Ferienhaus auf einer Insel in British Columbia

Ensemble nach dem Vorbild eines Ranch-Style-House

Unberührte Naturlandschaften prägen die kanadische Provinz British Columbia am Pazifischen Ozean. Die im Südwesten vorgelagerten Inseln werden durch die Landmasse von Vancouver Island vor dem offenen Meer geschützt. Viele Kanadier verbringen hier den Sommerurlaub. Auf einer der Inseln befindet sich ein außergewöhnliches Ferienhaus in Holzbauweise. Es ist auf einer Klippe gelegen, von Wald und Wiesen umgeben und bietet schöne Ausblicke auf das Meer. Das Büro Laura Killam Architecture aus Vancouver entwarf ein Gebäudeensemble in Holzrahmenbauweise nach dem Vorbild eines Ranch-Style-House.

Eine großzügige, überdachte Terrasse erweitert den Wohnraum.
Die langen, eingeschossigen Baukörper mit Satteldach stehen rechtwinklig zueinander.
Aufsicht des Ensembles auf einer Klippe in unmittelbarer Nähe zum Meer

Ensemble mit starkem Außenbezug

Kennzeichnend für den Typus ist die Beschränkung auf ein Geschoss sowie eine einfache, oft L-förmige Gebäudeform, in der Regel in Holzbauweise. Das Ensemble besteht aus zwei länglichen eingeschossigen Baukörpern mit Satteldach, die mit Abstand im rechten Winkel zueinander angeordnet sind. Der größere umfasst mit rund 65 Quadratmetern die Wohnräume: Neben einem Wohn-Essraum mit offen gestalteter Küche gibt es zwei Schlafzimmer und ein WC. Zusätzlich befindet sich auf der Terrasse im Nordwesten ein Außenbad mit Dusche, Badewanne und Waschbecken. Jeder Raum ist von außen zugänglich, der Hauptzugang befindet sich im Südwesten. Verglaste Schiebeelemente im Süden und Westen sorgen für einen lichtdurchfluteten Innenraum und schöne Ausblicke. Großzügige und teils überdachte Terrassen erweitern das Wohnangebot.

Das zweite Gebäude beherbergt auf rund 37 Quadratmetern einen flexiblen Raum, der wetterunabhängig als Spielbereich oder für Feste genutzt werden kann. Für Gäste steht eine zeltartige Unterkunft mit einer Tragkonstruktion aus Holzstämmen zur Verfügung. Ein weißer, wasserfester Stoff bildet Dach und Wände. Der Boden ist eine fest installierte Holzkonstruktion mit Holzdielen.

Zedern- und Douglasienholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft
Das Holz für das Wohnhaus in Rahmenbauweise entstammt nachhaltiger Forstwirtschaft. Für die Pfosten kam Red Cedar, für die Balken Douglasie zum Einsatz. Die Außenwände und Dächer sind mit grob gesägten Brettern aus Zedernholz verkleidet. Eine silbergraue Lasur schützt vor Witterungseinflüssen. Die Holzkonstruktion steht auf einer massiven Bodenplatte aus Beton. Im Innenraum kam ebenfalls grau lasiertes Zedernholz für Wände und Decken zum Einsatz. Auch die Möbel bestehen überwiegend aus Holz, wie zum Beispiel die Küchenschränke. Das Holz wirkt temperatur- und feuchteausgleichend, es wirkt sich günstig auf das Raumklima aus.

Energieversorgung auf der Insel

Die Inseln sind nicht an das landesweite öffentliche Stromnetz angeschlossen. Tief überdachte Veranden sorgen für einen ausreichenden Sonnenschutz. Die Kühlung erfolgt über Querlüftung; zur Beheizung der Wohnräume dient ein Holzofen. Eine gut gedämmte Gebäudehülle verhindert Wärmeverluste und hilft, Energie zu sparen. Die Gebäude verbrauchen außer Erdgas für die Warmwasserbereitung und das Kochen keine Energie. Sie nutzen Strom, der von Photovoltaikmodulen auf dem Dach der Scheune erzeugt wird.

Bautafel

Architektur: Laura Killam Architecture, Vancouver
Projektbeteiligte: Sophie Burke Design, Vancouver
Bauherr*in: Privat
Fertigstellung: 2022
Standort: British Columbia
Bildnachweis: Andrew Latreille, Vancouver, Melbourne

Fachwissen zum Thema

Der konstruktive Holzschutz greift auf den Erfahrungsschatz einer Jahrtausende alten Bautradition zurück. Für Holzhäuser in alpiner Region typisch sind weite Dachüberstände.

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Holz und auch Holzwerkstoffe bieten eine Vielfalt von Möglichkeiten: Karbonisierte Holztafeln bilden die Fassade des Baugruppenhauses Frizz23 in Berlin-Kreuzberg (Deadline Architekten, 2019).

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Außenwandbekleidungen aus Holz

Aus der Jungsteinzeit bis in die Bronzezeit sind Überreste von Pfahlbauten erhalten, die eine frühe Holzbaukultur der Bodenseeregion und der Ostschweiz dokumentieren (im Bild: Unteruhldingen am Bodensee).

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Thermisch modifiziertes Holz auf dem Dach eines Weingutes

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