Genossenschaftliche Wohnanlage in Bad Belzig

Holzständerbauweise mit Lärchenholzschalung

Umgeben von weitläufigen Grünflächen liegt am nordwestlichen Rand der brandenburgischen Kleinstadt Bad Belzig die Wohnanlage Leben im Fläming. Bauherrin ist die privat organisierte Wohnungsgenossenschaft LiF eG, die sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinschaftlichen und bezahlbaren Wohnraum in ökologischer Holzbauweise zu realisieren. Im Mittelpunkt stehen nicht ökonomische Gewinne, sondern Nachhaltigkeit und das Wohl der Mitglieder unterschiedlicher Generationen.

Auf dem lang gestreckten Grundstück am Ortsrand verteilen sich vier Wohngebäude und drei Gemeinschaftshäuser für rund hundert Menschen in verschiedenen Lebensphasen.
Die Wohngebäude bestehen aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Gebäudeteil.
Sie sind so angeordnet, dass sich aus den Wohnungen freie und unverbaute Ausblicke in die Landschaft bieten.

Vier Häuser zum Wohnen, drei für die Gemeinschaft

Das Projekt umfasst vier Wohnhäuser und drei Gemeinschaftshäuser für rund hundert Menschen in verschiedenen Lebensphasen. Jedes Wohnhaus besteht aus einem zweigeschossigen und einem dreigeschossigen Baukörper, während die Gemeinschaftshäuser zum Arbeiten, für Freizeit und Zusammenleben eingeschossig sind. Entworfen von Praeger Richter Architekten aus Berlin, zeichnen sich die Gebäude durch eine ökologische, verbundstoffarme und zugleich wirtschaftliche Holzbauweise aus.

Veranda verbindet zwei Baukörper

Das lang gestreckte Grundstück grenzt im Südwesten an die Lübnitzer Straße. Die Mehrfamilienhäuser sind so angeordnet, dass sich aus den Wohnungen freie Ausblicke in die Landschaft bieten. Es sind insgesamt 46 Wohnungen, die zwischen 48 und 130 Quadratmeter groß sind.

Jedes der Häuser ist aus zwei Baukörpern zusammengesetzt: einem zweigeschossigen im Süden und einem dreigeschossigen im Norden. Verbunden sind sie durch eine Veranda, die der Erschließung dient und zugleich den Wohnraum erweitert: Hier ist Platz für Wintergärten, Sitzgelegenheiten und kleine private Freibereiche. Durch die geschickte Platzierung der Gebäude bleibt jede Fassade frei von Verschattungen oder Sichtblockaden durch andere Häuser.

Erscheinungsbild und Konstruktion

Die reduziert gestalteten Gebäude sind in Holzständerbauweise konzipiert. Die tragenden Wände sind aus vorgefertigten Holzrahmenbauwänden mit Einblasdämmung und vorvergrauter Lärchenholzverschalung errichtet. Die massiven Brettsperrholzdecken (Holz aus zertifizierter, nachhaltiger Forstwirtschaft) kragen teilweise über die Außenwand aus.

Schallschutz der Wohnungen

Den erhöhten Herausforderungen des Schallschutzes nach DIN 4109 sowie der DEGA-Klasse D/C im Holzbau wurde mit einfachen baulichen Maßnahmen begegnet: Die Wohnungstrennwände sind zweischalig konstruiert, somit liegen die Wohnungen getrennt nebeneinander. Im Innenraum sind die Installationswände zudem getrennt von den tragenden Wänden errichtet. Dem gleichen Prinzip folgen die Decken. Diese sind ebenfalls im Bereich der Wohnungszwischenwand getrennt und zusätzlich schallschutztechnisch ertüchtigt durch eine Abhangdecke mit integrierter Flächenheizung. 

Baumaterialien und Energieversorung

Die unbehandelten Holzoberflächen im Innenraum in Kombination mit natürlichen Materialien wie Lehm oder mineralischen Putzen sorgen für ein gutes Raumklima. Die Stahlkonstruktion der Veranda besteht aus filigranen, feuerverzinkten V-Stützen mit Holzdeckenelementen. Sie dienen der Erschließung der Wohnungen und sichern gleichzeitig die Rettungswege.

Die Wärmeversorgung erfolgt über Erdsonden-Wärmepumpen. Eine Deckenheizung verteilt die Wärme im Gebäude. Die Stromversorgung erfolgt größtenteils über genossenschaftlich betriebene Photovoltaikanlagen. Das Grauwasser wird in einer Pflanzenkläranlage auf dem Grundstück gereinigt und für die Toilettenspülung wiederverwendet. Damit lässt sich mindestens ein Drittel des Trinkwassers einsparen.

Bautafel

Architektur: Praeger Richter Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: Projekt Bau Kluge (Tragwerksplanung), Planungsbüro Drobka (TGA), BPK (Brandschutz), Blue Monkey Engineering (Bauphysik), Mauer Projektmanagement, Christoph Günther (Architekt)
Bauherr/in: Genossenschaft LiF eG – Leben im Fläming, Bad Belzig
Standort: Lübnitzer Straße, 14806 Bad Belzig 
Fertigstellung: 2025
Bildnachweis: Andreas Friedel, Berlin

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Die Holzkonstruktion dieses Wohnhauses ist ein kombinierter Skelett- und Holztafelbau (Baugruppenprojekt 3XGrün in Berlin, 2011; Architektur: IfuH - Institut für urbanen Holzbau, Atelier PK, Roedig Schop Architekten, Rozynski Sturm Architekten).

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