerweise verlängern.

Sollten weder die Hochbeete selbst noch die darin gepflegten Pflanzen winterfest sein, könnte es sinnvoll sein sie in der Art von Topfgärten oder Kübeln mit empfindlichen Palmen oder Orangenbäumchen nach dem historisch bewährten Prinzip an einen geschützteren Ort zu bringen, nämlich in Orangerien, Palmenhäuser und Wintergärten. Für eine derartige Mobilität können Hochbeete mit Rollen verschraubt, auf Pflanzenroller angehoben oder mit Palettenhubwagen verschoben werden. Eine andere Methode ist das temporäre Einhausen mit Vlies, Stroh- oder Kokosmatten, mit hölzernen Verschlägen oder gläsernen Hüllen aus Falt-, Klapp- oder Schiebeelementen.

Angesichts von zunehmenden Trockenperioden und Hitzewellen könnte eine Kombination aus Mobilität und Schutzhüllen als Sonnen- und Wärmeschutz zukünftig an Bedeutung gewinnen.

Autorin: Prof. Dr.-Ing. Susanne Junker, Berlin

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