Glas und Metall

Im Gegensatz zu den Materialien Beton, Stein und Holz arbeiten die Werkstoffe Glas und Metall häufig mittels ihrer physikalischen Eigenschaften im Umgang mit Sonnenlicht. Neben dem sichtbaren Licht ist hier besonders das Spektrum der UV-Strahlung sowie der Infrarotstrahlung als Wärmestrahlung maßgeblich. Folglich richtet sich der Einsatz dieser Materialien nach dem Grad von Reflexion (Fähigkeit, die Strahlen zurückzuwerfen), Absorption (Fähigkeit die Strahlen aufzusaugen) und Transmission (Fähigkeit die Strahlen durchzulassen). Der Grad an Diffraktion, also die Fähigkeit Strahlen zu beugen und im Prinzip auch zu selektieren, spielt bisher eine eher geringe Rolle, wobei sich hier große Potenziale verbergen.

Edelstahl-Behang aus nur fünf Millimeter hohen Microlamellen schützen die Nutzer des Hegau Towers in Singen vor Sonneneinstrahlung und Wärme
Isolierverglasung mit Streckmetalleinlage in der Zentralbibliothek in Seattle/USA
Kupfergewebe zwischen den Glasscheiben der Bibliothek in Des Moines

Als Beispiel für die physikalischen Eigenschaften sei das Wechselspiel zwischen Metall und Glas angeführt. Metalle haben mit ca. 80 bis 96% eine extrem hohe Reflexionsfähigkeit der kritischen Wärmestrahlung und sind somit im Prinzip thermische Spiegel. Glas dagegen transmittiert zwar das Licht im sichtbaren Bereich, absorbiert jedoch die Infrarotstrahlung. Die lagenweise Kombination beider Materialien in Form von beweglichen Jalousien und Lamellen, die im Rauminneren, im Inneren der Glasscheiben, im Zwischenraum von Doppelfassaden und auch außen vor den Fassaden angeordnet sein können, verknüpfen in der Regulierung die äußere Lichteinwirkung und den inneren Lichtbedarf.

Was liegt also näher als beide Materialien zu kombinieren, z.B. mittels Glasbeschichtungen, - bedampfungen, - bedruckungen? Für eine gezielte Lichtlenkung werden metallisch verspiegelte Materialien eingesetzt, z.B. Spiegel, geknickte und gefaltete Lamellen, Prismen, holographische Elemente und Heliostate.

Als Beispiele für besondere Sonnenschutzlelemente und Lösungen aus den Materialien Glas und/oder Metall seien hier die Zentralbibliothek in Seattle/USA von Rem Koolhaas/OMA (Isolierverglasung mit Streckmetalleinlage), das Pariser Institut du Monde Arabe von Jean Nouvel (sich ähnlich einer Blende öffende/schließende Metallornamente) oder ein Bürohochhaus in Barcelona von b720 und R&AS Arquitectos (Sonnenschutzgewebe aus rostfreiem Stahl) genannt.

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