Fünf Empfehlungen gegen städtische Wärmeinseln

Ratgeber für die städtische Klimaanpassung und den Klimaschutz von Drees & Sommer

Das Beratungsunternehmen für den Bau- und Immobiliensektor Drees & Sommer hat Lösungsansätze gegen städtische Wärmeinseln veröffentlicht. Empfehlungen, die sie bereits in vielen Projekten einsetzen – etwa beim Klimaanpassungskonzept für Rastatt oder den Stadtquartieren Berlin TXL und Neckarbogen in Heilbronn.

Bäume sind eine einfache, kostengünstige Methode, um Straßen und Freiflächen vor Überhitzung zu schützen.
Eine Reduktion versiegelter Flächen und die Begrünung von Fassaden helfen, das Mikroklima zu verbessern.
Flächen wie Parkplätze können mit Rasengittersteinen statt Asphalt gestaltet werden, was sowohl kostengünstiger als auch klimafreundlicher ist.

Dabei hat das Unternehmen fünf wesentliche Strategien herausgearbeitet, die in zukünftigen städtischen Entwicklungen beachtet werden sollten:  

  • Schatten: Bäume sind eine einfache, kostengünstige Methode, um Straßen und Freiflächen vor Überhitzung zu schützen. Sie bieten nicht nur Schatten, sondern kühlen die Luft durch Verdunstung. So tragen in Rastatt rund 1.000 neu gepflanzte Bäume zur Temperaturregulierung bei und verbessern gleichzeitig die Luftqualität, indem sie CO₂ und Schadstoffe aufnehmen.
  • Entsiegelung und Begrünung: Eine Reduktion versiegelter Flächen und die Begrünung von Fassaden helfen, das Mikroklima zu verbessern. Flächen wie Parkplätze können mit Rasengittersteinen statt Asphalt gestaltet werden, was sowohl kostengünstiger als auch klimafreundlicher ist. Vertikale Begrünungen, wie an einem Stuttgarter Bürogebäude, senken die Gebäude- und Umgebungstemperaturen und fördern die Biodiversität.
  • Helle Materialien: Reflektierende Oberflächen mit hoher Albedo reduzieren die Hitzeentwicklung in städtischen Gebieten, indem sie Sonnenstrahlung zurückwerfen. Besonders in dicht bebauten Gebieten sind helle Materialien wie Beton oder Naturstein wirksam, da sie die Oberflächentemperatur senken und die Wärmespeicherung verringern.
  • Energieeffiziente Kühlung: Klimaanlagen verstärken den Hitzeinsel-Effekt durch Abwärme. Besser sind Low-Tech-Kühlsysteme, die nachts Außenluft nutzen, um Gebäude zu kühlen, während Fenster tagsüber geschlossen bleiben. Integrierte Lösungen wie kühlbare Fußböden oder Decken sowie Low-Energy-Netze, die im Sommer kühlen und im Winter heizen, sind nachhaltige Alternativen.
  • Hochbau zur Kühlung: Hochhäuser bieten durch gegenseitige Beschattung einen natürlichen Schutz vor Überhitzung. Allerdings sollten Fensterflächen maximal 40 Prozent der Fassade ausmachen, um Energieverluste zu vermeiden. Zudem verbessern Hochhäuser durch erzeugte Luftströme die Belüftung der Stadtviertel und tragen so zur Kühlung bei.

Die Empfehlungen wurden im Juli 2024 als Pressemitteilung veröffentlicht.

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