Fuß- und Radwegbrücke in Baiersbronn

Hybridkonstruktion aus Holz und Beton

Die Gemeinde Baiersbronn im Nordschwarzwald hat sich entlang des Flusses Murg entwickelt und dem von Süden zufließenden Forbach. Die überregionale Murgtalstraße durchquert den Ort und orientiert sich ebenfalls an den beiden Fließgewässern. Eine neue Fuß- und Radwegbrücke überspannt die Murg unweit der Mündung des Forbachs, im Bereich der sogenannten Schelklewiese, einem Park- und Freiflächenbereich am Rande der Altstadt.

Sie dient auch der barrierefreien Erschließung zwischen Baiersbronn und Freudenstadt.
Die leicht geschwungene Brücke ist eine Hybridkonstruktion aus Holz und Beton.
Das primäre Tragwerk der Brücke besteht aus blockverleimten Brettschichtholzträgern.

Hybridkonstruktion aus Holz und Beton 

Die rund 25 Meter lange und bis zu sechs Meter breite Brücke verbindet wichtige innerörtliche Wege mit der Murgtalstraße. Als Teil einer rund acht Kilometer langen Landschaftsachse der Landesgartenschau 2025 dient sie der barrierefreien Erschließung zwischen Baiersbronn und Freudenstadt. Die Londoner Moxon Architects entwarfen die leicht geschwungene Brücke in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Miebach aus Lohmar als Hybridkonstruktion aus Holz und Beton. Die Brücke fügt sich sensibel in die Flusslandschaft ein und wird zum zentralen Verbindungsbauwerk für Fußgänger und Radfahrer.

Blockverleimtes Brettschichtholz und Fahrbahn aus Ortbeton

Das primäre Tragwerk der Brücke besteht aus blockverleimten Brettschichtholzträgern, deren unterer Rand stufenförmig ausgebildet ist. In einem präzise gesteuerten Fertigungsprozess wurden die gebogenen Träger im Werk mithilfe von Schablonen verleimt und anschließend zur Baustelle transportiert. Vor Ort übernahmen sie die Funktion einer dauerhaften Schalung für die Fahrbahnplatte aus Ortbeton. Diese bildet eine robuste und witterungsbeständige Lauffläche und schützt zugleich das darunterliegende Holztragwerk vor direkter Witterungseinwirkung.

Beton für Druck- und Holz für Zugkräfte

Durch den Einsatz spezieller Schubverbinder entsteht eine Verbundkonstruktion: Der Beton übernimmt die Druckkräfte, während das Holz die Zugkräfte trägt. Diese Bauweise ermöglicht einen ressourcenschonenden Materialeinsatz und reduziert CO₂-Emissionen. Außerdem wird der Wartungsaufwand über die gesamte Lebensdauer des Bauwerks gesenkt. Das Tragwerk ist nach außen geneigt, um den Aufprallwinkel von Regen zu verringern und so die Haltbarkeit des Holzes zu erhöhen. Eine Erweiterung des Brückendecks im Mittelbereich bietet Ausblick über den Fluss und lädt zum Verweilen ein.

Architektur: Moxon Architects, London; Ingenieur: Ingenieurbüro Miebach, Lohmar; Bauherr: Gemeinde Baiersbronn; Bauunternehmen: Rendler Bau, Offenburg; Holzbau: Schaffitzel Holzindustrie, Schwäbisch Hall

Fachwissen zum Thema

Holz-Beton-Verbundbrücken in Schwäbisch Gmünd, 2012: Integrale HBV-Brücken mit 28 und 26 Meter Spannweite; 20 cm starke und 3,40 m breite Stahlbetonplatte C 40/50; indirekte Lagerung der Holzplatte in der Stahlbetonplatte; Holzplatte als blockverleimter Brettschichtholzträger aus NH GL 32c, im Querschnitt schlagregensicher mit > 30° zur Vertikalen gestuft, 22 m lang, 60 cm hoch und 2,80 m breit.

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