Flamingo im Schrebergarten

Rosa Leichtbeton für Kleingartenhaus

Sichtbeton passt zu einem Schrebergarten wie ein Designerstuhl in eine Bauernstube – würde man meinen. In der Kleingartenanlage Zukunft in Wien findet sich seit kurzem ein Haus, das sich dem Klischee widersetzt. Entworfen und geplant wurde es vom ortsansässigen Büro Allcolours Architecture Urbanism für eine dreiköpfige Familie.

Entworfen und geplant wurde es vom ortsansässigen Büro Allcolours Architecture Urbanism für eine dreiköpfige Familie.
Es schmiegt sich an die nördliche Längsseite eines 10 mal 20 Meter großen Grundstücks.
Mit dieser Ausrichtung steht es im Kontrast zu den benachbarten Häusern, die jeweils fast die komplette Breite ihrer jeweiligen Parzelle einnehmen und eine Art Endpunkt der Gärten bilden.

Nach dem Wiener Kleingartengesetz dürfen Bauten in den städtischen Schrebergärten eine Höhe von fünf Metern und eine Bruttogrundfläche von 35 Quadratmetern nicht überschreiten. Zudem sollte „das Äußere … nach Bauform, Baustoff und Farbe so beschaffen sein, dass dadurch der Charakter des kleingärtnerisch genutzten Gebietes nicht beeinträchtigt wird“.

Dem rosafarbenen Betonhäuschen, das sich nun an die nördliche Längsseite eines 10 mal 20 Meter großen Grundstücks schmiegt, lässt sich nicht unterstellen, dass es dem Wesen des Kleingärtnertums entgegensteht. Dennoch unterscheidet es sich stark von den Nachbarhäusern – in der Regel Holzkonstruktionen mit Satteldach, die die komplette Breite ihrer jeweiligen Parzelle einnehmen und eine Art Endpunkt der Gärten bilden.

Das Betonhaus hingegen wurde als Teil des Gartens verstanden: Das Erdgeschoss mit Küche und Wohnraum ist offen gestaltet, um die Fläche jederzeit in den Außenraum erweitern zu können. Die geschlossene Rückwand im Norden begrenzt den Raum und verhindert Einblicke vom benachbarten Grundstück aus. Das Obergeschoss mit seiner lichten Breite von gerade einmal 1,60 Metern beherbergt an seinen Enden zwei Schlafkojen, in der Mitte sitzt das Bad. Nach oben führt eine halbgewendelte Treppe, die nach Süden aus dem Grundriss ragt und von dem restlichen Bau losgelöst scheint.

Für die Bodenplatte ließ das Planungsteam einen konventionellen Beton verwenden. Die Wände und das Dach verwirklichte man mit einem rosafarbenen Dämmbeton, Druckfestigkeitsklasse LC 8. Die weit auskragende Zwischendecke zeigt ebenfalls eine hellrote Pigmentierung, wurde aber in C40/50 ausgeführt.

Architektur: Allcolours Architecture Urbanism, Wien

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Farbenfrohe Anstriche sind ein Mittel, um betongraue, elementierte Fassaden und Tragstrukturen abwechslungsreicher zu gestalten, so wie hier in Podgorica.

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