Gutachten zum sommerlichen Wärmeschutz

Sonnenschutz macht den Unterschied

Längere Hitzeperioden, steigende Temperaturrekorde – der Klimawandel verändert die Planungsgrundlagen im Neubau wie im Bestand. Eine aktuelle Untersuchung des Ingenieurbüros Prof. Dr. Hauser (IBH) zeigt, wie Gebäude auch in heißen Sommern ohne Klimaanlage bewohnbar bleiben. Im Fokus stand ein Wohnraum mit großer Südfensterfläche. Für die Simulation wurden aktuelle Klimadaten und Prognosewerte für das Jahr 2045 des Deutschen Wetterdienstes genutzt. 2025 wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

Innenliegender Sonnenschutz reduziert die Zeiten, in denen die Raumtemperatur über 26 Grad steigt.
Außenliegender Sonnenschutz ist noch effektiver als innenliegender.
Trotz etwas höherer Wärmeverluste bringen große Glasflächen im Winter Vorteile.

Auftraggeber und Zielsetzung der Untersuchung

Das Gutachten beauftragte die Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG), welche die Interessen verschiedener Branchenverbände und Unternehmen aus den Bereichen Glas, Fenster, Fassaden, Automation und Sonnenschutz vertritt. Das Ingenieurbüro IBH berät unter anderem die Bundesregierung. Ziel war es, Maßnahmen zu ermitteln, mit denen sich bei fortschreitendem Klimawandel der thermische Komfort sichern und der Einsatz energieintensiver Klimaanlagen minimieren lässt.

Außenliegend oder kombiniert: wirksame Strategien gegen Überhitzung

Das Ergebnis ist klar: Entscheidend sind nicht nur die Glasflächen selbst. Hochwertiger außenliegender Sonnenschutz, etwa Rollläden oder Außenjalousien, verhindert eine Überhitzung nahezu vollständig. Auch innenliegender Sonnenschutz kann wirksam sein, wenn er mit Sonnenschutzglas oder einer konsequenten Nachtlüftung kombiniert wird. Wird hingegen ganz auf Sonnenschutz verzichtet, sind deutliche Komforteinbußen vorprogrammiert, unabhängig davon, ob die Glasfläche leicht reduziert wird. Nur bei sehr kleinen Fensterflächen ließe sich darauf verzichten, was jedoch massive Tageslichtverluste nach sich zöge.

Winterlicher Vorteil großer Glasflächen

Für den Winter belegt die Analyse, dass größere Glasflächen trotz etwas höherer Wärmeverluste Vorteile bringen: Die solaren Zugewinne durch Sonneneinstrahlung gleichen die Verluste aus und verbessern zudem die Tageslichtversorgung. Das Gutachten empfiehlt daher, Sonnenschutz als festen Bestandteil der Planung zu begreifen. So lassen sich auch große Glasflächen energieeffizient beherrschen, ohne auf deren Licht- und Wärmegewinne verzichten zu müssen.

Das Gutachten kann kostenlos auf der Webseite der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle heruntergeladen werden (siehe Surftipps).

Studie: Ingenieurbüros Prof. Dr. Hauser (IBH)

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