Getarnte Fenster

Camouflage, All-Over, Layering

Fensteröffnungen stehen insbesondere bei Gebäuden mit hohen Anforderungen an Sicherheits-, Klima- und Energietechnik häufig in einem Spannungsverhältnis zur Fassadengestaltung. Eine mögliche Strategie zur Auflösung dieses Konflikts besteht darin, Fenster zwar funktional zu integrieren, sie jedoch durch camouflierende Gestaltung visuell zurücktreten zu lassen. Analog zur Tarnung eines Chamäleons erzeugen geometrisch-visuelle Muster – englisch bzw. international Pattern – eine Form der Unsichtbarkeit. Solche Pattern überlagern Fenster und vergleichbare Öffnungen in Form von Verkleidungen, Schichtungen (Layering), Blenden oder Schalen. 

Das Prinzip des All-Over-Patterns weist Parallelen zur bildenden Kunst wie der Op Art auf, etwa bei Victor Vasarely, Bridget Riley oder Yayoi Kusama. Im Bild: Farbige Keramikstäbe, Museum Brandhorst, München, Architektur Sauerbruch Hutton
Perforationen und aussparungsartige Strukturen, wie sie bei Netzen, Geflechten, Gittern oder Lochfassaden auftreten, gewährleisten die Durchlässigkeit von Licht und Luft. Im Bild: Flagshipstore Stella McCartney in Aoyama, Tokyo, Aluminium-Geflecht, Architektur Takenaka Corporation.
Manche Pattern erinnern an Exoskelette von Schalen- und Krustentieren. Im Bild: Pförtnerhaus/Eingangspavillon Park Güell, Barcelona, Architektur Antoni Gaudi

Wahrnehmung und Geometrie

Die Camouflage-Wirkung von Mustern basiert auf physiologischen Mechanismen der visuellen Wahrnehmung, insbesondere auf der erschwerten Unterscheidung von Figur und Grund. Tarnmuster entstehen durch die geometrisch organisierte Wiederholung von Linien, Flächen, Konturen und Farben. Diese Wiederholungen reichen von abstrakt-reduzierten bis hin zu stilisiert-naturnahen Ranken-, Blatt- oder Blütenmotiven. Die zugrunde liegenden Ordnungsprinzipien beruhen auf linearen Reihungen, radialen Rotationen, Symmetrien – etwa Spiegelachsen –, rasterartigen oder wolkigen Streuungen sowie auf gezielten Abweichungen und Brüchen solcher Regelmäßigkeiten. Perforationen und aussparungsartige Strukturen, wie sie bei Netzen, Geflechten, Gittern oder Lochfassaden auftreten, gewährleisten die Durchlässigkeit von Licht und Luft. Abhängig von Größe und Dichte der Öffnungen ermöglichen sie zudem kontrollierte Sichtbeziehungen nach innen und außen. Je nach funktionalen Anforderungen lassen sich diese Fassadenlayer entweder fest montieren oder durch Klapp-, Schiebe- oder Faltmechanismen beweglich ausführen.

Vorbilder  

Das Prinzip des All-Over-Patterns weist Parallelen zur bildenden Kunst wie der Op Art auf, etwa bei Victor Vasarely, Bridget Riley oder Yayoi Kusama. Manche Pattern erinnern an mathematische Skripte, Quell- und Programmcodes sowie an konstruktive Vorbilder wie Ritterrüstungen oder Exoskelette von Schalen- und Krustentieren. Diese Beispiele verdeutlichen auch die Bandbreite, die vom dekorativen Ornament über die Visualisierung mathematischer und digitaler Prozesse bis zu konstruktiv-tragwerkstechnischen Funktionen innerhalb der Fassadenkonstruktion reicht. -s

Fachwissen zum Thema

Türen, die keine Hauseingangs- und somit deutlich betonte Hauptzugänge sind, sondern Funktions- und Nebenräume erschließen, übernehmen verschiedene wichtige Funktionen als äußere Zugänge.

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Türarten

Fassadenseitige Funktions- und Nebenraumtüren

Der englische Begriff Mesh lässt sich mit Gitter, Gitternetz, Netz, Masche, Maschennetz, Gaze oder Gewebe übersetzen.

Der englische Begriff Mesh lässt sich mit Gitter, Gitternetz, Netz, Masche, Maschennetz, Gaze oder Gewebe übersetzen.

Materialien/​Werkstoffe

Mesh

Ihrem Namen entsprechend handelt es sich bei einer Tapetentür um eine mit Tapeten oder textiler Wandbespannung verkleidete Tür. Im Bild: Kabinett im Appartement der Kurfürstin Elisabeth Auguste im Schloss Schwetzingen

Ihrem Namen entsprechend handelt es sich bei einer Tapetentür um eine mit Tapeten oder textiler Wandbespannung verkleidete Tür. Im Bild: Kabinett im Appartement der Kurfürstin Elisabeth Auguste im Schloss Schwetzingen

Türarten

Tapetentür

Bauwerke zum Thema

Das nach Plänen vom Büro Jürgen Mayer H. umgestaltete Gebäude SW35 befindet sich in einem südlichen Stadtteil von Stuttgart.

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Büro/​Verwaltung

Bürogebäude SW35 in Stuttgart

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