Hauptbahnhof in Den Haag

Verglaste rautenförmige Stahlrahmenkonstruktion

Obwohl Amsterdam niederländische Hauptstadt ist, befinden sich der Regierungssitz und das Parlament des Landes in Den Haag. Der Hauptbahnhof der nahe der Küste gelegenen Stadt bildet also einen wichtigen Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs. Rund 190.000 Reisende bewegen sich hier täglich –  für die kommenden zehn Jahre wird aufgrund einer neuen Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Amsterdam und Paris eine Verdoppelung der Passagierzahl prognostiziert. Deshalb wurde die bestehende Bahnhofshalle aus den 1970er-Jahren durch einen Neubau ersetzt, der den gestiegenen Anforderungen gerecht wird und einen architektonischen Akzent im Zentrum von Den Haag setzt. 

Benthem Crouwel Architekten konzipierten den Bahnhof als überdachten städtischen Platz (Südansicht)
Acht stählerne Rundstützen tragen die Dachkonstruktion
Die Halle beherbergt auf zwei Ebenen die Zugänge und Gleisanlagen des Schienenverkehrs sowie die notwendige Infrastruktur für Reisende

Benthem Crouwel Architekten aus Amsterdam konzipierten den neuen Hauptbahnhof als einen überdachten städtischen Platz, der Reisende in einer hellen und freundlichen Umgebung begrüßt. Die 22 Meter hohe und weitgehend transparente Bahnhofshalle umfasst eine Fläche von 120 x 96 Metern, überspannt von einem Dachtragwerk aus Stahl und Glas. Gehalten wird das Dach von acht stählernen Rundstützen, die in zwei Reihen angeordnet sind und sich im oberen Bereich wie die Äste eines Baums verzweigen.

Die Halle beherbergt auf zwei Ebenen die Zugänge und Gleisanlagen des Schienenverkehrs für Zug und Straßenbahn, außerdem die notwendige Infrastruktur für Reisende wie Restaurant- und Serviceeinrichtungen. Die Architekten, die bereits die Bahnhöfe von Rotterdam, Utrecht und Amsterdam entwarfen, planten eine offene und flexible Raumstruktur, in der sich die Besucherströme frei entwickeln können.

Flachdach
Das Dach ist eine markante Stahl-Glas-Konstruktion mit einem Tragwerk, das diagonal zum Grundriss verläuft, sodass sich ein rautenförmiges Muster der Verglasungsfelder ergibt. Die Formen und Reflexionen des Sonnenlichts erzeugen ein interessantes Lichtspiel in der Halle. Die Stahlrahmenkonstruktion, auf der die Verglasung liegt, bildet ein Netz, bei dem jedes einzelne Verglasungsfeld durch Stahlstäbe diagonal ausgesteift ist. Im Zentrum jedes Feldes befindet sich eine Rauch- und Wärmeabzugsklappe, die sich automatisch bei Überhitzung der Halle beziehungsweise im Brandfall öffnet. Die RWA-Klappen wirken zudem als Sonnenschutz und verbessern die Raumakustik in der Bahnhofshalle.

Bautafel

Architekt: Benthem Crouwel Architects, Amsterdam
Projektbeteiligte: Grontmij, Houten (Tragwerksplanung); Strukton Bouw, Amsterdam (Generalunternehmer)
Bauherr: Prorail, Gemeente Den Haag, VROM, Nederlandse Spoorwegen
Fertigstellung: 2016
Standort: Koningin Julianaplein 10, 2595 Den Haag, Niederlande
Bildnachweis: Jannes Linders, Rotterdam

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