Gewölbefigur aus Ziegeln

Struktur für die Brandwand eines Wohnhauses

Wie die meisten historischen Stadtzentren ist auch die Altstadt des katalanischen Ortes Olot, der in einer Ebene der Vulkanlandschaft Garrotxa liegt, gekennzeichnet durch schmale, verwinkelte Gassen. Da der Mensch des 21. Jahrhunderts es in der Regel luftiger und geradliniger bevorzugt, müssen immer wieder historische Gebäude neuen, breiteren Straßen weichen. Leerstellen und ein Verlust von gewachsener Urbanität sind die Folge. Auch die Hälfte des Hauses Can Sau fiel der neuen Straßenführung zum Opfer. Eine Brandwand, die noch die Spuren der vorherigen Wohnungen offenbart und vier quer dazu verlaufende Wandfragmente, markieren den städtebaulichen Eingriff.

Die Struktur ähnelt dem Querschnitt einer dreischiffigen Basilika, mit einem großen Tonnengewölbe in der Mitte und zwei kleineren, die es seitlich flankieren.
Die halbkreisförmigen Tonnen lasten auf rot lackierten, filigranen Stahlträgern, die in den Trennwänden zwischen den Gewölben verankert sind.
Die rote Hohlziegel mit bündigen Kalkmörtelfugen ergänzen die Wandfragmente des vorherigen Hauses und bilden die Gewölbe sowie die Rückwand der Struktur aus.

Das ortsansässige Architekturbüro Unparalld'Arquitectes hat eine Gewölbestruktur aus Ziegeln entworfen, die der Hauswand als „Notlösung“ vorgestellt wurde und dem Stadtraum nun wieder Form und Charakter verleiht. Die Struktur ähnelt dem Querschnitt einer dreischiffigen Basilika, mit einem großen Tonnengewölbe in der Mitte und zwei kleineren, die es seitlich flankieren.

Rote Hohlziegel mit bündigen Kalkmörtelfugen ergänzen die Wandfragmente und bilden die Gewölbe sowie die Rückwand der Struktur aus. Die halbkreisförmigen Tonnen lasten auf rot lackierten, filigranen Stahlträgern, die in den Trennwänden zwischen den Gewölben verankert sind. Die Lastabtragung wird damit erst auf den zweiten Blick deutlich, dem flüchtigen Betrachtenden scheint es, als ruhten die Gewölbe auf den Wandscheiben. Gelbe Farbe akzentuiert die Sichtkanten der Rundungen. Für die ortsansässigen Maurer war das Projekt eine gute Gelegenheit, die Kunst des Gewölbebaus aus Ziegeln an die jüngere Generation weiterzugeben.

Vier unterschiedlich große Nischen in der Rückwand spielen mit der katholischen Tradition in Fassadennischen Heiligenfiguren einen Platz zu geben. Der bildende Künstler Quim Domene hat die Nischen und die Gewölbe mit katalanischen Fliesenmustern und anderen allegorischen Elementen ausgestaltet, welche die Geschichte des Viertels erzählen.

Mit ihrer Intervention haben die Architekturschaffenden bewusst eine unvollendete und anpassungsfähige Struktur erschaffen, welche den Blick auf die Spuren der früheren Zeit freigibt. Zugleich soll sie zur Aneignung und sozialen Interaktion der Menschen aus dem Viertel animieren.

Bauwerke zum Thema

Krekeler Architekten planten das neue Gewölbe für die Marienkirche Prenzlau nach historischen Vorbildern.

Krekeler Architekten planten das neue Gewölbe für die Marienkirche Prenzlau nach historischen Vorbildern.

Kultur

Gewölbe-Wiederherstellung St. Marienkirche Prenzlau

Das Museum besteht oberirdisch aus neun, unterschiedlich großen, bauchigen Röhren bzw. Gewölben aus Mauerziegeln.

Das Museum besteht oberirdisch aus neun, unterschiedlich großen, bauchigen Röhren bzw. Gewölben aus Mauerziegeln.

Kultur

Jingdezhen Imperial Kiln Museum

Tipps zum Thema

News/​Archiv

Drohnen-Hangars auf der Biennale

News/​Produkte

Neue Methode für Gewölbekonstruktionen aus Ziegeln

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Mauerwerk sponsored by:
KS-ORIGINAL GmbH
Entenfangweg 15
30419 Hannover
www.ks-original.de