Firmenzentrale von Microsonic in Dortmund

Beleuchtungs- und Elektrokonzept mit klarer Linienführung

Sprichwörtlich wie ein Phönix aus der Asche aufsteigt, entsteht derzeit auf einem ehemaligen Stahlwerkareal rund um den Dortmunder Phoenixsee ein Neubaugebiet. Während sich am Nordufer der künstlich angelegten Wasserfläche vornehmlich Ein- und Zweifamilienhäuser befinden, siedeln sich am Südufer des Sees neben Wohnbauten auch Gastronomie und Gewerbe an. Geradlinig und glänzend erhebt sich hier auf einem 4.300 Quadratmeter großen Grundstück der neue Firmensitz des Ultraschallsensorikspezialisten Microsonic, für das die Architekten Friesleben & Geddert und Plus4930 verantwortlich zeichnen. Der dreigeschossige Baukörper auf quadratischen Grundriss beherbergt Büroräume, Entwicklungslabore sowie Fertigungs- und Lagerflächen. Im Fokus der architektonischen Planung stand die enge Vernetzung von Unternehmensprozessen.

Der neue Formensitz von Microsonic erhebt sich in der Nähe des Südufers mit klarer Formensprache und einer prägnanten Fassade aus recyceltem, kupferhaltigem Blech, Stahl und Beton
Vom Haupteingang an der Phoenixseestraße (rechts im Bild) geht es ins lichte Foyer das Einblick in den Produktionsbereich ermöglicht (links im Bild)
Transparenz und Vernetzung von Bereichen: Eine Glasfront gewährt freien Blick vom Foyer in die Produktion

Eine klare Formensprache prägt das Firmengebäude mit seiner Fassade aus recycelten, kupferhaltigen Blechplatten, Stahl und Beton. Im Raster und dicht nebeneinander angeordnete Fenster bilden Bänder und gliedern die Gebäudehülle horizontal. Einschnitte an einigen Stellen, zum Beispiel an der Nordseite, bilden unter anderem Balkon und Überdachung aus. Auch der Haupteingang liegt auf der dem See zugewandten Nordseite. Hinter dem Foyer befindet sich das Herzstück des Erdgeschosses: die Fertigung. Eine großflächige Verglasung gewährt vom Eingang aus direkt Einblick. An den anderen drei Seiten ist der eingeschossige Produktionsbereich umgeben von Lagerflächen und Verwaltungsräumen, von oben ist er durch ein Sheddach beleuchtet. Um das Sheddach herum bietet eine begrünte Dachterrasse den Mitarbeitern eine Aufenthaltsmöglichkeit im Freien.

Auch das Innere des Gebäudes ist gekennzeichnet durch großzügige Aufenthalts-, Besprechungs- und lichte Büroräume. Die überwiegende verwendeten Materialien sind Glas, Beton und Stahl. Die Geradlinigkeit der Fassade wird im Inneren durch eine transparente, klare Gestaltung fortgesetzt. Im Foyer verbindet ein zentraler Lichtturm mit gegenläufiger Treppe alle drei Ebenen. Eine der Treppenwangen ist als perforierte Stahlwand ausgebildet, die mit LED-Stripes hinterleuchtet wird. Die Farbgestaltung beruht neben schwarzen Akzenten auf dem Grau des Sichtbetons und überwiegend weißem Mobiliar. Auffällig ist die Verwendung von speziellem Schwarzstahl zum Beispiel bei Fensterrahmen, Geländerfüllungen und der Treppe: Dies ist eine Reminiszenz an den vormaligen Stahlstandort.

Elektro
Bestandteil der innenarchitektonischen Planung durch Friedhelm Kuche 360 ist auch das Beleuchtungskonzept. In das Foyer lassen etagenübergreifende Fenster Tageslicht einfallen. Der Empfangstresen ist durch eine der Thekenkontur folgenden Pendelleuchte sowie indirekte Beleuchtung betont. Der dahinter liegende Produktions- und Werkstattbereich ist mit abgependelten Lichtbändern ausgestattet. Diese verfügen über eine direkte und indirekte Lichtverteilung, um alle Arbeitsbereiche gut auszuleuchten.

Im gesamten Gebäude sind die Erschließungswege und kommunikative Zonen durch die Beleuchtung markiert: Während in den Fluren lange Linienleuchten installiert sind, werden die Kommunikationsbereiche wie rund ums Treppenhaus sowie der Pausenraum durch flache, runde Deckenleuchten erhellt. Die ansonsten im Gebäude eingesetzte Lichtfarbe von 4000 K wandelt sich zudem im Pausenbereich zu etwas wärmer wirkenden 3000 K.

Die beiden Obergeschosse, in denen sich administrative Bereiche und Entwicklungsplätze befinden, sind mit Unterputzinstallationen der Elektrotechnik ausgestattet. Die sichtbaren Elemente der Elektroinstallation sind gestalterisch in den Entwurf integriert, die Planer entschieden sich passend zur geraden Linienführung der Architektur und dezenten farblichen Gestaltung für schlichte quadratische Lichtschalter und Steckdosen. Kippschalter mit schmalen Rahmen und den Maßen 81 x 81 mm fügen sich stilistisch abgestimmt in das Gesamtbild von Etagenempfangsbereich, Büro- und Besprechungsräumen, Pausenraum und Teeküchen ein. Auf drei Farbvarianten fiel die Wahl: Auf dunklen Wandflächen setzen Steckdosen und Schalter aus Duroplast in klarem Alpinweiß puristische Akzente; einen glänzenden Kontrast zu den rau anmutenden Sichtbetonwänden bilden Metallschalter aus Aluminium. Dunkel-matt lackierte Aluminiumschalter wiederum setzen sowohl Kontraste auf hellen Flächen, harmonieren aber ebenso mit den dunklen Tönen.

Bautafel

Architekten: F&G Geddert, Düsseldorf und Plus4930 Architektur, Berlin
Projektbeteiligte: Friedhelm Kuche 360, Düsseldorf (Innenarchitektur); Ing.-Büro Vonnahme, Oer-Erkenschwick (Fachplaner); Jung, Schalksmühle (Schalter)
Bauherr: Microsonic, Dortmund
Fertigstellung: 2015
Standort:
Phoenixseestr. 7, 44263 Dortmund
Bildnachweis: Henrik Schipper, Dortmund

Baunetz Architekten

Fachwissen zum Thema

Beleuchtung

Installationskanalleuchten

Beleuchtung

Installieren von Beleuchtungsanlagen

Beispiel eines Ein-Aus-Schalters mit Wippe (Produkt LS 990)

Beispiel eines Ein-Aus-Schalters mit Wippe (Produkt LS 990)

Schalter/​Steckdosen

Schalter und Steckdosen

Kontakt Redaktion Baunetz Wissen: wissen@baunetz.de
Baunetz Wissen Elektro sponsored by:
Jung | Kontakt 02355 / 806-0 | mail.info@jung.de