Feinstaub

Feinstaub ist ein Bestandteil der Luft, wie auch die Bezeichnungen Aerosol oder Schwebstaub verdeutlichen. Die US-amerikanische Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA) definiert Feinstaub als Particulate Matter, kurz PM, und präzisiert dabei 3 Größen:
 
PM10: Partikel kleiner als 10 Mikrometer, auf deutsch Feinstaub
PM2,5: Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer, auf deutsch Feinststaub
PM0,1: Partikel kleiner als 0,1 Mikrometer, auf deutsch Ultrafeinstaub UFP

Größenvergleich von Feinstaub-Partikeln mit Sandkörnern und einem menschlichen Haar
Feinstaubfilter an Bord der International Space Station ISS im April 2018, NASA ID iss055e035968

Die Partikel können natürlichen und künstlichen Ursprungs sein, beispielsweise mineralischer Staub wie Asbestfasern, Steinmehl, Spuren von Verbrennungen bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen, aus dem Straßenverkehr aus Motoren, Brems- und Reifenabrieb, aus Heizkraftwerken und Öfen, Zigarettenrauch, Prozessen der Metall- und Holzverarbeitung, als Mikroplastik, als Ausdünstungen von technischen Geräten wie Laserdrucker und Fotokopierer. Sie können zudem mit Viren, Bakterien, Pilz- und Schimmelsporen sowie mit Schwermetallen wie Blei kontaminiert sein.

PM-Partikel wurden in zahlreichen Studien auf ihre Gesundheitsgefährdung untersucht (siehe Surftipp). Aufgrund ihrer Winzigkeit sind sie lungengängig. Das bedeutet, dass sie beim Einatmen tief in die Lunge gelangen und über die Lungenbläschen sogar ins Blut übertragen werden können. Feinstaub gilt als Auslöser für Erkrankungen der Atemwege, für Lungenkrebs, Schäden an Herz, Kreislauf, Stoffwechsel und Nervensystem.

Die Reduzierung der Feinstaubbelastung wird durch ein Bündel von Maßnahmen angestrebt, die von Richtlinien, Grenzwerten, Verboten, technischen Verbesserungen wie Austausch oder Einbau von Komponenten und Begrünungen bis zu Geschwindigkeitsbegrenzungen in Innenstädten reichen. Insbesondere für die Steigerung der Luftqualität in Innenräumen haben sich Filter an technischen Geräten und Klimaanlagen in Kombination mit Rauchverboten bewährt. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass je weniger ein Mensch einer Feinstaubbelastung als Luftverschmutzung ausgesetzt ist, desto geringer ist sein Risiko einer umweltbedingten Gesundheitsschädigung (Environmental Burden of Disease, EBD).

Autorin: Prof. Dr.-Ing. Susanne Junker, Berlin

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