Herne Hill House in London

Erweiterung mit Gründach und robusten, puren Materialien

Einen Raum mit starkem Bezug zum Gartenhof und viel Platz zum Kochen, Essen und Entspannen schufen Type Studio als Erweiterung eines typischen Reihenhauses im Londoner Stadtteil Herne Hill. Lebhaftes Sichtmauerwerk charakterisiert den dreigeschossigen Bestand aus viktorianischer Zeit. Dessen rückwärtiger Gebäudeteil zum Hof ist schmaler als das Vorderhaus und ermöglichte einen Anbau in zwei Richtungen.

Betonrahmen und -stütze fangen das Obergeschoss ab; eine Reihe Oberlichter erhellt die Küchenzone.
Glatter Sichtbeton, rotbraune Fliesen und warme Holzoberflächen charakterisieren den Anbau mit starkem Bezug zum Garten.
Holzbank am Schaufenster: Hier ist die Entspannungszone.

Betontragwerk, Holz und rotbraune Fliesen

Die Architekten entwarfen einen markanten Betonrahmen, der auf einer glatten Rundstütze aus Sichtbeton lagert. Rahmen und Stütze tragen den darüberliegenden Seitenflügel des Altbaus, sodass eine Aufweitung des Erdgeschosses an der Südwest- und Südostseite gelang. Zum Garten zeigt der flache Anbau eine helle Holzfassade, die ein quadratisches Schaufenster rahmt, mit Sitzbänken an der Innen- und Außenseite. Eine übergroße, schwenkbare und ebenfalls verglaste Holztür verbindet die neue Wohnfläche mit dem Gartenhof. Der Boden ist durchgängig rotbraun gefliest. Pure und robuste Oberflächen prägen den offen konzipierten Neubau. So haben auch die kleinen Kinder der Bauherrn Platz zum Laufen und Spielen, ohne aus dem Blickfeld zu verschwinden.

Kochen, Essen, Wohnen

Eine hohe Mauer begrenzt das Grundstück gen Südosten. An ihr entlang öffnet sich das Flachdach durch eine Reihe von Oberlichtern, die Tageslicht in die gestreckte Küchenzone führen. Drei Stufen führen von den Wohnbereichen des Altbaus hinab zu dem großzügigen Raum. Ebenso lässt sich der Anbau über einen Korridor direkt vom Hauseingang aus erreichen. Links und rechts des Durchgangs befinden sich – gleichsam als Pufferzone zwischen Alt und Neu – ein WC mit Einbauschrank und ein kleiner Technikraum.

Insgesamt 45 Quadratmeter wurden hinzugewonnen. Gegenüber der Küchenzeile ist Platz für einen langen Esstisch, dazwischen steht als Insellösung eine Arbeitsplatte mit kleiner Bar. Neben der Bank, am Schaufenster, ist ein Einbauschrank mit ausklappbaren Tischen in die Wand integriert.

Stahlträger für ein Gründach
Über einem Teil des neu geschaffenen Wohnraums lagern die Obergeschosse des Seitenflügels, abgefangen durch die Betonkonstruktion. Am Betonrahmen befestigt ist auch das gen Südwesten auskragende, begrünte Flachdach des Anbaus: Gehalten von Stahlträgern, die sich zur Fensterfront verjüngen, oberseitig gedämmt, abgedichtet und mit Extensivbegrünung versehen.

Die Elemente der Gartenfassade bestehen aus Douglasienholz. Eine hohe, kantige Entwässerungsrinne aus hell silberfarbenem Aluminium führt das Regenwasser ab und fungiert als Überdachung der Holzteile. Wie eine geradlinige Attika bildet sie einen formalen oberen Abschluss. -us

Bautafel

Architektur: Type, London
Projektbeteiligte: MONO Urban Space Solutions, London (Bauunternehmen); Blue Engineering, London (Tragwerksplanung); DJG Furniture, London (Schreinerarbeiten)
Bauherr/in: privat
Fertigstellung: 2021
Standort: privat
Bildnachweis: © Lorenzo Zandri

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Gemäß der Dachbegrünungsrichtlinie sind Abflussbeiwerte bzw. Abflusskennzahlen bei der Dimensionierung der Entwässerungseinrichtungen in Ansatz zu bringen. Ausschlaggebend hier sind sowohl die Art der Begrünung (also Extensiv- oder Intensivbegrünung), als auch die Dachneigung (größer oder kleiner als 5°) und die Aufbaustärke des Gründachs.

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Aufgrund von Unterschieden der Regelwerke sollte vorab vereinbart werden, nach welchen Vorgaben die Leistung erbracht wird (Abb.: Baustelle Munch Museum in Oslo; Architektur: Jens Richter, Kassel)

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