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Direktrecycling-Kiosk in München-Fürstenried

Der Kiosk Zur Fürstin in München-Fürstenried misst gerade einmal rund 18 m2 – und wurde nahezu vollständig aus wiederverwendeten Bauteilen errichtet. Entworfen hat ihn das Büro Förster Kurz Architekten und Stadtplaner. Sie verstehen den Pavillon als Pilotprojekt für die Bauwende. Denn er zeigt, wie sich Abbruchmaterial lokal und ohne industrielle Aufbereitung einbringen lässt. Seit Herbst 2024 dient der Kiosk als Quartierszentrum.

Die Materialien stammen hauptsächkich aus einem 200 Meter entfernten Abrissgebäude.
Hätte man den Pavillon mit „Neumaterial“ bauen wollen, wäre das Budget zu knapp gewesen.

Im Münchner Süden entsteht derzeit das neue Quartier Fürstenried West: Hier werden auf dem Gelände einer ehemaligen Wohnsiedlung der Bayerischen Versorgungskammer rund 1.700 Wohnungen errichtet. Für die Neubebauung mussten allerdings zahlreiche Bestandsgebäude aus den 1950er-Jahren weichen. Gegen diese Ressourcenverschwendung setzt nun das kleine Quartierszentrum ein Zeichen, das die Projektgesellschaft Quartier Fürstenried West in Auftrag gab. Das Budget war jedoch knapp, sodass eigentlich nur wiederverwendete Baumaterialien infrage kamen.

Das Besondere: Fassadenelemente und Dachdeckung stammen nicht von überregionalen Bauteilbörsen, sondern unmittelbar von den angrenzenden Großbaustellen. Gerade einmal 200 Meter waren „Spender“ und „Empfänger“ voneinander entfernt. Diese räumliche Nähe zwischen Rückbau- und Einbauort verkürzte die Transportwege auf ein Minimum und ersparte darüber hinaus die Zwischenlagerung.

Gemeinsam mit lokalen Firmen, dem Kollektiv Belwerk und der Zimmerei Plan B bauten die Planer*innen die Bauteile selektiv aus und passten sie an den neuen Kontext an. Attikableche wurden für die Dachdeckung wiederverwendet, alte Fenster und Türen eingebaut und eine ehemalige Treppenhausbrüstung zur Theke umgestaltet. Auch die Tragstruktur folgt dem Prinzip der kurzen Wege: Ihre Holzbalken stammen von Bäumen, die für den Bau einer Tiefgarage im Quartier gefällt werden mussten.

Damit kehrte sich auch der Planungsprozess um: Nicht ein fertiger Entwurf bestimmte die Materialwahl, sondern die verfügbaren Bauteile bestimmten den Entwurf. Die gewonnenen Erkenntnisse zu Materialverfügbarkeit, Genehmigungspraxis und Konstruktionslogik sollen in künftige Projekte einfließen und die lokale Wertschöpfung stärken. 

Architektur: STUDIO | STADT | REGION Förster Kurz Architekten und Stadtplaner

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Holzfenster in Bruno Tauts Wohnsiedlung Onkel Toms Hütte in Berlin-Zehlendorf. Kennzeichnend für das Neue Bauen sind die Fenster in liegender Ausrichtung.

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Fassadenelemente

Fenster

Bei Eingängen und Fluchttüren ist darauf zu achten, dass sie barrierearm sind.

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Fassadenelemente

Türen und Toranlagen

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