Hauptbahnhof Innsbruck

Farbiger, selbstverdichtender Beton

Das Grazer Büro Riegler Riewe Architekten hatte sich im Sommer 1999 in einem Architekturwettbewerb mit ihrem Konzept des Umbaus des Insbrucker Hauptbahnhofes durchsetzen können: Der bestehende Bahnhof mit seinen beiden kleinen und weit von einander entfernten Hallen wurde vollständig abgetragen, an seine Stelle trat die neue 180 Meter lange und 75 Meter tiefe Bahnhofshalle. Dieser 12 Meter hohe Raum wird durch die Struktur von eingefärbten Betonrahmen geprägt, die die transparenten Fassaden tragen. Hier werden schließlich auch die 104 Quadratmeter großen, denkmalgeschützten Wandbilder von Max Wieler platziert, die unter hohem Aufwand von den Wänden der alten Hallen abgenommen wurden. Neben den Service-Einrichtungen der ÖBB werden in der Halle auch Räume für Shopping, Kommunikation und Freizeitgestaltung angeboten.

Eingangshalle
Hauptbahnhof Innsbruck
Gleisseitige Ostfassade

Gerüste und Schalungen

Das in der Ausschreibung geforderte Erscheinungsbild - „durchgehend gleiche Farbgestaltung, exakte, scharfe Betonkanten, Formtreue im Millimeterbereich, keine sichtbaren Anker im Beton und vorgegebene Plattenstöße“ - wurde geliefert, dies konnte nach Fertigstellung zur Zufriedenheit aller Beteiligter festgestellt werden. Farbiger Selbstverdichtender Beton (SVB) ist ein Novum: Fließverhalten, Ausbreitmaß und stabile Mischung sind die wesentlichen Faktoren beim SVB, die exakt eingehalten werden müssen, wenn dazu noch die Farbe kommt. Daher galt die Devise: Qualität geht vor Schnelligkeit, und so wurden alle drei Tage zwei Wandabschnitte von 11,5 Metern mit je 6 m³ farbigem Beton hergestellt.

Schalungstechnisch stellte die Baumaßnahme keine besonderen Ansprüche dar. Je sechs Elemente der Trägerschalung bilden über eine Länge von 12,35 m einen kompletten Abschnitt. Um sichtbare Ankerlöcher zu vermeiden, werden diese innerhalb der zahlreichen Aussparungen der Fassade angeordnet. Diese Aussparungen wurden durch Aussparungselemente aus Mehrschichtenplatten, die mit zwei bzw. drei Schenkeln druckfest ausgekeilt und mit einer Lösevorrichtung vorgefertigt wurden, hergestellt. Dies ersparte ca. 5.000 m² Zuschnitte, die anschließend unbrauchbar gewesen wären. Durch eine spezielle Umsetzhilfe der Baustelle wurden die Aussparungskästen unzerlegt umgesetzt.

Bautafel

Architekten: Riegler Riewe Architekten, Graz
Projektbeteiligte: Alpine – Mayereder, Kematen/Tirol (Rohbau)
Bauherr: Österreichische Bundesbahn, Wien
Fertigstellung: 2003
Standort: Südtiroler Platz, 6020 Innsbruck
Bildnachweis: bahnarchiv.net; Wikipedia

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