Gästehaus in Hafling
Minimalistisches Interieur mit Böden aus Holz und Naturstein
Das Monti House ist an einen Hang gebaut und fügt sich mit seiner schwarzen Holzfassade in die umgebende Südtiroler Alpenlandschaft ein. Harry Thaler zeichnete nicht nur für die Architektur des Gästehauses mit drei Wohneinheiten verantwortlich, das unter der Bauleitung von Tara Architects in Bozen umgesetzt wurde, sondern auch für die Innenraumgestaltung, einschließlich maßgefertigter Möbel und Leuchten. Dabei setzt der Südtiroler auf lokale Materialien wie Lärchen- und Fichtenholz sowie Porphyr. Diese finden sowohl in Wand- und Deckenverkleidungen als auch in den maßgefertigten Möbeleinbauten und der Bodengestaltung Verwendung, die allesamt handwerklich präzise ausgeführt wurden.
Fokus Hospitality
In den letzten Jahren widmete sich Thaler verstärkt Hospitality-Projekten und entwarf Hotels, Campingplätze sowie Ferienhäuser. In St. Kathrein bei Hafling hat er für die Eigentümer*innen des benachbarten Boutiquehotels Miramonti ein Gebäude mit drei zweistöckigen Ferienwohnungen entworfen, die fast wie Reihenhäuser wirken und über eigene Terrassen und finnische Saunen verfügen. Seine Auftraggeber*innen, so sagt Thaler, hätten ein ausgeprägtes Bewusstsein für gute Gestaltung, ließen ihm viele kreative Freiheiten und seien auch bereit, für deren Umsetzung zu bezahlen. Gerade für einen Designer wie Thaler ist es entscheidend auf Eigenhöhe zu agieren, da seine reduzierten Entwürfe nur gelingen, wenn sie gestalterisch und handwerklich präzise umgesetzt werden.
Minimalistisches Interieur
Der Vorgängerbau – ein Haus aus den Sechzigerjahren – wurde abgerissen und für den Neubau eine Tiefgarage sowie ein Weinkeller aufwendig in den Porphyr-Fels gebaut. Von hier aus führt ein Fahrstuhl in die drei doppelgeschossigen Wohnungen, deren Innenraumgestaltung ebenso minimalistisch gehalten ist wie das Äußere des Hauses. Sie sind jeweils rund 60 bis 96 Quadratmeter groß, wobei sie durch den offenen Grundriss weiträumiger wirken. Zu diesem Raumeindruck tragen auch die bodentiefen Fenster bei, die sich zur idyllischen Berg-, Wald- und Wiesenlandschaft öffnen, wobei man von den Terrassen auch die Kirche von St. Kathrein sehen kann. Einige der von Harry Thaler für das Projekt entworfenen Möbel und Leuchten werden als Monti Collection im Boutiquehotel nebenan verkauft – darunter der markante, organisch geformte Loungesessel, ein „Stummer Diener“ und Holzkleiderbügel.
Bodengestaltung: lokale Materialien
Thalers Innenräume zeichnen sich durch einen minimalistischen Ansatz aus, bei dem lokale Traditionen immer mitgedacht werden. Auch bei diesem Projekt fokussiert sich der italienische Designer auf wenige ausgewählte Materialien, die ausgesprochen taktile Eigenschaften haben und Wärme ins Innere bringen. Dazu zählen vor allem Lärchen- und Fichtenhholz sowie Porphyr aus der Umgebung.
Da die Formen reduziert gehalten und die Räume sparsam möbliert
sind, wirkt das Holz nie zu viel, sondern passt sich seiner
natürliche Umgebung an. Das betrifft auch die Gestaltung des
Bodens, der durchgehend aus Holzdielen besteht und dadurch
Einheitlichkeit erzeugt. Dazu gesellen sich in den Bädern Platten
aus rotbraunem Porphyr, wobei die Übergänge der beiden Bodenbeläge
nahtlos erscheinen. Ebenfalls aus Porphyr gestaltete und
maßgefertigte Sanitärobjekte vervollständigen das Bild.
-csh
Bautafel
Architektur: Harry Thaler, Lana bei Meran
Projektbeteiligte: Harry Thaler, Lana bei Meran (Innenarchitektur); Tara Architekten, Bozen (Bauleitung)
Bauherr*in: Carmen und Klaus Alber, Hafling
Fertigstellung: 2024
Standort: St. Kathreinstraße 14, 39010 Hafling, Italien
Bildnachweis: Elias Hassos, München; Markus Edgar Ruf, Binzen; Claudia Simone Hoff, Berlin (Fotos)