Forschungsprojekt ReNOx 2.0 zur Abwasseraufbereitung

Abscheidung und Rückgewinnung von Stickstoff und Phosphor

Abwasser kann wertvolle Rohstoffe beinhalten, die bei den aufwendigen Reinigungsprozessen in Kläranagen meist verloren gehen. Ein Forschungsteam der österreichischen Montanuniversität Leoben hat ein Verfahren zur Rückgewinnung überschüssiger Nährstoffe aus Abwasser entwickelt. Die sogenannte ReNOx-Technologie ermöglicht das gleichzeitige Abscheiden von Stickstoff und Phosphor. Beide Stoffe können so in den Produktionskreislauf zurückgeführt und beispielsweise als Düngemittel wiederverwendet werden.

Laborversuche im Projekt ReNOx
Zeolithbefüllter Reaktor in der Pilotanlage zur Nährstoffrückgewinnung
ReNOx-Pilotanlage im Einsatz an der Kläranlage Knittelfeld

Die Rückgewinnung basiert auf dem neuen Ionentauscher-Loop-Stripping Verfahren zur Rückgewinnung von Ammonium aus der Flüssigphase der mechanischen Klärschlammentwässerung. Dieser Prozess wurde im Vorgängerprojekt ReNOx entwickelt und bereits erfolgreich an kommunalen Kläranlagen eingesetzt. Die Weiterentwicklung zu ReNOx 2.0 erfolgt mit modifizierten Zeolithen, das sind mikroporöse Minerale und chemische Verbindungen, die bestimmte Stoffe binden können.

In diesem Fall nehmen die Zeolithe Phosphor aus dem Abwasser auf, der in einem nachfolgenden Prozess als Rohstoff zusammen mit Stickstoff zurückgewonnen wird. Das entlastet perspektivisch nicht nur Kläranlagen, sondern vermeidet auch Treibhausgasemissionen, die andernfalls bei der Primärproduktion von Stickstoff und Phosphor für die industrielle Nutzung anfallen würden.

Die Idee zu dieser neuen Technologie stammt von Prof. Dr. Markus Ellersdorfer und der Diplom-Ingenieurin Kristina Stocker, ebenfalls Wissenschaftlerin an der Montanuniversität. Die Österreichische Forschungsfördergesellschaft unterstützte das Projekt finanziell. Dank einer mobilen Containeranlage kann das Verfahren an verschiedenen Orten getestet werden. Diese Anlage stand Ende letzten Jahres auch in Dubai, wo der Industriepartner des Projekts, Christof Global Impact, die Technologie den Teilnehmenden der 28. Weltklimakonferenz präsentierte. In der Kläranlage Knittelfeld und Umgebung wir das Verfahren bereits mit einer Pilotanlage angewendet.

Forschung: Montanuniversität Leoben – Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes

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