Erweiterung der Heinrich-Eschenberg-Schule in Holm

Mineralwolldämmung hinter Verblendmauerwerk

Die Heinrich-Eschenberg-Schule in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Holm ist ein über hundert Jahre gewachsener Gebäudekomplex. Mittlerweile besuchen fast 180 Kinder die zweizügige Grundschule, die sich an weiter steigende Anmeldungszahlen und neue pädagogische Konzepte gleichermaßen anpassen wollte. So entschloss man sich zu einer behutsamen Erweiterung, mit der das Team von Jan Braker Architect aus Hamburg beauftragt wurde. Parallel wurden zudem große Bereiche des Altbaus umfassend saniert.

Der Neubau sticht durch sein helles, mit Aluminium gedecktes Dach hervor.
Das Zentrum des Gebäudes bildet ein Atrium mit Sonnenschutzverglasung.
Das Verblendmauerwerk gleicht den Neubau an den Bestand an.

Marktplatz als Verbindung von alt und neu

Die Schule befindet sich in der Ortsmitte, nicht weit von einer wichtigen Durchgangsstraße. Hier ist sie umgeben von einigen Wohnhäusern, zwei Kindergärten und einer Sporthalle. Satteldächer und Mauerwerk prägen den ein- bis zweigeschossigen Bestand. 

Den nördlichen Trakt riss man ab, um Platz für den eingeschossigen Neubau zu schaffen. Er verfügt über eine zentrale Halle mit Glasdach, von den Planer*innen Marktplatz genannt. Er bietet neben Lern- und Bewegungsraum auch Platz für Veranstaltungen. Eine Kolonnade fasst das Atrium ein, dahinter liegen die u-förmig aneinandergereihten Unterrichtsräume – sechs große und drei kleine. An der Südseite wird die Halle von einem Korridor des Altbaus flankiert. Über diesen Weg ist der Marktplatz auch von den bestehenden Ost- und Südflügeln aus erreichbar.

Annäherung an den Bestand

Mit einem Verblendmauerwerk aus dänischen Dünnziegeln in 108 mm Dicke greift die Fassade das Erscheinungsbild des Bestands auf. Ebenso harmonisch wirken die weiß gerahmten Fensterbänder. An den abgerundeten Ecken und dort, wo die Innenwände anschließen, sind Mauerwerksfelder mit Zierverbänden zu sehen. Das Pultdach über dem Atrium ist nach Norden geneigt und mit Sonnenschutzverglasung versehen. Hingegen sind die metallgedeckten Dachflächen der Unterrichtsräume jeweils zur Fassade hin geneigt.

Alle tragenden Dach- und Wandelemente wurden in Brettsperrholz ausgeführt und wurden weitgehend vorgefertigt. Auf diese Weise ließ sich die Bauzeit komprimieren und der Unterricht wurde etwas weniger durch die Baumaßnahmen gestört. Die Wandfläche beträgt insgesamt ca. 730 m2, die Dachfläche ca. 690 m2. Den zentralen Marktplatz überspannen elf Fachwerkträgern mit einer Länge von je rund 10 m. Im Inneren blieben die Holzoberflächen weitgehend sichtbar und verleihen den Räumen eine warme Atmosphäre. Um dennoch die hohen Schallschutzanforderungen durch die Schulnutzung zu erfüllen, konzipierte man in die Klassenräume als Raum-im-Raum, mit einer von der tragenden Holzkonstruktion unabhängigen Beplankung.

Energieeffizienz und natürliche Belüftung

Die energetischen Kennwerte entsprechen einem KfW-Effizienzhaus 70. Sowohl die Wände als auch das Dach sind mit Mineralwolle gedämmt. Sowohl bei dem mit Aluminiumtafeln gedeckten Holzdach als auch bei der hinterlüfteten Fassadenkonstruktion ist die Dämmschicht 12 cm stark. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und eine Luftwärmepumpe für die Beheizung sind integrale Bestandteile des Energiekonzepts.

Zu einer natürlichen Be- und Entlüftung des Gebäudes trägt die Steuerung der Oberlichtfenster in der zentralen Halle sowie den angrenzenden Klassenräumen bei, welche auf Temperatur und CO2-Gehalt reagiert. Die in der Halle aufsteigende Luft wird im oberen Teil des Dachs über Kippfenster abgeführt. Diese zieht über schallgedämmte Überströmöffnungen Luft aus den umliegenden Klassenräumen nach. Das reduziert nicht nur den Energieverbrauch, sondern verbessert auch Raumklima und Luftqualität für die Schulkinder und Lehrkräfte.

Bautafel

Architektur: Jan Braker Architect, Hamburg
Projektbeteiligte: Posse - Götze & Partner | Beratende Ingenieure für Bauwesen, Stade (Energieberatung); C.H. Maack, Tornesch (Zimmerei, Ingenieurholzbau und Rohbau); Fassadenplanung B. Schlichter, Barsbüttel (Fachplanung); B. Schlichter, Barsbüttel (Dachdeckung, Dachabdichtung); Ingenieurbüro Mohn, Rendsburg (Tragwerksplanung)
Bauherrschaft: Gemeinde Holm
Fertigstellung: 2024
Standort: Schulstraße 5, 25488 Holm
Bildnachweis: Jakob Börner Fotografie, Hamburg (Fotos); Jan Braker Architect, Hamburg (Baustellenfotos, Pläne)

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