Fassadenkonstruktion: Vorgemauerte Fassade

Bei den vorgemauerten Fassaden werden Platten oder Ziegel als Verblendschicht der eigentlichen Konstruktion vorgemauert. Diese Art der Fassade wird auch als Anmauerung bezeichnet. Zur Lastabtragung ist ein tragfähiger Untergrund notwendig, der fest mit dem Gebäude verbunden ist. Das kann die Oberkante des Fundamentes im Erdgeschoss oder ein Deckenvorsprung in jeder weiteren Etage sein. Je nach Größe und Belastung (Windlast) der vorgemauerten Belagsfläche sollten zusätzliche Verankerungen geplant und eingebaut werden. Diese Anker aus profiliertem Baustahl müssen mindestens 5 cm tief in die Außenwand des Gebäudes eingeschlagen werden. Sie verlaufen durch den Putz- und Mauermörtel bis in die Belagsschicht, wo sie zwischen den Platten in der Lagerfuge liegen. Nach DIN 18515-2: Außenwandbekleidungen; Anmauerung auf Aufstandsflächen; Grundsätze für Planung und Ausführung sind pro m² mindestens 5 Traganker anzuordnen. In vertikaler Richtung betragen die Maximalabstände 25 cm, in horizontaler 75 cm. An Außenkanten, entlang von Öffnungen, parallel zu den Dehnungsfugen und am oberen Abschluss sind mindestens 3 Verankerungen pro laufender Meter anzuordnen.

Angemörtelte Natursteinriemchen
Schieferriemchen

Die Dicke der angemauerten Schicht darf zwischen 55 mm und 90 mm liegen. Werden Materialien verwendet, mit denen der Grenzwert von 90 mm überschritten wird, gelten DIN 1053-1: Mauerwerk – Teil 1: Berechnung und Ausführung und DIN 1053-2: Mauerwerk – Teil 2: Mauerwerksfestigkeitsklassen aufgrund von Eignungsprüfungen.

Belagsmaterialien
Als geeignete Belagsmaterialien für vorgemauerte Fassaden gelten verschiedene Arten von Riemchen, Natur- und Betonwerksteinen. Ihre Formate sind meistens den Mauerwerksmaßen angepasst. Um ein gutes Tragverhalten und eine ausreichende Festigkeit zu erhalten, müssen die verwendeten Platten über eine entsprechende Dicke verfügen. Sind die Platten zu dünn, ergeben sich Probleme beim Übereinandersetzen der Platten. Alle künstlichen Steine (Mauerziegel und Klinker als Voll- oder Lochziegel) unterliegen den Anforderungen der DIN 105-5: Mauerziegel; Leichtlanglochziegel und Leichtlangloch-Ziegelplatten, alle Natursteine den Anforderungen der DIN 18516-3: Außenwandbekleidungen, hinterlüftet – Teil 3: Naturwerkstein; Anforderungen, Bemessung.

Mörtel
Als Ansetzmörtel (Mauermörtel) und gegebenenfalls als Spritzbewurf oder Unterputz sind Mörtel der Gruppen MG II und MG IIa bzw. P II und P IIa zugelassen (Vergleich DIN 18515-2: Außenwandbekleidungen; Anmauerung auf Aufstandsflächen; Grundsätze für Planung und Ausführung). Unterputz und Spritzbewurf sind für die fachgerechte Ausführung nicht zwingend notwendig, erhöhen aber die Haftung, gleichen Unebenheiten aus und verbessern dadurch die vollsatte Ausführung. Außerdem wirkt der Unterputz zusätzlich wasserabweisend und wärmedämmend.

Durch den Konstruktionsaufbau entsteht ein mehrschaliges Mauerwerk. Der Zwischenraum zwischen Hinter- und Vormauer kann optional als Luftschicht, Kerndämmschicht oder Kombination von beiden ausgeführt werden. In der Vormauerschale werden kleine Lüftungsschlitze angeordnet, diese sorgen für eine optimale Hinterlüftung. Im Sockelbereich sollten die Stoßfugen offen bleiben, damit eventuell in die Konstruktion eingedrungenes Wasser ablaufen kann.

Quelle: Andrea Borgmeier, Hans Braunreiter; Bautechnik für Fliesen-, Platten- und Mosaikleger; Vieweg + Teubner Verlag; Wiesbaden, 2011

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