Erweiterung Stadtteilschule Horn in Hamburg

Konzentriertes Lernen in hölzerner Hülle

Unweit des Horner Kreisel, einem großen Kreisverkehr, der als Einfahrtstraße nach Hamburg führt, hat die Stadtteilschule Horn ihren Standort. Exakter: ihre Standorte. Waren die 1.200 Schülerinnen und Schüler der 5. bis 13. Klasse bislang auf drei Standorte verteilt, sollten sie nun an zwei in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Gebäudekomplexen konsolidiert werden. Ein erweiterndes Gebäude wurde benötigt und ist mit dem Willkommenshaus nach Plänen von MoRe Möhrle Reinhardt Architekten geschaffen worden.

Auf einem unregelmäßigen fünfeckigen Grundriss erhebt sich das dreigeschössige, flach abschließende Schulgebäude.
In zwölf Klassenzimmern finden rund 275 Kinder der 5. und 6. Klassen Platz. Da diese Jahrgänge die jüngsten der weiterführenden Schule sind, hat der Neubau den Namen Willkommenshaus erhalten.
Für die Schalung der Fassaden wählte das Team von MoRe Architekten Lärchenholzlatten unterschiedlicher Breite. Vor die Öffnungsflügel sind Lamellen in einem dunkelroten Ton gesetzt worden.

Zwischen Kleingärten im Westen und gereihten, viergeschossigen Wohnbauten mit Backsteinfassaden und Satteldach im Osten, zwischen dem Sportplatz und bestehenden Schulkomplex im Norden sowie einem kleinen Schulgebäude (Kreuzbau genannt) im Süden ist nach nur 15 Monaten Bauzeit ein neues Klassenhaus errichtet worden. In zwölf Klassenzimmern und sechs Differenzialräumen finden rund 275 Kinder der 5. und 6. Klassen Platz. Da diese Jahrgänge die jüngsten der weiterführenden Schule sind, hat der Neubau den Namen Willkommenshaus erhalten.

Auf dem Schulareal zwischen nördlicher Snitgerreihe und südlichem Horner Weg und neben Zeilenbebauung und Gartenanlagen gelegen, fungiert der Erweiterungsbau als städtebauliches Gelenk. Darauf nahmen die Architekturschaffenden Bezug und entwarfen ein polygonales Gebäude: Auf einem unregelmäßigen fünfeckigen Grundriss erheben sich die drei Geschosse des Neubaus mit Gründach.

Hölzerne Hülle

Für die Schalung der Fassaden wählte das Team von MoRe Architekten Lärchenholzlatten unterschiedlicher Breite. Der vertikale Verlauf der Latten bildet ein formales Gegenstück zu den horizontalen Fensterbändern, die die Räume mit Tageslicht versorgen. Vor die Öffnungsflügel dieser Fenster sind Lamellen in einem dunkelroten Ton gesetzt worden, deren Farbigkeit mit den Backsteinbauten der Umgebung korrespondiert und die zugleich eine Nachtauskühlung ermöglichen. Während sich der Eingang und das Haupttreppenhaus an der südwestlichen Gebäudeecke befinden, ist im Nordosten ein außenliegendes Treppenhaus positioniert, das als zusätzlicher Rettungsweg fungiert. Die Holzverkleidung zieht sich im Bereich des zweiten Treppenhauses fort, sodass es in die Gebäudegeometrie integriert wird.

Der Neubau wurde nach strengen Flächenvorgaben von Schulbau Hamburg auf einer relativ kleinen Grundfläche von knapp unter 500 m² errichtet. Um möglichst viel Raum nutzen zu können, entschieden sich die Planenden dazu, auf allen drei Ebenen Flure nicht nur als reine Verkehrsflächen, sondern multifunktional nutzbar zwischen den Unterrichtsräumen anzulegen. Jede Ebene beherbergt vier unterschiedlich große Klassenzimmer, kleinere Differenzialräume sowie WCs. Für eine leichte Orientierung sind die Wände und Linoleumböden jeder Etage in einer anderen Farbe gestaltet.

Akustik: Polygonaler Grundriss und Sauerkrautplatten

Da es in einer Schule auch mal etwas lauter werden kann, ist eine gute Raumakustik für konzentriertes Lernen unabdingbar. Bedingt durch den polygonalen Grundriss verlaufen viele Wände im Innenraum der Schule nicht parallel zueinander. Dies wirkt sich positiv auf die Schallreflexion aus, da der auf die Wand treffende Schall nicht vor und zurück geworfen, sondern abgeleitet wird.

Die Decken sind auf allen Ebenen mit Sauerkrautplatten verkleidet, die störenden Lärm absorbieren. Abdunkelnde Vorhänge an den Fenstern kommen im Unterricht bei Präsentationen mit Beamern oder Overheadprojektoren zum Einsatz. Zudem fungieren sie als textile Schallabsorber. -np

Bautafel

Architektur: MoRe Möhrle Reinhardt Architekten, Hamburg
Projektbeteiligte: Statikbüro Schierwater, Reppenstedt (Statik);  WK Consult, Hamburg (Prüfstatik); Planungsbüro Brunen, Heede / Ems (Elektro); Ingenieurbüro Heimsch, Rastede (HLS); MSB Landschaftsarchitekten, Hamburg (Außenanlagen); Weist Energieberater Architekt, Hamburg (Wärmeschutz); Kersten Apelt, Hamburg (SiGeKo); Ingenieur- und Sachverständigenbüro Dr. Rudloff, Buxtehude (DGNB)
Bauherr/in: SBH Schulbau Hamburg
Fertigstellung:
2020
Standort:
Snitgerreihe 2, 22111 Hamburg
Bildnachweis: Jochen Stüber, Hamburg

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